Fred K. Prieberg Handbuch Deuische Musiker 1933-1945

Dieses Werk ist Judith G. Prieberg-Mohrmann, den Lesern und allen anderen Freunden gewidmet

Fred K. Prieberg

Handbuch Deutsche Musiker 1933-1945

Grundlagen: Stoffsammlung, Materialauswahl, Archivreisen und Re- cherchen in zahlreichen Orten der BRD sowie u. a. in Amsterdam, Krakau, Linz, London, Prag, Stockholm, Strasbourg, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich, viele Tausende Dokument- und Werkkopien, Tonband-Interviews, Anfragen per Post oder Telefon: 1956-2006.

Zeit der Niederschrift mit Nachträgen, Redaktion, Korrektur: Aupres des Zombry, 23. Juli 1993 - 20. April 2007.

Den beiden benutzten Apple-Computern, Macintosh Classic und PowerBook 5300, ermangelten alle Sonderzeichen aus Sprachen hinter dem einstigen "Eisernen Vorhang", als habe die Firma und ihr Chef auf diese dumme Weise den "Kalten Krieg" verlängern wollen.

Freundlicherweise besorgte Oliver Kopf, M. A., Kiel, die Endredaktion samt Ergänzung der Sonderzeichen aus slawischen Sprachen und Rumä- nisch sowie die technische Umsetzung auf CD-ROM, unter besonderem Dank des Handbuch-Autors.

Vorgesehen ist die Fortführung als "work-in-progress"; damit enthält jede neue Edition sämtliche Ergänzungen, Modifikationen und Korrekturen, also den jeweils aktuellsten Sachstand. Die Benutzer sind natürlich eingeladen, dazu beizutragen. Weitere Musikernamen können jedoch nicht zugefügt werden.

Titelgestaltung: Oliver Kopf, unter Verwendung des Propaganda- plakats "Deutschland - das Land der Musik" (Entwurf: Lothar Heinemann, um 1935, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek).

2. Edition © Fred K. Prieberg, Aupres de Zombry 2009

Erste Edition 2004

Information, Kontakt und Abgabe über Internet:

http: //www.prieberg-gesellschaft.de

E-Mail: info@prieberg-gesellschaft.de

ISBN 978-3-00-037705-1

Diese CD-ROM ist kein Handelsobjekt, also nicht käuflich zu erwerben; sie ist eine nicht rückrufbare Dauerleihgabe ohne Leihgebühr, doch gegen Schutzgebühr, bleibt formell im Eigentum von Fred K. Prieberg oder seiner Rechtsnachfolgerin und kann daher weder verkauft noch entgeltlich verliehen, übersetzt, bearbeitet oder sonstwie kommerziell verwertet werden, sondern dient der Information aller zeitgeschichtlich, musikhistorisch und musikpolitisch Interessierten und der Förderung der Wissenschaft. Deswegen darf die Benutzung von Exemplaren in öffentlichen Archiven oder Bibliotheken weder direkt noch indirekt von Gebührenzahlung abhängig gemacht werden. Alle Rechte verbleiben bei Fred K. Prieberg oder seiner Rechtsnachfolgerin.

© Fred K. Prieberg, Aupres des Zombry 2009

Weil sich der Deutsche Bundestag bisher nicht bequemt hat, die Wort-Urheber von Werken auf CD durch Gesetz gegen kommerzielle Wiederverwerter zu schützen, war die Schutzgebühr leider unvermeidlich; sie bildet einen Fonds, der Rechtsmißbrauch und andere Übergriffe gegen das Werk abzuwehren erleichtert.

Inhalt

VOrWORrE een ee ee een ee 6 Hinweise; zur Benltzung can 18 BDRÜFZUNGEN a Na nl 19 Böltisches Kalendarlüm. ses aseranaitan 39 Lexikonteil PA a a a a a Ze ee Mate 46 Be a et ee ee era ee a 233 a N ee En EEE ET 928 Deere ee ed ee ee itelbra ER 997 RR NR ORTES TEERSSTETERRERTTRSRLSSTETTINREERN 1359 | SR EN RER ER TORE LEER TA ARENA RAR TEE TERN EI LS EIN ASTRO ANARIRSENTEN 1618 ee een 2013 Fa A a BE A Een 2758 er ee esse anne ae ee en teren ee are 3517 EEE EEE RL TEE EUREN ENS RT DIS OET SSR ERRHNER 3617 FE a a a ED a ae 3755 ÜBER ANNE ERS TERROR OR TERSEESE NE ONE EECHEENURTEREN ERRETERT: 4350 DE N a RE RENNEN 4690 Nee ee er en ee 5120 ee hei ae Decken Diet ne ER EREEERSRIETEEITER EN 5327 56 EBENE SIENA IRRE SR N IIGRENR TESRIRNLE 0 3E-EAR RER NEON SSR URREHN N EIERN ANEERRERGENE NEN TGRENERRANERR: 5426 ($ VERRAT NTE RUE RTITE KOREISR EHRT RER NEN VEN REES RLRHRARR ES ERONRRRERTEMGA TRIERER N 5722 FR a N A NER 5732 ee ne Ken ee Teen ne 6381 Te er ee een irn 7621 1 SUSE SNEIRR HR APENROR ER ADENRORES H-EIEAREAEHRERDN SAARIERP AIRES VER ANHNEENI ANA RAE HERREN KRAUSE 7769 Veh ee Srleneeiee len ee re Een ser ee 7830 N Re A Mt ee na 7950 Ds Bee ee een 8474 Anhang Archiv-Inventar "Deutsche Musik 1933-1945" .......cccseeennnennnnnennnnnnn 8563 NSDAP-Musiker: Parteinummern und Daten ..........seassseeeeeennnnenennnnn 9941

Verzeichnis der Informationshelfer ..............:..222u@22 Rennen nenn nennen 9988

Vorwort

Bis zur Katalogisierung jener für die französische Revolution ab 1789 charakteristischen Musikwerke verstrich rund ein Jahrhundert. Dabei währte jene Epoche auch nur ein Jahrdutzend und erbrachte längst nicht solche Fülle kreativer Echos auf die politische Situation wie die zwölf Jahre NS-Regime. Die Gründe dafür können hier nicht untersucht werden. Doch scheint ganz generell eine typische Psychologie der "Erben" darauf hinzuarbeiten, politische Prostitution von Künstlern rasch vergessen zu machen, Information zu vernichten oder vorzuenthalten und sich selbst gegen eine wissenschaftliche Vergegenwärtigung solcher Ausnahme- situationen bis aufs Äußerste zu sträuben.

Die Entstehung dieses Werks, würde seine Geschichte denn je geschrieben, war immer wieder gebremst, belastet und verteuert durch bürokratische Machenschaften bis zur Grenze der Debilität. Handelt es sich um Versuche, das "garstige Lied", das politische nämlich, ein für allemal aus der Geschichte zu entfernen, also Täterschutz zur Methode zu machen?

In diesem Zusammenhang beunruhigt das Verhalten der deutschen akademischen Musikwissenschaft, die jeden Versuch kritischer Aufarbei- tung der NS-Geschichte - nicht nur des eigenen Fachs - jahrzehntelang vermied, nicht zuletzt, weil sie sich mit den NS-Tätern gemein gemacht hatte. Zudem war sie - mit wenigen Ausnahmen - nicht interessiert oder nicht imstande, fachübergreifend historisch zu arbeiten. Lange bestand an Aufdeckung der fachintern oft durchaus bekannten Kumpanei zwischen Musikologie und NS-Macht kein Bedarf. Schließlich hielten zahlreiche "Kollaborateure" noch Jahre nach 1945 universitäre Spitzenpositionen besetzt. Der Nachwuchs, auf Karriere bedacht, mußte Repressalien befürchten und bremste etwaige aufklärerische Gelüste. Seit etwa zwei Jahrzehnten wandelt sich die Situation. Bis dahin war es die Stunde der Außenseiter, freischaffender Forscher, die sich politisch verpflichtet fühlten. So etwas paßte vielen etablierten Musikologen aber gar nicht:

"Die ersten Darstellungen (...) stammten von Journalisten und Wissenschaftsjournalisten (Josef Wulf 1963, Fred K. Prieberg 1982 u. a.); sie waren defizitär in mehrfacher Hinsicht: Einmal stellten sie die Verstrickungen als Teil einer staatlich verordneten und gelenkten Deformierung der gesamten Musikkultur dar, also unter einem zugleich unspezifischen und eingeengten Blickpunkt, zweitens stellten sie sie als Verstrickungen von Einzelpersonen dar; drittens hatten sie eine allzu schmale und ungesicherte Materialbasis, viertens ließen sie sich von (nur allzu verständlicher) moralischer Empörung leiten, hinter der die methodische Stringenz gelegentlich zurücktrat" (Ludwig Finscher: Musikwissenschaft und National- sozialismus. In: Gesellschaft für Musikforschung. Musikforschung - Faschismus - Nationalsozialismus. Referate der Tagung Schloß Engers. 8. bis 11. März 2000. Mainz, 2001. S. 1).

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So legt ein zu spät gekommener Professor der Musikologie, Jahrgang 1930, emeritiert vom Lehrstuhl in Heidelberg, Experte für die Epoche Josquins und andere der musikpolitischen Zeitgeschichte ferne Bereiche, Herausgeber einer zentralen Musikenzyklopädie, aber nicht zu fein, ausgerechnet von M. Kater abzuschreiben, die Bremser-Mentalität des Establishments offen. Die genannten Autoren als "Journalisten" herabzu- setzen, ist Malice, zudem Unwahrheit. Wulf war 1963 bereits anerkannter Historiker und dokumentierte zudem lediglich den antisemitischen Komplex des NS-Musikbetriebs; Prieberg konnte 1982 mehr als ein halbes Dutzend Musikbuch-Publikationen vorweisen. Beide arbeiteten mit einer exemplarisch sicheren und reichen Materialbasis, wie ein Musikologe sie sich noch heute nur erträumen kann. Finscher schweigt zudem die frühen Autoren der Opferseite tot, nämlich H. H. Stuckenschmidt ("Melos" Nr. 1, Januar 1946; "Forum" IX/108, Dezember 1962, und X/109, Januar 1963), privat auch Prof. Dr. Siegfried Borris, den Theatermann Dr. Hans Curjel, Dr. Ernst Kroll ("Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte", Juli 1959) und Dr. Heinrich Strobel, sämtlich ausgewiesene Musikhistoriker; sie waren die ersten und wirkten - zumeist durch persönliche Bekanntschaft - entsprechend anregend auf die nun Diffamierten. Steckte hinter dem Verschweigen Absicht oder Informationsmangel? Meinungsmache und Unwahrheit schließen jedoch historische Wissenschaftlichkeit aus. So einer merkt gar nicht, daß er den Verdacht aufs hohe Katheder lenkt, seine Selbsteinschätzung sei defizitär und die Attacke könne von Mißgunst des Zuspätgeborenen diktiert sein.

Tatsächlich hatte Prieberg jahrzehntelang versucht, Interesse für den Stoff wachzurufen. Schon sein "Lexikon der Neuen Musik" (Freiburg/München, 1958) bot einen Artikel "Kulturpolitik" (S. 238-251); 1961 folgten von Radio Bremen zahlreiche Halbstunden-Sendungen über "Musik und Politik", 1962/63 mehrere von Deutscher Welle und Bayerischem Rundfunk, 1963/64 - wieder von Radio Bremen - zehn halbstündige Folgen über "Musik im Dritten Reich". Weitere Sender folgten. Ob am Ende akademische Musikwissenschaftler nicht Rundfunk hören...? Aber selbst die beiden ersten - freilich lamentabel unzulänglichen - Dissertationen der siebziger Jahre in den USA über Musik im NS-Staat interessierten hier nur beiläufig.

Diese Arbeit bedurfte, um amtlich fundiert zu sein, der Hilfe von Archiven und Dienststellen des Bundes, der Länder und Gemeinden, öffentlicher Bibliotheken und zahlreicher Privatleute. Allerdings sitzt in den Behörden der Exekutive und Judikative ein gewisser Prozentsatz von Personal, das sich immer gleichen bürokratischen Abläufen so perfekt angepaßt hat, daß es diese verinnerlicht und - wäre die erforderliche Intelligenz selbst vorhanden - denkfaul geworden und daher nicht mehr imstande ist, neue Situationen intellektuell zu meistern, wirklich Dienst zu leisten. Sie ziehen ihr - wenn auch noch so ersichtlich falsches - Verständnis des Gesetzes der einfachsten und dennoch legalen Lösung vor, da dies eigenes Denken erspart.

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Das Handbuch beinhaltet Information für Interessenten und akademischen Nachwuchs u. a. aus Musikwissenschaft, Germanistik, Kulturgeschichte, Psychologie und Humanethologie. Es orientiert sich nicht an Prominenz, sondern an politischer Präsenz im Musikbetrieb - erinnert an rund 5500 Persönlichkeiten und Zehntausende von Werken, nennt jedoch auch anscheinend harmlose Volkslieder, wo deren ursprüngliche Funktion durch Rekrutierungen zum Militär einst - lange vor 1933 - abhanden kam, weil die Soldaten diese Titel als Hoffnungsträger - "Heimatlied" und Identifikationsstütze in der kriegerischen Fremde - ideologisierten. Derart verwandelten sich viele "zivile" Volkslieder unter dem Zwang der Aushebungen in Soldatenlieder. Die Liederbücher des NS- Staats druckten so etwas gern nach. Denn solches "Liedgut" spielte zwischen 1933 und 1945 abermals - und nun mit voller Absicht der Herausgeber - eine politische Rolle. Über die Musik hoffte man, wesentliche, vor allem "metaphysische" Inhalte der Ideologie vermitteln zu können, Motiv auch für die Übernahme, wenn nicht Wiederbelebung vieler Titel der Überlieferung.

Die Urheber der meisten Texte und Kompositionen - unabhängig von der zumeist jammervollen Qualität - waren willige Helfershelfer der NS- Politiker. Nur in wenigen Fällen setzte politische Moral das Eigeninteresse matt. Dieses Engagement begann, scheinbar harmlos, mit der positiven Selbstdarstellung: "Wir Deutsche" sind die Größten ("Über alles in der Welt"), die Tüchtigsten, Tapfersten, Siegreichsten - in penetranter Wiederholung, sogar noch im Angesicht der ersten Kriegsniederlagen, verlogene Werbung für Todesbereitschaft inbegriffen. Die Urheber arbeiteten derart mit in einem System der propagandistischen Täuschung und Selbsttäuschung. Das lag allerdings nahe, weil Musik generell dazu herhalten mußte, den nationalen Minderwertigkeitskomplex nach dem Verlust des ersten Weltkriegs zu kompensieren. Mehr als dreitausend Textproben ermöglichen die Analyse von Inhalt und Stil in dieser Richtung.

So wenig die psychologisch bedenkenswerte Frage zu beantworten ist, weswegen es kein Kriegslied gegen die USA gab, so klar stützten die Titel der angewandten Musik ansonsten aktuelle politischen Ziele des Regimes und bereiteten etwa dessen Landnahme geradezu vor: Editionen von Liedern aus Ostpreußen, Schlesien, Böhmen und Mähren, den österreichischen Provinzen, dem Elsaß, aus Lothringen - musikalischer und musikologischer Imperialismus, der "geistig" die Eroberungen durch die Wehrmacht rechtfertigte. Rassische Selbstbestätigung lief über Charakterstücke wie Sudetendeutsche Suiten oder "nordische" Titel, bis hin zu jenen Tanzliedern und Schlagern, die blonde Frauen besangen...

Liedtitel des Gesamtrepertoires - als Einzelpublikation wie als Bestandteil von Anthologien - sind in diesem Werk alphabetisch aufgelistet, jedoch ohne Nationalhymne "Deutschland, Deutschland über alles" und Parteihymne "Die Fahne hoch", denn diese zierten ohnehin fast alle untersuchten Anthologien.

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Alles in allem dürfte es sich um die Größenordnung von 30.000 Titeln handeln; ein Ungefähr mit dem Vorbehalt, daß ein noch so tätiges Leben nicht ausreicht, alle Quellen anzuzapfen. Ergänzend schien es aber angebracht, auf die Übernahme beliebter "Evergreens" ins Liederbuch der Bundeswehr aufmerksam zu machen, die, obschon durch Urheber oder kulturpolitischen Einsatz vor 1945 fixiert auf antidemokratische Wirkung, ohne kritischen Widerspruch den Komplex "Traditionspflege" schmückten.

Angewandte Kunst steht und fällt mit ihrer Anwendung. Schon geringe Veränderung im politischen Kalkül, erst recht aber ein Wechsel des politischen Systems reduziert dort Dutzende, hier Abertausende von Titeln zu Geschichtsmüll. Allerdings sind selbst Müllhaufen für die wissen- schaftliche Erforschung einer Epoche unentbehrlich. Ein Gesamtinventar der in diesem Jahrzwölft in politischem Kontext eingesetzten Musik zeigt auch sehr eindrucksvoll, wieviel Zeit, Energie und kreativen Willen Musiker in ein kurzlebiges Genre investierten und - verschwendeten. Von "ewiger Tonkunst" konnte keine Rede sein, und zwar nicht allein, weil das Regime keine tausend Jahre währte, sondern weil Überangebot und in der Regel schneller Wechsel der Tagesaktualitäten langfristige Repertoirebildung durchkreuzten... "Wegwerfmusik"!

Generell scheint es nahezuliegen, die willige Komplizenschaft so vieler Musiker mit dem diktatorischen Regime auf den Umstand zurückzuführen, daß diese Berufsgruppe, weil das >Versinken im Meer der Töne< kritischen Verstand erstickt, leichter verführbar war als fast jede andere. Hätten die Anstrengungen des NS-Staats, das ganze Volk zu musikalisieren - bis in den letzten Winkel der Heime und der >Seelen<, dann kalkulierten Sinn gehabt, nämlich Machterhaltung durch gezielte Verabreichung von >happy pills< in akustischer und daher ganz unverdächtiger Gestalt? Andererseits: Nicht jeder, der 1933-45 publizierte oder auftrat, tat dies unweigerlich für das Regime oder gar in dessen Dienst; so muß fallweise Motivforschung betrieben werden.

Die hier aufgelisteten Persönlichkeiten passen fast durchweg in die Kategorien Täter, Opfer, Mitläufer. Jedoch ist vermieden, diese griffigen und viel strapazierten Bezeichnungen, die ebenso bequem wie beweispflichtig sind, als Etikett zu verwenden. Es genügte, Tatsachen zu ermitteln, die dem Benutzer die Möglichkeit verschaffen, ein zutreffendes eigenes Urteil zu gewinnen. Vollständigkeit konnte nicht einmal angezielt werden, weil die Quellenlage dies illusorisch macht. Zum Beispiel nennen die Rundfunkprogramme selten Vornamen und enthalten viele Druckfehler. Wo deswegen die Identität eines Musikschaffenden nicht eindeutig festzumachen war konnte nur der fragmentarische Programmeintrag zitiert werden. Zudem ist der Verbleib von Musikern, die in Schlesien, Pommern, Ostpreußen und dem Sudetenland geboren sind oder wirkten, auch wenn sie vor 1945 bereits lexikographisch dokumentiert waren, nur noch festzustellen, sofern sie im Musikbetrieb Rest-Deutschlands nach dem Ende des Regimes Präsenz zeigten. Dies trifft oftmals auch auf

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Künstler zu, die zwar dem rassistischen Terror des NS-Reichs durch Emigration entkamen, aber im Musikleben des Aufnahmelandes nicht mehr Fuß fassen und namhaft werden konnten. Ich bitte die Benutzer des Werks um Nachsicht dafür, daß Möglichkeiten und Mittel des Autors begrenzt waren - ungeachtet der über 40 Arbeitsjahre und eingesetzter Mittel in der Größenordnung von über 200.000 Euro. Die VW-Stiftung förderte vier Jahre hindurch das "Archiv-Inventar Deutsche Musik 1933-1945" (siehe Anhang). Unterstützung für die lexikographische Arbeit gab es trotz Existenz zahlreicher Stiftungen keine; doch leisteten Freunde und Kollegen dankbar akzeptierte Förderbeiträge...

Im übrigen gilt auch hier: Ein Lexikograph ist höchstens so gut wie seine Informationsquellen und machtlos gegen Informationslücken durch Unfähigkeit und Arbeitsscheu von Verwaltungspersonal.

"Nazi" ist heute eine ideologische, diffamierende Vokabel, vage und vieldeutig, daher von korrekter Wissenschaft nicht benutzbar. Der Autor dieses Handbuchs sieht Anlaß, vor Mißbrauch der angebotenen Fakten zwecks politischer Denunziation postum zu warnen. Die Täter leben nicht mehr. So gewiß jede Meinungsäußerung den Schutz der Verfassung genießt, gleich ob von Psychiatrie-Patienten oder am Stammtisch, und das Strafrecht nur die Behauptung unwahrer Tatsachen gegen Personen als Antragsdelikt verfolgt, sei erinnert, daß die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener strafbar ist, und diese bestimmt sich weitgehend nach richterlicher Definition und Bewertung.

Unverzichtbar schienen Angaben über Mitgliedschaft in der NSDAP und - stichprobenweise - ihrer Organisationen; weil rund zehn Prozent der Zentralkartei der NSDAP 1945 der absichtlichen Zerstörung zum Opfer gefallen waren, ergibt sich, daß von den hier behandelten Musiker- persönlichkeiten noch zahlreiche weitere zur Gefolgschaft Hitlers gehört haben müssen. Über Motive des Beitritts ließe sich endlos spekulieren. Jedoch ist daran zu erinnern, daß die Politisierung der Kunst im Musikbetrieb Tausende neuer Positionen schuf, oft entgeltliche, immer aber als Ehrung gemeinte. Diese Situation kam der Musikerpsyche halbwegs entgegen. In aller Regel waren Musiker, die für eine Gliederung der NSDAP wirkten, selber deren Mitglied; die lückenhafte Quellenlage erlaubt keine weniger allgemeine Aussage. Natürlich mußten auch Verlage verzeichnet werden, profitierten sie doch nicht nur von eifriger Kollaboration durch Publikation von Massen genehmer Musikwerke, sondern in vielen Fällen auch von billiger Übernahme enteigneter oder unter Druck preiswert angebotener jüdischer Musikverlage.

Die kursive Erläuterung "Keine weitere Nachricht (nach 1945)" bedeutet nicht etwa, daß solche Persönlichkeiten immer auf der Flucht nach Westen im "Niemandsland" starben, bei der Vertreibung umgebracht wurden oder sonstwie in Kriegsfolge verschollen sind; sie bezieht sich nur auf den Nachweis musikalischer Tätigkeit nach dem Kriege und nicht auf

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die physische Existenz. Der Hinweis auf die neue Staatlichkeit erklärt, warum in der Regel amtliche Quellen dieser Länder nicht verfügbar oder auskunftfähig waren.

Musikforschung hat stets auch die Pflicht zur Korrektur, also zur Beharrung auf der im Dokument verankerten Faktizität. Solche Aufgabe mag befremden; doch bietet ein Werk dieser Art dazu eine kaum wiederkehrende Chance. So gewinnt die Rubrik "Geschichtsfälschung" - unterhalb der strengen Bedeutung des Worts im Deutschen Universal- Wörterbuch (Duden) - Berechtigung. Sie betrifft falsche, ungenaue oder fehlende Angaben zu Tatsachen der Musikgeschichte, mit Absicht oder unbewußt oder irrtümlich. Denn diese haben nämliche Wirkung wie vorsätzliche Fälschung: Desorientierung, Verwirrung, Verdunklung. Im StGB setzen Fälschungsdelikte meist "Absicht der Täuschung im Rechtsverkehr" voraus. Dies berührt jedoch Geschichtsschreibung in keiner Weise; hier geht es nur um unzutreffende oder verkürzte wissenschaftliche Mitteilung aus zahlreichen Ursachen. Wissenschaft gewährt kein Recht auf Fehler, schon gar nicht auf interpretatorische Mildtätigkeit und gezieltes Vergessen oder Verschweigen von Tatsachen, die im Dokument erhärtet sind.

Alle Autoren - nicht nur Musikologen - verfügen über geistiges Potenzial und professionelles Rüstzeug, Faktengeschichte statt Märchen zu schreiben, möglichst alle Quellen einzuholen, zu verifizieren und zu gewichten. Unterlassen sie dies mit welchen - oft recht beachtlichen - Gründen auch immer, läßt sich die Kategorie Geschichtsfälschung nicht umgehen. Leider gilt es in unserer Gesellschaft als "normal", wenn jemand - aus Unkenntnis oder selbst mit voller Absicht wider eigenes besseres Wissen - die Unwahrheit veröffentlicht. Zudem sind Autoren an Auftraggeber und deren Wünsche gebunden, glauben diese oder jene Rücksicht schuldig zu sein oder berufen sich auf unzureichenden Raum. Zwar verletzt dies Persönlichkeitsrechte der Betroffenen; jedoch sind solche Rechtsverletzungen Antragsdelikte; der Geschädigte muß Strafantrag stellen; Richter bestimmen aber nicht über historische Faktizität. Überdies folgt aus "Geschichtsfälschung" keine Denunziation eines Urhebers als "Geschichtsfälscher"; die Sache darf nicht etwa mit der Person verwechselt werden.

Geschichtsfälscher ist nur einer, der gewohnheitsmäßig und vorsätzlich, weil er sich aufspielen möchte, wider besseres Wissen, oft um sich Zeit und Kosten für unerläßliche Recherchen zu ersparen, unzutreffende Angaben über musikgeschichtliche Ereignisse oder Personen macht. "Geschichtsfälschung" im Sinne dieses Handbuchs rührt nur im Ausnahmefall von einem Geschichtsfälscher her. Zumeist ist sie Resultat von Unachtsamkeit, Irrtum, Versehen, Voreiligkeit, Übernahme frag- würdiger Quellen, jedenfalls nicht Absicht. Gleichwohl ist die Wirkung auf den Leser hier wie dort identisch, weil weder Motivation noch sonstige Ursachen den Sinn machen, sondern deren Folgen. Der Effekt: Leser

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werden getäuscht, irregeführt, desorientiert, um ihr Recht auf korrekte Information ohne Verkürzung "betrogen" und auch noch dem Risiko ausgeliefert, per Zitat die Unwahrheit weiterzugeben. Autoren, zumal im akademischen Nachwuchs, zitieren in aller Regel nach Quellen aus der Feder von Fachprofessoren. Diese haben - falls ihr psychologischer Habitus solches überhaupt gestattet - keine Möglichkeit, eigene Fehler zu korrigieren; Eingeständnis von Fehlern schadet immer dem Image des Meisters. So verewigen sich Fehler im Weg über Sekundärliteratur und Nachwuchsarbeiten. Jeder Konflikt zwischen Tatsache und Erfindung berührt in der Regel die Moralfrage. Das Handbuch versucht dagegen- zuhalten.

Das Thema Musik im NS-Staat ist seit kurzem Tummelplatz für einen Typus - oft amerikanischer Provenienz -, der sich faktensicherer Tat- sachendarstellung nicht verpflichtet fühlt. Hier sind auch Irrtümer einzuordnen. Meinungen, wie abstruss auch immer wären stets diskutierbar; falsche Angaben über musikhistorische Ereignisse und Persönlichkeiten bedürfen aber der Korrektur, damit Nachnutzer nicht in die Irre geführt werden, um so mehr als immer wieder metierfremde Autoren so ihr Mütchen kühlen und auf "wissenschaftlichen" Ruhm hoffen. Unfertiger Nachwuchs, der sich gegen etabliertes historisches Geschehen zu profilieren sucht, hat nur den Ausweg, Geschichte zu fälschen. Auch zugunsten solcher benutzt der Lexikograph pauschal den Terminus "Geschichtsfälschung". Träfe er nicht zu, könnte es sich nur um unprofessionelle platte Stümperei handeln. Eine dritte Möglichkeit ist nicht in Sicht.

Die ärgerlichste Erscheinung dieses Schlages, die seit 1998 auf den deutschen Markt drängt, war Michael H. Kater, Jahrgang 1937, nach eigener Angabe - nunmehr emeritierter - Professor am Centre for German and European Studies der York University in Toronto und "zu den renommiertesten Historikern für die nationalsozialistische Zeit" gehörend, "Distinguished Research Professor of History" - laut Briefkopf. Vorweisen kann er jedoch weder musikwissenschaftliche Ausbildung noch Kenntnis der deutschen Musikgeschichte. Er ist Sozialwissenschaftler und für sein Thema "Musik im 3. Reich" Laie, daher beispiellos inkompetent. Dennoch spielt er sich gernegroß auf als helle Leuchte der Musikforschung, qualifiziert frühere Autoren selbstgefällig-arrogant als Nichtse ab, um sie trotzdem zu zitieren und auszubeuten, und plündert tapfer Sekundär- literatur, obwohl er ihr Fragwürdigkeit unterstellt. Ein Neurotiker also? Seit er, mit seiner Dissertation befaßt, einem im "Ahnenerbe"-Prozeß vor dem Landgericht Frankfurt/Main wegen Beihilfe zum Mord an 86 Juden im KZ Natzweiler angeklagten SS-Funktionär zwecks Entlastung gutachtlich andiente, es habe sich um "Befehlsnotstand" gehandelt (Gutachten mit Korrespondenz: IfZ München), scheint ihm der Sinn für Realität abhanden gekommen, obwohl "Befehlsnotstand" bei den Nürnberger Kriegsverbrech- erprozessen schon abgehandelt war. Ergebnis seiner "Musikforschung": mehr als 150 meist schwerwiegende erweislich unwahre Behauptungen

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über Personen und historische Tatsachen. Kritische Diskussionspartner beschimpft er im Gassenjargon bis zur Ehrabschneidung, um sie mundtot zu machen. So kann ein Buch nur zum Flop geraten. Dafür zwei von vielen - im Text dieses Handbuchs korrigierten - Beispielen aus Kater, "Die mißbrauchte Muse" (München-Wien, 1998):

Beispiel 1 (S. 463, Fußnote 22):

"Eine repräsentative Stichprobe von 1152 Musikern wurde in der RMK-Abteillung des BDC aus RMK-Fragebogen gezogen. Die Resultate der Analyse sind mit 95%iger Wahrscheinlichkeit statistisch signifikant. (...) Fred K. Priebergs Schätzung, daß zwei Drittel aller Musiker arbeitslos waren, ist nicht belegt und völlig unwahrscheinlich (Musik und Macht, Frankfurt/Main 1991, S. 209)".

Weder auf der zitierten Seite noch sonstwo in "Musik und Macht" steht ein Wort über arbeitslose Musiker, lediglich über Mitglieder der NSDAP unter Musikern. Diese Schätzung - einschließlich Mitgliedschaft in Organisationen der NS-Partei - folgt aus den nun in dieses Handbuch übernommenen parteiamtlichen Angaben. Zudem existierte im Berlin Document Center nie eine "RMK-Abteilung". Kater scheut also, damit er als der "bessere Fachmann" glänze, nicht vor Quellenfälschung und grober Tauschung seiner Leser zurück. Mit Schreiben an den Europa-Verlag München-Wien vom 15/11/99 nebst Korrektur zweier Prieberg betreffender Unwahrheiten für weitere Auflagen reagierte er auf eine entsprechende Aufforderung von dessen Rechtsanwalt.

Der Regelfragebogen der RMK hat zwar Frage 23 "Erwerbslos" und "seit wann"; diese betrifft sichtlich nur den Musikerberuf, zudem rückwirkend, nicht sonstige zwischenzeitliche Brotarbeit und erst recht nicht über die gesamten zwölf Jahre. Wer nicht derart differenziert, verspielt jede Glaubwürdigkeit.

Beispiel 2 (S. 27):

"Aus einer größtenteils norddeutschen Stichprobe unter Musikern aller Couleur und Befähigung zwischen 1933 und 1938, von denen die meisten 1934 der Partei beitraten, kann geschlossen werden, daß rund ein Fünftel des Berufsstands vor dem Krieg in der NSDAP war (...)".

Aus den in diesem Handbuch als Parteimitglieder dokumentierten Musikschaffenden - rund 2200 - ergibt sich authentisch und wider jeden Zweifel: Auf den 1/V/33, den letzten Tag vor Beitrittssperre, fielen deren Nr. 1.847.603 bis 3.567.803; Beitritte reichsweit zu diesem Tag: insgesamt über 1.700.000. Die Musiker-Beitritte zum 1/V/37, bei Aufhebung der Sperrzeit, beginnen mit Nr 3.805.258; es gab aber geringfügige Termin-Überschneidungen. In die vier Jahre Sperrzeit dazwischen fielen Daten und Parteinummern für ganze 67 Musiker. Zugang war nur in Einzelfällen bei Übertritt von Organisationen wie SA, SS und

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"Stahlhelm" oder außerordentlichen "Verdiensten um die Bewegung" möglich. Kater ignoriert die damalige Tagespresse und Gerd Rühles "Das Dritte Reich. Dokumentarische Darstellung des Aufbaus der Nation. Das fünfte Jahr, 1937" (Berlin, 1938. S. 108-110), selbst jüngere Sekundärliteratur. Das hinderte ihn nicht, kurz vor Weihnachten 1998 per Telefon den arglosen PR-Mann seines Verlags prahlerisch anzufahren, er habe ein Standardwerk geschrieben, und eine Mitgliedersperre bei der NSDAP habe es nie gegeben. Frage: Wie wird einer eigentlich Professor für Geschichte an der Universität Toronto?

Nicht einmal sein Fünftel trifft zu. Denn nicht zwanzig Prozent der insgesamt in diesem Handbuch mit Geburtsdatum dokumentierten Vergleichs-Gruppe der deutschen "arischen", also parteiwürdigen 3713 Musikschaffenden, nämlich nicht 746, traten bis zum 1/1X/39 der NSDAP (ohne Gliederungen) bei, sondern exakt 1967, wobei zum Ausgleich des 1945 zerstörten Teils der Zentralkartei der NSDAP hier noch zehn Prozent zuzuschlagen wären. Ergebnis: über 58 Prozent bekannten sich zur NSDAP.

In der Tat: "Es gibt Wissenschaftler, und es gibt Schwaetzer" (Kater an Michael Walter, 9/X11/98, via Mailingliste im Internet - zur Kenntnis des beschimpften Paul Moor, des renommierten Seniors der Musikpublizistik in Berlin). Wissenschaftler aber sind keine ohne hohes Maß von Anstand und Charakter. Das deutliche Echo auf solchen bedenklichen Typus "Wissenschaftler": "Auch sonst zeichnet sich Kater durch teilweise recht großzügigen Umgang mit den Quellen aus" (Michael Wortmann: Baldur von Schirach, Hitlers Jugendführer. Köln, 1982. S. 235) oder "Kater versäumt es, Provenienz und Kontext der von ihm herangezogenen Quellen zu werten (...)" oder "(...) da er ein wirklich schludriger Arbeiter ist und sich vor allem immer an vorhandenen Studien reibt, um die Tatsache auch zu verdecken, dass er eigentlich nicht wirklich viel Neues anzubieten hat" (Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Wien, an F. K. Prieberg, 11/V/05) oder "(...) Ein Problembewußtsein historischen Forschens legt Kater nicht an den Tag" (Heinz-Jürgen Winkler: Paul Hindemith - der widerwillige Emigrant? Hindemith-Jahrbuch 2005. S. 187, 199). Oder: "Kater (...) verfährt schon seit Jahren jenseits aller wissenschaftlichen Standards nach dem gleichen Muster: Behauptungen werden häufig entweder nicht oder gar mittels erfundener oder gefälschter Dokumente belegt (...) Kater schädigt mit seinen als skandalös zu bezeichnenden Arbeiten, emphatisch gesagt, nachhaltig den Ruf der deutschen Musik" (Prof. Dr. Hanns-Werner Heister: Gutachten, 15. April 2007).

Dazu auch Ulrich Blomann: "Rufmord auf dem Affenfelsen. Karl Amadeus Hartmann im >Dritten Reich< in der Darstellung von M. H. Kater" (Duisburg 2010, Druck in Vorbereitung). Am Beispiel Hartmann ermittelt der Autor über hundert unwahre Tatsachenbehauptungen und Fälschungen des selbsternannten Musikforschers Kater und widerlegt sie aus dem Dokument.

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Ein wahnwitziges Echo ist hier anzumerken. Nachdem "GEO" im J uniheft 2006, S. 74-84, unter dem Titel "Der Mann, der nicht vergessen will" über F. K. Prieberg und seine Arbeit berichtet hatte, kam der Redaktion ein handgeschriebener undatierter Brief von "N. N." zu, einem feigen, hinterhältigen Typus von lamentabler Intelligenz, der sich als "relativ bekannter Musiker hier in Bayern" - anonym - vorstellte.

Zitat:

"(...) das bisher von Frieberg[!] Veröffentlichte gilt in Fachkreisen als Gipfel des unsorgfältig Recherchierten, Einseitig-Tendenziösen (wie sie nun wirklich nicht mehr zeitgemäss ist!) und voller Häme etc. Eigentlich peinlich.

(...) Es gehört in meinen (Fach-)Kreisen zum guten Ton, über Prieberg nicht zu sprechen.

(...) Nur: wenn man wirklich etwas über die Musik im National- sozialismus erfahren will, das >Hand und Fuss< hat, empfehle ich das Buch von Michael H. Kater

"Die missbrauchten Musen" (Musiker im Dritten Reich) Europa- Verlag, Wien+München 1998 (1. Auflage) (...)" (Fehler im Original).

Ein Zeugnis geistiger Armut. Der Anonymus verrät nicht einmal das bißchen Sachkenntnis, das hinreicht, auch nur ein paar Dutzend von Katers über 200 unwahren Tatsachenangaben herauszufinden. Leider haben die - ohne deren Wissen - beschworenen "Fachkreise" bisher nicht die Spur eines Beweises für des "Musikers" unzutreffende, also aus StGB 8 187 "mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe" zu ahndende Behauptungen erbracht.

"Lernen Musiker eigentlich nie dazu"? (F. K. Prieberg: Musik im NS- Staat. Frankfurt/M., 1982. S. 406).

Generell gilt für die Vergegenwärtigung von Geschichte dies: Wer Fakten ignoriert oder gar nicht erst ermittelt, schafft sich ein Vakuum, in dem er die absurdesten Hirngespinste wuchern lassen kann.

Dieses Handbuch bietet lediglich einen Ausschnitt. Wer andere und weitere Information über die 100.000-150.000 Köpfe zählende Musikerpopulation 1933-45 vermißt, hat die Freiheit, sich selber zu bemühen und eigene Lebensarbeit nebst Vermögen dafür zu investieren.

Zahlreiche Lücken mußte der Lexikograph in Kauf nehmen. Todesfälle im April/Mai 1945 waren vielfach nicht registriert, weil die Ämter ausfielen. Zudem fehlt ein erheblicher Teil biographischer Angaben und Daten nach 1945, weil ganze Familien der gewaltsamen Vertreibung, den Kriegswirren, nicht zuletzt den Deportationen, aber auch willkürlichen Greueln und privaten völkerrechtswidrigen Mordtaten der sowjetischen Besatzung zum Opfer fielen - ohne die Spur einer "Buchführung". Während das NS-Regime nach Möglichkeit seine Opfer bürokratisch

Vorwort 16

registrierte - und damit zumeist auch den Täterkreis identifizierte -, blieben Verbrechen im Besatzungsgebiet der UdSSR undokumentiert und heute, über ein halbes Jahrhundert danach, immer noch strikt vertraulich. Artikel für Hunderte von Berliner Künstlern behielten Lücken, weil die geldgierige Legislative des Landes Berlin eine Verwaltungsgebühren- ordnung (27/V1/72) erließ und Auskünfte aus dem Melderegister für "grundsätzlich gebührenpflichtig" erklärte, je Anfrage beim Landes- einwohneramt mit 18 bis 23 DM - seither 11,76 Euro - und für historische Forschung keine Ausnahme zuläßt. Ein Schreiben (20/1X/99) zum Persönlichen Referenten des Innensenators änderte nicht die "Rechtsauffassung" - gez. Hochmann (8/X1/99). Aber Politiker prahlen wie eh und je mit dem "Wissenschaftsstandort" Deutschland. Die Kulturfeind- lichkeit allein schon der Hauptstadt läßt sie kalt...

Zweitens liegt es nicht nur an solcher Art "höherer" Gewalt. Generell beweist die Werkgeschichte, daß Personenlexika im angeblichen Kulturstaat BRD nicht mehr erscheinen und Lexikographen nicht mehr arbeiten können, obwohl das Grundgesetz - Artikel 2 Absatz 1 - nachwirkend allen Künstlern die postume Präsenz im Kulturleben durch Lexikoneintrag ermöglicht und Artikel 12 ungehinderte Berufsausübung garantiert, auch dem Lexikographen. Diese bedarf, wo sonstige Quellen wegen der kurzsichtigen provinziellen Meldegesetze der Länder versagen, biographischer Daten, die von Standesämtern verwahrt werden. Rund 500 deutsche Standesämter haben solche Auskünfte in mehr als tausend Fällen geduldig erteilt. Eine Minderheit von fünf Prozent - wie deren Einlassungen verraten, der Bodensatz an behinderten Intelligenzen - verweigerte dies. Die dagegen angerufene Judikative bestätigte - mit drei Ausnahmen - die Verweigerung in den ersten beiden Instanzen. Diese Beschlüsse trugen die Unterschriften von Richtern, die sich aufführten, als wollten sie sich ein Armutszeugnis ausstellen und in der Öffentlichkeit als ungebildete, banausische Zeitgenossen und Totengräber des bisherigen Kulturstaats Deutschland eingeschätzt werden. Also ignorieren sie, daß bereits - auf Grabsteinen - öffentliche Information nicht mehr geheimgehalten werden kann, was längst sogar für Staatsgeheimnisse höchstrichterlich geklärt ist ("Spiegel"-Affäre). Jeder Richter jedoch, der den Parteien per Beschlußbegründung vorspiegelt, im Rechtsstaat sei es möglich und gestattet, mit einfachem Gesetz (PStG) das Grundrecht des Lexikographen auf ungehinderte Berufsausübung, ja überhaupt seinen Beruf zu liquidieren, kollidiert mit dem Verfassunggeber, sabotiert das GG und interessiert Öffentlichkeit und Medien für seine professionelle Qualität, ja erlaubt diesen, bis zum Gegenbeweis zu unterstellen, es könne sich vielleicht um Rechtsbeugung, einen Amtseid als Hohlformel oder um geistige Insolvenz handeln. Daher steht die grundgesetzliche Garantie für lexikographisch darzustellende Künstler und für Lexikographen in der BRD, weil Personalfrage, nur auf dem Papier. Die bisherige Existenz der BRD als Kulturstaat - Rechtsstaat? - findet hier ihr klägliches Ende.

Vorwort 17

Provinzielle Gesetzgeber legten so wenig Vernunft an den Tag, daß sie - mit einer Ausnahme - Fristen für Aufbewahrung von Meldeunterlagen nach Tod oder Wegzug eines Bürgers dekretierten, ohne daß irgendwo die Landes-Rechtsaufsicht eingriff. Nach Ablauf von 20 (DDR), 30 (Berlin), 35 (Hessen), 75 (Schleswig-Holstein), sonst 50 Jahren sollen Meldekarten zerstört werden. Das schlägt sofort gegen die Opfer von Krieg, Verfolgung und Vertreibung zurück. Hamburg, dessen alte Meldeunterlagen 1945 im Bombenfeuer verbrannten, geht positiv voran, indem das Amt für zentrale Meldeangelegenheiten seither ohne Zerstörung die personengebundene Forschung fördert. Einige Städte veranlassen immerhin die Abgabe dieses Materials an ihre Stadtarchive; das Landeseinwohneramt Berlin legt ab und an Material mit einem Menschenalter Verspätung im Landesarchiv ab. Mindestens so prohibitiv wie die Meldegesetze wirkt auch Nachlässigkeit bei den Standesämtern, die oft und gegen das Gesetz die Rückmeldung von Todesdaten an das zuständige Geburtsregister unterlassen. Behebt die BRD nicht diese unwürdigen Zustände, die den Vorwurf des Täterschutzes begünstigen, bleibt ihr die Gemeinschaft der Kulturstaaten und Standorte der - historischen - Wissenschaft versperrt.

Vermutlich handeln Verweigerer - abgesehen vom tröstlichen Gefühl der eigenen Macht und Bedeutung - mit einer psychologisch zu erklärenden Motivation, nämlich unter dem Zwang einer Emotion, die den etwa vorhandenen klaren Verstand trübt. Es ist der Neid auf Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens, weil ein Lexikograph diese, zumindest geistig, für das Gedächtnis der Nachwelt rettet. Solche Chance, postum wirkend "weiterzuleben", hat kein Bürokrat der Verwaltung, Richter inklusive.

Der angebliche "Datenschutz" war nur geeignet, NS-Täter vor Ermittlung zu schützen. Im Kulturbereich liquidiert er die postume geistige Präsenz und historische Existenz von Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens und rottet ihr Andenken gegen jeden bürgerlichen Anstand aus.

PS. Alle Verweigerer stehen im Text mit Namen, damit sie ihrer Verantwortung gegenüber Dienstherren und Offentlichkeit nicht ausweichen, sich nicht in Anonymität verkriechen können.

Hinweise zur Benutzung

Die sogenannte "neue" Rechtschreibung widerspricht der Bildung und Neigung des Autors, weil sie von "Reformern" ohne Gehör erfunden und von unzuständigen und unfähigen Kultusministern per Dekret von oben "verordnet" ist und man Anfängen wehren muß, sonst kommt es dahin, daß der Staat demnächst wieder die musikalische Textfassung bestimmt. Ein Kotau vor dem Ausland und den inländischen Legastheni- kern, typisch deutsch, erübrigt sich.

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Die Personenartikel sind einheitlich aufgebaut:

a) Namen und Vornamen, bei Pseudonymen Verweis auf den bürgerlichen Namen. - b) Lebensdaten. - c) Biographisches. - d) politi- sche Mitgliedschaften und Funktionen. - e) chronologische Auflistung vor allem der nach 1945 verschwiegenen Werke, Kompositionen oder Schriften mit Rezensionen und Textbeispielen, bei Anthologien mit Inhaltsangabe. Fortlaufende Numerierung in Klammer ( ) bezieht sich auf mehrere Ereignisse am selben Datum; dieses steht in der Zeile oberhalb von (1). - f) Selbstaussagen oder Zitate politischer Art, Bemerkungen. - g) Information über ergänzende Lexikographie, Korrekturen, Probleme der biographischen Quellensicherung und Archivmängel.

Fettsatz hebt bedeutsame Werktitel hervor; Kursivsatz kennzeich- net Kommentare, Erläuterungen und (in Zitaten eingeklammerte) Zusätze des Autors; in Zitaten stehen beide Satzformen wie im jeweiligen Original.

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So nicht anders angegeben, stammen Übersetzungen von Zitat- texten in Amerikanisch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Russisch und Schwedisch von Fred K. Prieberg.

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Abkürzungen

Aufgelistet sind Abkürzungen im Text außerhalb von Zitaten [ ] = Verlagsangaben

Ad)

AdK

ADMV AdR [AF] [Afa] AH [AH] [Ai] AJM

[Ak]

[Al]

AM AMdRMK AMZ

AO

Alt(stimme)

Ausland, Abt. des RMVP

Eduard Alert, Berlin-Hoppegarten

Archiv der Berliner Philharmoniker e. V. im Staatlichen Institut für Musikforschung Berlin

Abteilung

Archives du Centre de Documentation J uive Contemporaine, 17, Rue Geoffroy-I'Asnier, Paris 4.

Bedeutendes Material über den antisemitischen Komplex der NS-Kulturpolitik, besonders aus Provenienz des Amts Rosenberg.

Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, 37214 Witzenhausen 1.

Aufschlußreiches Material - Dokumente, Korrespondenz, Aufzeichnungen, Sekundärliteratur - auch über Jugendmusik und ihre Köpfe.

Archiv der Akademie der Künste, Robert Koch-Str. 10,

10112 Berlin.

Wichtige Sammlung zum Bereich Jüdische Kulturbünde - diese mit Findbuch - und jüdische Musikemigration, ferner Personalakten von Mitgliedern der Akademie, Bereich Musik, und zahlreiche Nachlässe und Sammlungen zur Musik nebst Bestandsverzeichnis.

Allgemeiner Deutscher Musikverein

Archiv der Republik siehe: ÖStA.

Adolph Fürstner, Berlin

Afa-Musikverlag H. Dünnebeil, Berlin

Adolf Hitler (in Verbindung mit SS-Leibstandarte AH)

Alfons Holzschuh, Ravensburg

Josef Aibl, Musikverlag, Wien

Archiv der Jugendmusikbewegung, Rosenwall 16,

38300 Wolfenbüttel.

Reiches Material zur Geschichte der Jugendmusikbewegung und ihrer Köpfe, Textpublikationen, Liedanthologien, Schulmusikbücher vor und nach 1945. Dazu detailliertes umfangreiches Findbuch mit Register von Personen, Orten und Gegenständen.

Akla-Musikverlag, Erich Plessow, Berlin

Albers Musikverlag, Berlin-Lichterfelde-Ost

(amtlicher) Armeemarsch

Amtliche Mitteilungen der Reichsmusikkammer

Allgemeine Musikzeitung

Auslandsorganisation der NSDAP, Dachorganisation für die im Ausland lebenden Parteimitglieder.

Abkürzungen 20

[AO] Joh. Andre, Offenbach

AP Archiv Prieberg. Hauptsächlich biographisches Material, originale Korrespon- denz mit Musikschaffenden nach 1945, zahlreiche Partituren und Noten, Sammlung von über 2000 Musiker-Karten (Kopien) aus der NSDAP-Mitgliederkartei der NSDAP. Das Gros der im Archiv-Inventar im Detail verzeichneteten Schriftdokumente anderer Provenienz ist hier in Kopie oder auf Mikrofilm gesichert. AP befindet sich seit August 2005 als Legat in Obhut des Instituts für MW der Universität Kiel und kann nach Erschließung dort benutzt werden.

[Ar] Arcadia-V, Berlin

AR Artillerieregiment

ARR Amt Reichsleiter Rosenberg

[aS] MV am Schubertring, Wien

[AS] Arwed Strauch, Leipzig

[Ass] Hermann Assmann, Burscheid

[Au] A. Auers Musik- und Buchverlag, Stuttgart

aufgez. aufgezeichnet

[AV] Apollo-Verlag Paul Lincke, Berlin

[AW] Astoria-Verlag (Emil W. Maas), Wien

[AWM] Astra-Verlag Walter Meyer, Berlin

B Baß

[B] Bärenreiter-Verlag, Karl Vötterle, Kassel-Wilhelmshöhe [Ba] C. R. Bahar, Berlin (Edition Baltic)

BA Bundesarchiv Berlin. Postfach 450569, D-12175 Berlin

(Finkensteinallee 63, D-12205 Berlin).

Bestände mit vielen Musikbezügen, besonders:

Neue Reichskanzlei (R 43 II)

Persönlicher Stab des Reichsführers-SS (NS 19 neu) Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (R 3) Reichsprotektor in Böhmen und Mähren (R 30)

Deutsche Arbeitsfront/Arbeitswissenschaftl. Institut mit Presseauswertung, auch zu Musik, 13 Findbücher (NS 5 VI) Kanzlei Rosenberg (NS 8)

Persönl. Adjutantur des Führers und Reichskanzlers (NS 10) Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS- Schrifttums (NS 11)

Hauptamt für Erzieher/Reichswaltung des NSLB (NS 12) ARR, Kulturpolitisches Archiv/Amt Musik (NS 15) Reichspropagandaleiter der NSDAP (NS 18)

SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Ahnenerbe" (NS 21) Reichsorganisationsleiter der NSDAP (NS 22)

Hauptarchiv der NSDAP (NS 26)

Hitler-Jugend (NS 28)

Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30, Findbuch) Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55; 2 Findbücher, eines speziell für Abt. T, Prüfung und

Abkürzungen

21

Bar [Bav] [B&B] BBF

[B&C] BDC

[Be] bearb. [BF] [BG] [BH] [B&H]

Beurteilung von Werken, doch kaum brauchbar) Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (R 4901)

Reichskulturkammer (R 56 I, R 56 II)

Reichskartei der NSDAP (3100), Gau-/Ortsgruppenkartei der NSDAP (3200; beide auf Mikrofilm)

Archiv des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (ZB; zunächst in Berlin-Hoppegarten)

Von historischer Wichtigkeit sind, wo im jeweiligen Bereich ausgefertigte Dokumente zu einem bestimmten Betreff fehlen, Gegenstücke in anderen Bereichen oder zu weiterer Veranlassung dorthin abgegebene Dokumentkopien. Nachweise für Rund NS sind hier hinter dem Querstrich, also vor der Ordnernummer, durch eine Leerstelle aufgelockert. Die zuvor in den Abteilungen Bonn, Potsdam (ehedem Zentrales Staatsarchiv der DDR) und Berlin (ehedem Berlin Document Center) verstreuten Bestände R = Reich und NS hat man 1996/97 nach Berlin-Lichterfelde umgelagert. Obwohl die Arbeit an diesem Handbuch Jahrzehnte währte, sind Standorte und Bestandssignaturen möglichst aktualisiert.

Der zum BA gehörige Bestand ZB enthält u. a. zahlreiche Dokumente zu Musikbelangen aus dem RSHA.

Alle Namensakten, wo nicht anders vermerkt, stammen aus dem Bestand Reichskulturkammer. Die Bezeichnung bezieht sich stets auf den dargestellten Musiker. Verblieben im Text als Quelle BA-Bestände - z. B. NS 8, 12, 15, 19, 26, 30 - bzw. Aktenstücke ohne Paginierung, so fehlte diese zur Zeit der Recherche noch.

Bariton

Bavariaton-V, Berlin

Ed. Bote & Bock, Berlin

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Archiv, Warschauer Str. 34-38, 10243 Berlin.

Zum Archivbestand gehören u. a. wichtige Personalunterlagen zahlreicher Musiklehrer aus Preußen (Ostpreußen, Pommern und Schlesien).

Bosworth & Co, Leipzig

Berlin Document Center.

Dieses von der US-Besatzungsmacht angelegte und betreute Dokumentenzentrum gab bis 1995 den gesamten Bestand an das BA und andere Staatsarchive, auch Landesarchive ab. Albert Bennefeld, MV, Berlin

bearbeitet

Georg Bratfisch, Frankfurt a. d. O.

Dr. Josef Butz, Bad Godesberg

Anton J. Benjamin, Hamburg, dann Leipzig

Breitkopf & Härtel, Leipzig

Abkürzungen

22

[Bi] [BK] [BKV] [B&K] [BL] [B&M] [Bo] [Boc] [BP] BR BRD Brückner/ Rock

[B&S] BStB

Richard Birnbach, Berlin

H. Bohne, Konstanz

Berliner Konzert-Verlag Erich Zielke, Berlin-Steglitz

Bischof & Klein Verlag, Lengerich

Benjamin, Leipzig ("arisiert" von Sikorski)

Boysen & Maasch, Hamburg

Boosey & Hawkes, London (Filiale Leipzig bis 1939) Boccaccio MV, Richard Birnbach, Berlin

St. A. Braun-Peretti, Bonn

Bayerischer Rundfunk München (bis 1934, nach 1945) Bundesrepublik Deutschland

Judentum und Musik. Mit dem ABC jüdischer und nichtarischer Musikbeflissener (München, 1935; ?1936, °1938).

Das erste antisemitische Musikerlexikon, das zwar ein aktuelles politisches Postulat erfüllte, doch bis zuletzt von Fehlern wimmelte.

Anton Böhm & Sohn, Augsburg

Bayerische Staatsbibliothek. 80539 München, Ludwigstr. 16 (Alle Bücher der BStB weist der Online-Katalog "OPACplus" nach).

Außer den damals fortlaufend eingestellten Musikausgaben verfügt die BStB über die Archiv-Bestände des Zentralverlages der NSDAP Franz Eher Nachfolger, etwa 500 Titel mit den Signaturen Mus. pr. 89.141 - 89.208, sowie 4 Mus. pr. 89.1231 - 89.1439. Zahlreiche Nachlässe betreffen Musiker. Bellmann & Thümer, Waldheim

Bataillon

Burckhardthaus-Verlag GmbH, Berlin-Dahlem Beboton-Verlag, Berlin (= ab 1937 Sikorski) Celesta-Musikverlag A. Koschke, Berlin

Carmen-Verlag, Berlin-Steglitz

Capitol-Verlag Berlin.

W. Crüwell, Dortmund (Olpe) und Breslau

Carl Haslinger, Wien

Chor

A. Cranz GmbH, Leipzig

Carl Meyer/ Gustav Prior, Hannover

Colosseum, Berlin-Charlottenburg

Carl Rühle-MV, Leipzig

Crescendo-Theaterverlag, Berlin

L. Doblinger (Ludwig Herzmansky), Wien

G. Danner Verlag, Mühlhausen/ Thüringen

Deutsche Arbeitsfront

Deutsche Allgemeine Zeitung

Deutsches Bühnenjahrbuch, jährlich

Deutsche Bühnenkorrespondenz

Der braune Musikverlag Inh. Carl Seitz, Berlin

Verlag Deutsche Christen, Weimar

Abkürzungen

23

DDFL Dd)

DDR Dgt. DHB [Di] [DJ] [DJ V] [DK] [DL] [DM] DMK

Das Deutsche Führerlexikon 1934-35

Die deutsche J ugendmusikbewegung in Dokumenten ihrer Zeit von den Anfängen bis 1933. Hrsg.: Archiv der J ugendmusik- bewegung e. V., Hamburg (Wolfenbüttel, 1980).

Ein Abriß der Vorgeschichte bis 1933, nur etwas wortkarg, je näher der Termin der "Machtübernahme" rückt.

Wichtige Kurzbiographien auf S. 1008-1024, über Konrad Ameln, Richard Baum, Walter Blankenburg, Albert Braunstein, Hermann Braunstein, Wilhelm Ehmann, Heinrich Eppinger, Hermann Erpf, Walter Erzgraeber, Oskar Fitz, Hermann Fuhrich, Rolf Gardiner, Carl Gerhardt, Walter Gerwig, Werner Gneist, Georg Götsch, Karl Gofferje, Hans Grischkat, Grete Hahn, August Halm, Carl Hannemann, Peter Harlan, Günter Hellwig, Olga Hensel geb. Pokorny, Walther Hensel, Reinhold Heyden, Paul Hindemith, Hilmar Höckner, Adolf Hoffmann, Hans Hoffmann, Silvester Hohmann, Wilhelm Hopfmüller, Fritz Jöde, Herbert Just, Georg Konrad Kallmeyer, Wilhelm Kamlah, Ludwig Kelbetz, Hans Klein, Armin Knab, Ernst Lothar von Knorr, Walther Lipphardt, Martin Luserke, Gerhard Maasz, Karl Marx, Hans Mersmann, Walter Merzdorf, Felix Messerschmid, Hermann Moeck, Richard Möller, Helmut Mönkemeyer, Joseph Müller-Blattau, Klemens Neumann, Ekkehart Pfannenstiel, Hermann Pfautz, Richard Poppe, Walter Pudelko, Th. Herman Reichenbach, Walter Rein, Fritz Reusch, Erwin Schaller, Berhard Scheidler, Ernst Schieber, Max Martin Schlensog, Fritz Schmidt, Hinrich Schumann, Gerhard Schwarz, Adolf Seifert, Heinrich Spitta, Alfred Stier, Walter Sturm, Kurt Sydow, Robert Treml, Wilhelm Twittenhoff, Karl Vötterle, Erich Vogelsang, Theodor Warner, Ludwig Weber, Helmut Weiss, Gustav Wirschung und Eduard Zuckmayer.

wo diese Persönlichkeiten das Kriegsende überlebten, reichen die Angaben über 1945 hinaus; über politische Funktionen oder engagiertes Musikschaffen im NS-Staat fällt nicht einmal eine Andeutung.

Deutsche Demokratische Republik (1949-89)

Dirigent

Deutscher Handlungsgehilfen-Bund

Dionysos-Verlag, Margarethe Thulke, Berlin

Eugen Diederichs, Jena

Deutscher J ugend-Verlag, Berlin

Dreiklang-Drei Masken Verlag, Berlin

D. Domkowsky (Robert Wächtler), Leipzig

Joh. Dennerlein, Bayerischer MV, München

Deutscher Musikerkalender, Jg. 1933 bis 1944, ab Jg. 64 (1942) hgb. im Auftrag der RMK

Dieses nicht mehr vollständig in deutschen Bibliotheken vorhandene Standardwerk gibt mit staunenswerter Vollständigkeit Wirkungsorte, Funktionen und Adressen der

Abkürzungen

24

DML

DMMZ DNML DNVP

DÖW

DRA

DRPOoH

DSB [DSB] DSBZ DtidS [DT]

[Dt. MV in der NSKG] DTV

[DV] DVFP [DVG] [DVV] [DVW]

Musikschaffenden an, zunächst als Hesses Musikerkalender. E. H. Müller, Deutsches Musiker-Lexikon (Dresden, 1929) Der Autor vermerkte Wohnadressen und Religionszugehörig- keit der Dargestellten nach deren Angaben; wenige Jahre später erleichterte dies die Verfolgung der sich als "mosaisch" bekennenden Musiker.

Deutsche Militär-Musiker-Zeitung

Alfred Einstein, Das neue Musiklexikon (Berlin, 1926) Deutschnationale Volkspartei

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien, Wipplinger Str. 6-8 (Altes Rathaus).

Deutsches Rundfunkarchiv. D-60320 Frankfurt am Main, Bertramstr. 8, und D-14482 Potsdam-Babelsberg, Marlene- Dietrich-Allee 20.

In Frankfurt sind u. a. die erhaltenen Tonaufnahmen archiviert, sowohl Mitschnitte von Musikveranstaltungen wie Umschnitte von Schallplatte und Rundfunkproduktionen, neuerdings vielfach schon digitalisiert. Es handelt sich um einen bislang für die Forschung wenig genutzten Bestand. Dazu ein lückenhaftes unzureichendes Findbuch "Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Verzeichnis der Tondokumente (1933-1945)" (Potsdam, 2000), in dem Titel mit BOO-Nummern fehlen. Mehrere Signaturen unter einem Titel betreffen unterschiedliche Interpreten bzw. Besetzungen. Da hier nur die zur Identifizierung der Tondokumente nötigsten Angaben gemacht sind, empfiehlt es sich, wegen Information über Urheber, Datierung, Aufführung, Text, Besetzung und Interpreten im Handbuch "Deutsche Musiker 1933-1945" nachzuschlagen. Altershalber weisen die Tondokumente natürlich erhebliche Qualitätsunterschiede auf. "Distinguished Research Professor of History", von Universitä- ten in USA und Canada vergebene titelgleiche Ehrung für akademische Lehrer, nicht laufend nachgeprüft, daher ohne Belang; em. = emeritiert, emeritus.

Deutscher Sängerbund

Verlag des Deutschen Sängerbundes, Berlin

Deutsche Sängerbundes-Zeitung (vor und nach 1945) Deutschlandsender

Musikverlag Deutscher Ton, Walter Noack, Berlin-Karlshorst, 1940 Berkenbrück

Deutscher Musikverlag in der NSKG

Deutscher Tonkünstler-Verband

Deutscher Verlag für Musik, München Deutsch-Völkische Freiheitspartei

Danziger Verlagsgesellschaft, Danzig

Deutscher Volksverlag, Dr. E. Boepple, München Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien

Abkürzungen

29

[E] [EA]

EA [EB] [EBr] [LEc] [E&C] [EfB] [EG] [EHB] [EHP] [EI] [EK] [EKB] [EL] [EIK] [E&L] [EM] [EMe] [EMz] [EP] ERR [ES] [ESt] [Eu] [LEW] [EWM] F

FA

FA2

FAD [FB] [FF] [FK] [FL] FIHKdtr [FM]

Carl Engels, Mülheim/ Ruhr

Edition Accord, Verlag und Vertrieb für Internationale Musik, Berlin

Erstaufführung

Edition Bloch, Berlin

Edition Bristol AG, Wien

Echo MV, Berlin

W. Ehrler & Co, Leipzig

Efi-Ton-Verlag, Berlin

Edition Gabriel, Berlin

Erik Heinrich Becker, Wuppertal-Barmen

Edition Huhn, Potsdam

Edition Intro, Berlin

Ernst Klett, Stuttgart

Elli Krause (E. K. B.), Braunschweig

Rudolf Erdmann & Co, Leipzig

Elka-Verlag, Köln

Enßlin & Laiblin, Reutlingen

Edition Metropol, Martha Czichon, Berlin

Edition Meisel & Co, Berlin

Carl Elbling, Mainz

Edition Paoso, Pasing

Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg

Eugen Schneider, Ludwigsburg

Edition Standard, Berlin

Ernst Eulenburg, Leipzig

Edition Wipermo, Berlin, Augsburg

Emil W. Maass, Wien

Film, Abt. des RMVP

Frank/Altmann, Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon. Für Musiker und Freunde der Musik, begründet von Paul Frank. Neu bearbeitet und ergänzt von Wilhelm Altmann (Regensburg 141936, unveränderter Neudruck Wilhelmshaven '°1971) Der Herausgeber der Ausgabe '*1936 vermerkte regelmäßig, wenn ein Künstler "Frontkämpfer" war, oft auch den Offiziersrang; dies bedeutet mehr als die Mitteilung, jemand habe wegen Kriegsdienst Jahre seiner künstlerischen Entwicklung verloren. Er, selber "Halbjude", verzichtete jedoch auf Kennzeichnung von Musikern als jüdisch.

idem, 2. Teil, Ergänzungen und Erweiterungen seit 1937 (Wilhelmshaven, 1974)

Freiwilliger Arbeitsdienst

Fidelio-Verlag Arthur Orth, Berlin

Friedrich Friede, Berlin-Tegel

Sudetendeutscher Verlag Franz Kraus, Reichenberg

Robert Forberg, Leipzig

Fliegerhorstkommandantur

Fritz Müller (Süddeutscher Musikverlag), Karlsruhe

Abkürzungen

26

[For] [FP] [Fr] FrCh [FS] FSt.

gemcCh Gerigk/ Stengel

GG GG [GH]

Musikverlag Fortuna, Heydebreck, OS.

Neuer Münchner Musikverlag Franz Pollak

F. W. Fröhlich, Berlin

Frauenchor

F. Schubert jr., Leipzig

Funkstunde

Faunton, Berlin

Feldwebel

Gloria Musikverlag Wilhelm Lenz, Berlin/ Frankfurt a. M. Gustav Bosse, Regensburg

Genossenschaft Deutscher Tonsetzer

vor 1933 und nach 1945 Gesellschaft für Verwertungsrechte der Musikurheber

gemischter Chor

Lexikon der Juden in der Musik. Mit einem Titelverzeichnis jüdischer Werke. Zusgest. i. A. der Reichsleitung der NSDAP (Veröffentlichungen des Instituts der NSDAP zur

J udenfrage, Band 2. Berlin, 1940, 12.-14. Tsd., 1943) Dieses von Musikwissenschaftlern erarbeitete parteiamtliche Denunziationslexikon erschien erst, als die "Judenfrage" schon weitgehend beantwortet und die "Endlösung" vorbereitet war. Generalgouvernement (im besetzten Polen)

Grundgesetz

E. Grossmann, Hamburg-Altona

GI des DNTGeneralintendanz des Deutschen Nationaltheaters, Dienstakte,

[GL] [GIB] [GM] GMD [Goe] [G&P] [GR] [Gri ] [GrL] [GrM] [Gru] [G&S] GSA

Thüringisches Hauptstaatsarchiv, 99423 Weimar, Marstallstr. 2 W. Gebauer, Leipzig

Globus-Verlag, Berlin

E. Grosch, Mannheim

Generalmusikdirektor

Franz Goerlich, Breslau

Göbel & Pach, Breslau

G. Richter, Leipzig

Joh. Gross, Innsbruck

Philipp Grosch jr., Leipzig

Grosch, Mannheim

Grunert, Leipzig

F. W. Gadow & Sohn, Hildburghausen

Geheimes Staatsarchiv, 14195 Berlin, Archivstr. 12-14. Dokumente zur Preußischen Staatsoper und zur Finanzierung des Berliner Philharmonischen Orchesters.

Gloria-MV, Werner Lenz, Frankfurt am Main, Berlin Günther Wolff, Plauen

Haushalt, Abt. des RMVP

Hochstein & Co, Heidelberg

Harth, Großdeuben bei Leipzig

Hauptabteilung, Hauptamt

F. W. Haake, Bremen

Abkürzungen

27

HAbt [HaK] [Hal] HarM [HB] [H&C] [HD] HdK

[He] [HeL] [HF] [HG] [HH] [HHB] [Hi] [HiB] [HK] [HL] HM [HM] [Ho] [Hoc]

[HoK] [HÖöM] [HP] [HT] [Hu] [HV] [HVA] [HW] [Hy]

[HZ] [IB] IfZ

Handschriftenabteilung in Bibliotheken

Musikverlag Harmonie, Konstanz

Fr. Hanemanns MV, Iserlohn

Harmoniemusik (nur in Besetzungsangaben) Harmonie-Verlagsgesellschaft, Berlin-Halensee

Gebr. Hug & Co, Leipzig

Josef C. Huber, Diessen

Hochschule (Universität) der Künste, Hochschulbibliothek, Abt. Musik und darstellende Kunst, Archiv (jetzt: UdK).

Die UdK verfügt über 16 Nachlässe und Teilnachlässe, 90 Sammelmappen und 10 Kartons mit Material über Persönlichkeiten des Berliner Musiklebens, im Bereich Allgemeines/Geschichte Dokumente aus der Sektion Musik der Preußischen Akademie der Künste, ferner zur Kgl. Hochschule für Musik und dem 1922 begründete Seminar für Musikerzie- hung, sowie dem Stern "schen Konservatorium, schließlich über Autographe von Boris Blacher und Franz Schreker. Helvetia, Berlin

J. H. Heise, Freyburg/Unstrut und Laucha Hofmeister-Figaro-Verlag, Wien

Verlag Rudolf Hack, Göttingen

Hampe (Musik-Hampe), Hannover

H. F. Hennig, Berlin

Max Hieber, München

Heinrich Hiob, Berlin-Lankwitz

Wilhelm Halter, Karlsruhe

Musikalienverlag W. Huhn, Lüdenscheid, ab 1939 Berlin Heeresmarsch, Heeresmärsche

Heinrichshofen-Verlag, Magdeburg

Friedrich Hofmeister, Leipzig

Paul Hochmuth (Deutsche Kultur-Wacht, Propaganda-Verlag), Berlin

Heinrich Hohler, Karlsbad-Donitz

Höfling, München

Friedrich Hänssler, Plieningen

Matthias Hohner, Trossingen

A. Huhle, Dresden

Hausen Verlagsgesellschaft, Saarlouis/Saarlautern Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg

Joh. Hoffmanns Wwe., Prag

Verlags-Anstalt Hymnophon (Hermann Augustin & Sohn), Berlin

Helbling, Zürich

Verlag Ed. Intro, Berlin

Institut für Zeitgeschichte, Archiv, München

Es verfügt u. a. über eine Sammlung von Biographien emigrierter Künstler, darunter zahlreiche Musiker, ferner - auf Mikrofiche - eine von den National Archives, Washington,

Abkürzungen 28

übernommene Liste von 1936/37 mit den Namen der für den Rundfunk gesperrten bzw. mit Sondergenehmigung arbeitenden Künstler, darunter zahlreiche Komponisten, Instrumentalisten und Sänger (Signatur: 4/8-3/13, OMGUS); ferner Material aus dem ARR, Hauptamt Wissenschaft, auf Mikrofilm aus dem YIVO-Institut New York, so (Signatur: MA 141) Zeitungsartikel, Korrespondenzen, Manuskripte, etc. von und mit Hochschullehrern, 1934-1944, auch Musikologen, weiterhin (Signatur: MA 116) Korrespondenzen des ARR mit der Parteikanzlei, eigene Gutachten und solche des NSD- Dozentenbundes anläßlich von Berufungen, Ernennungen, Ehrungen, 1941-1944, auch von Musikwissenschaftlern. Internationale Gesellschaft für Neue Musik

IR Infanterie-Regiment

[IR] Iris-Musikverlag, Recklinghausen

Jantzen I Hinrich Jantzen, "Namen und Werke. Biographien und Beiträge zur Soziologie der Jugendbewegung". Bd. 2, Frankfurt/M. 1974.

J antzen Il wie zuvor, Bd. 3, Frankfurt/ M. 1975.

J antzen III wie zuvor, Bd. 4, Frankfurt/ M. 1977. J antzen IV wie zuvor. Bd. 5, Frankfurt/ M. 1982.

Sämtliche Jantzen-Bände sind nicht empfehlenswert, weil sie Selbstfreisprüche der Dargestellten unkritisch weitertragen. Julius Bauer, Braunschweig

Jh Jahrhundert

UL] Otto Junne, Leipzig

[Jü] K. Jüterbock & Co (Willy Kohl), Königsberg i. Pr.

JZ] Johann Zientner, Augsburg

K. kommissarisch(-e, -er)

[K] Georg Kallmeyer, Wolfenbüttel

[KaD] Musikhaus Hermann Kanitz, MV Donauquelle, Donaueschingen

Kater I M. H. Kater: Carl Orff im Dritten Reich ("Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte" XLIII, 1, Januar 1995).

Kater II Michael H. Kater: Die mißbrauchte Muse. Musiker im Dritten Reich. München-Wien, 1998. Dieser Titel eines Autors ohne musikgeschichtliche Ausbildung und Kenntnisse steckt voller falscher Tatsachenbehauptungen und schadet dem Ansehen der Forschung.

Kater III Michael H. Kater: Komponisten im Nationalsozialismus. Acht Porträts. Berlin, 2004. Dieser Titel eines Autors ohne musikgeschichtliche Ausbildung und Kenntnisse steckt voller falscher Tatsachenbehauptungen und schadet dem Ansehen der Forschung.

[Kaw] Kawi-Verlag Karl Wilke, Berlin-Wilmersdorf

[KB] Kamp, Bochum

[KC] C. A. Klemm, Chemnitz

KD "Künstlerdank", Goebbels-Stiftung für Sozialzwecke zugunsten

der Künstlerschaft

Abkürzungen

29

KdF

KDLK KDMK

[Ke] [KF] KfdK [KFU] [KHF] [KK] [KL] KMD [Kö] [KoK] KP [Kr] [K&S] [KT] KVK [KW] KZ [L] LA

LB [LB]

LBA LBI

LdCh

LdBl

"Kraft durch Freude", NS-Gemeinschaft (NSG) innerhalb der Deutschen Arbeitsfront

Im Text ist die Organisation zu NSG "Kraft durch Freude" verkürzt.

Kürschners Deutscher Literatur-Kalender

Kürschners Deutscher Musiker-Kalender (Berlin, 1954)

Das Werk fußt auf Angaben der Dargestellten; diese betrieben politisch absolvierende Selbstdarstellung.

Kellermann, Hohenschäftlarn

E. H. Köhler, Freiburg im Breisgau

Kampfbund für deutsche Kultur (in Zitaten auch "KfDK")

K. F. Ullrich, Berlin

K. H. Frank, Karlsbad-Leipzig

Kommissionsverlag Klein, Kempten

C. F. Kahnt, Leipzig

Kirchenmusikdirektor

Adolf Köster, Berlin-Lichterfelde-Ost

Kollitsch, Klagenfurt

Kulturpersonalien, Abt. des RMVP

Ludwig Krenn, Wien

Fr. Kistner &C. F. W. Siegel, Leipzig

Hans Kessler, Trier

Kriegsverdienstkreuz

MV Johann Kliment, Wien

Konzentrationslager

Henry Litolff's, Braunschweig, ab 1939 Leipzig (= Petschull) Landesarchiv

Landesbibliothek

Robert Lienau, Berlin-Lichterfelde/ Leipzig

Die Firma, die auf dem 1864 erworbenen jüdischen Musikverlag Adolf Martin Schlesinger gründete, legte den "untragbaren" jüdischen Namen im Herbst 1935 ab und firmierte fortan als Lienausche Musikverlage (!). Lehrerbildungsanstalt

Leo Baeck Institute, New York, Archiv.

Information vornehmlich zu emigrierten oder im Reich verbliebenen (jüdischen) Musikern.

F. J. Ewens, "Lexikon des Chorwesens" (Mönchengladbach, 21960)

Autor Franz Josef Ewens bemühte sich, das Wort Emigration zu unterlassen und umschrieb die Flucht Verfolgter derart, daß dem Leser ein harmloses Auslandsengagement oder ein normaler Wohnsitzwechsel vorgespiegelt wird.

Wolfgang Suppan, "Lexikon des Blasmusikwesens" (Freiburg i. Br., 1973) bzw. "Das neue Lexikon des Blasmusikwesens" (Freiburg, ?1988)

Der Musikwissenschaftler Wolfgang Suppan, Jg. 1933, verschwieg oder verfälschte konsequent sämtliche politisch

Abkürzungen

30

[Le] LGKdo

LKrsKdo

[Li] [Lim] [LL] [LöB] LÖUM

MGGS

MGV

[MiD] Mi) uV MilMus

anrüchigen Werktitel; damit täuschte er systematisch über die engen Beziehungen der Blasmusik zu Militarismus und NS- Ideologie hinweg.

C. F. Leede, Leipzig

Luftgaukommando, territoriale Dienststelle der Luftwaffe; 1940 elf im Reich, dann noch sechs weitere. Luftkreiskommando, beim Aufbau der Luftwaffe 1935 hießen so - analog zum Wehrkreiskommando des Heeres - ihre ersten sechs territorialen Dienststellen.

Konrad Littmann, Breslau

Wilhelm Limpert, Berlin

F. E. C. Leuckart, Leipzig

Hermann Löffler, Berlin

Siegfried Lang, "Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert" (Wien, 1986)

Der Autor meidet die Erwähnung politischer Bedingungen. Lucas, Wuppertal

Luftwaffe

Lausch & Zweigle, Stuttgart

Musik, Abt. des RMVP

Ehe dieser Betreff 1938 eine eigene Abteilung erhielt, bearbeitete ihn Abt. T mit.

Edition Majestic, Berlin (= W. Meisel)

Musikabteilung in Bibliotheken

Willi Martin, Nürnberg-Kleinreuth

Maximilian Müller, Berlin, 1939 Wien

Hermann Moeck, Celle

Männerchor

Ministerialdirektor

mündlich...

Alfred Mehner, Leipzig

Edition Meisel, Berlin

"Musik in Geschichte und Gegenwart" (Kassel und Basel, 1949- 1968, 14 Bände)

Das Werk verschwieg, verharmloste oder verfälschte politisch anstößige Sachverhalte und informierte entgegen seinem Titel nicht über Musik im NS-Staat.

Die 2. Auflage ab 1994, die immer noch viele politische Mängel zeigt, ist hier nicht generell mitverwertet.

idem, Supplement (Band 15, 1973; Band 16, 1979; Band 17, 1986)

Männergesangverein

Mitteldeutscher Musikverlag Willy Richter, Döbeln

Musik in Jugend und Volk

Militärmusik (nur in Besetzungsangaben)

Mitteldeutsche Rundfunk-AG., Leipzig (bis 1934)

Musikkorps, Kapelle von Wehrmachteinheiten

Merseburger & Co, Leipzig

Abkürzungen 31

MM Musikmeister (mit Dienstrang Leutnant)

MM2 H. J. Moser, Musiklexikon (Berlin, völlig umgearbeitete ?1943) MNN Münchener Neueste Nachrichten

[Mo] Molitor, Leipzig-Wien

[Mö] F. Mörike (Inh. Hans Gützkow), Stettin

[MöK] Möller, Köln-Deutz

[MöW] Möseler, Wolfenbüttel, nach 1945 Rechtsnachfolger des Kallmeyer-Verlags

[MR] August Mallmann, Recklinghausen

[MS] Metzler, Stuttgart

[MU] Musik-Universum, Berlin-Steglitz

MV Musikverlag, Musikalienverlag

[MVA] Musikverlag Accelerando, Ohrdruf

[MVE] Musikverlag Erato W. Baldamus, Berlin [MVF] Musikverlag Florida, Berlin

[MVH] MV Harmonika, Georg Herrmann, Berlin [MVO] Musikverlag Der Osten, Breslau

MW (mw) Musikwissenschaft (musikwissenschaftlich...) MZ Musikzug, Kapelle einer Parteiorganisation

NL Furt- Wichtiger Bestand der StBB, teils noch in Privathand, zur Zeit wängler Prof. Dr. Andreas Furtwängler, Universität Halle.

[NdM] Verlag Neue deutsche Musik, Leipzig

[NG] Noten-Günther (= Josef Günther), Dresden

[NH] Adolph Nagel, Hannover

NIOD Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie, NL-1017 CA

Amsterdam, Herengracht 474.

Der Bestand DVK bietet reichhaltiges Material zur Musikpolitik der deutschen Besatzungsmacht in Holland mit Hilfe des Departement für Volksaufklärung und Künste 1940-45.

[N)JV] NS-J ugendverlag, München

NL Nachlaß

[nML] Verlag für nationale Musik, Leipzig

NN oder nomen nescio, unbekannt, keine Information oder Namen N. N. nach Erfordernis einzusetzen

Norag Norddeutsche Rundfunk-AG., Hamburg (bis 1934)

NS Nationalsozialismus, Nationalsozialistisch/-e/-er/-es NSBO Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation

NSDAP Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei

NS-Hago Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation

NSKG Nationalsozialistische Kulturgemeinde

NSKK Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps

NSKOV Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung NSLB Nationalsozialistischer Lehrerbund

NSOG Nationalsozialistische Opfergemeinschaft NSRSO Nationalsozialistisches Reichs-Sinfonieorchester

NWDR Nordwestdeutscher Rundfunk, Hamburg (nach 1945) O Ost, Abt. des RMVP

Abkürzungen

32

[0]

[OG] [OH] [LOK] OKH

[ost] ÖStA-AdR

[PB] Pers Pg

[Ph] PH

Louis Oertel, Hannover

Otto Gaumer, Leipzig

Otto Haase, Kamenz

Otto Koch, Rudolstadt

Oberkommando des Heeres

Oberkommando der Luftwaffe

Oberkommando der Wehrmacht

Fritz Oltersdorf, Hameln

Obermusikmeister (mit Dienstrang Oberleutnant)

ohne nähere Angaben (zum Autor von Musik/ Text) Österreichische Nationalbibliothek Wien, Musiksammlung. Der Bestand enthält zahlreiche Musikernachlässe, u. a. einen Teilnachlaß Hans Pfitzner mit reichhaltiger Korrespondenz (Signatur: F 68 Pfitzner).

Ostdeutsche Rundfunk-AG., Königsberg (bis 1934) Orchester, auch in Zusammensetzungen

Oberregierungsrat

Oberste SA-Führung

Otto Stollberg, Berlin

Österreichisches Staatsarchiv - Archiv der Republik, Wien. In diesem Teil des Österreichischen Staatsarchivs liegen Gauakten des Bundesministeriums für Inneres, Wien, so Personalakten auch über Musikschaffende.

Der Bestand Reichsstatthalterei III enthält zahlreiche Musikdokumente aus dem Bereich der Reichsstatthalter Bürckel und Schirach, 1938-1945.

Organisation Todt

Otto oder C. F. Teich, Leipzig

A. Oertel, Würzburg

Fr. Portius, Leipzig

P. Pabst Nachf., Leipzig

Pädagogische Akademie

Personalakte aus dem Bereich Volksbildung

Thüringisches Hauptstaatsarchiv, 99423 Weimar, Marstallstr. 2 Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin (Post über Auswärtiges Amt, 11013 Berlin). Bedeutsame Information von Schnittstellen zwischen Musik und Politik: Berichte der Auslandsvertretungen über Gastspiele deutscher Musiker in ihrem Bereich und das Echo der NS- Musikpolitik im Ausland. Die Bestände sind wegen Kriegsverlust meist lückenhaft.

Arthur Parrhysius, Berlin

Personal, Abt. des RMVP

Parteigenosse

Damalige Schreibpraxis bildete den Plural Pgg, weil das korrekte Pgn schon weiblich besetzt war.

Phöbus-Verlag, Wien

Pädagogische Hochschule

Abkürzungen

33

[PL] [PM] PO [PP] [Pr] [PR]

Pro [PS] PStG [PW]

R

[R] [Ra] RAVAG [RB]

[R&E] [Rei] REM

Rfk RGBl. Rgt, Rgts [RH] [RhW] RIAS RIOD [RK] RKK

RKK Namens- akte...

RLB [RL] RLM [RM] RMI RMK RML

RMLE RMVP [RN] [Ro] [RoW]

Paul A. Preil (PAP), Leipzig

J. Preißler, München

Politische Organisation

Paul Paasch, Florida-Musikverlag, Berlin

Reinhold Prinz MV, Berlin- Neukölln

Paul Raasch (Kolonialliederverlag, MV Neues Deutschland), Berlin

Propaganda, Abt. des RMVP

Paul Schmidt, Berlin

Personenstandsgesetz

P. Westphal, Berlin-Karlshorst

Recht, Abt. des RMVP

Edmund Rachner, Gelsenkirchen

Rather, Leipzig (= Sikorski)

Radio-Verkehrs-AG., ab 1924 der österreichische Rundfunk J. Rieter-Biedermann, Leipzig (zu MV Peters-Petschull "arisiert")

Ries & Erler, Berlin

Gebrüder Reinecke, Leipzig

Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung

Rundfunk, Abt. des RMVP

Reichsgesetzblatt

Regiment, Regiments

Richard Hoppe, Berlin

Rheingold, Wesel

Rundfunk im amerikanischen Sektor (Berlins)

siehe NIOD.

MV Rheingold Karl Jacobs, Koblenz Reichskulturkammer

Nach 1945 von der US-Besatzungsmacht aus der erhaltenen Überlieferung zusammengetragener Mischbestand verschiedener Provenienzen zum Zweck der politischen Beurteilung von Kulturschaffenden, der sich im BA befindet. Keine Paginierung ex post.

Reichsluftschutzbund

W. Reissbrodt, Leipzig

Reichsluftfahrtministerium

Anna Ruthe, Magdeburg

Reichsministerium, Reichsminister des Innern Reichsmusikkammer

Riemann Musiklexikon. Personenteil (Mainz, '?1959) Musikpolitische Sachverhalte sind hier ignoriert.

idem, Ergänzungsband. Personenteil (Mainz, 1972) Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Fred Richter, Naunhof bei Leipzig

MV Rotköpfchen, Berlin

Adolf Robitschek, Wien

Abkürzungen

34

RVgemChe

[RW]

S

SA

[Sa] [Sal] SaxStn. [SB] SBZ

[Sc] [Sch] [Scha] [SchB] [SchD] [SchL] [Sch&C] [S&C] [SD]

SD

Deutscher Verlag Richard Pach, Breslau Reichspropagandaamt/ämter

Reichspropagandaleitung

Reichsparteitag

Regierungsrat

Rudi Roonthal, Köln

Reichs-Rundfunk-Gesellschaft

Reichssender

Reichssendung (als politisch wichtig geltende Programme liefen zeitgleich über alle Sender) Reichssicherheitshauptamt

Reichsschrifttumskammer

Risi-Ton-Verlag, Richard Siedentopf, Berlin Reichstheaterkammer

Robert Rühle, Berlin

Reichsverteidigung, Abt. des RMVP

Reichsverband der gemischten Chöre Deutschlands Rühle & Wendling, Leipzig

Sopran

Sturmabteilung

Musikverlag Saxonia, Dresden

Sander, Leipzig

Saxophonstimmen

MV Sanssouci (Wilke & Co), Berlin

Sowjetische Besatzungszone; von der Roten Armee bei Kriegsende besetztes und verwaltetes deutsches Gebiet bis zur Gründung der DDR 1949.

Musikverlage B. Schotts Söhne, Mainz

Schaeffers, Berlin

Albert Schaper, Berlin

Schlesinger, Berlin

L. Schwann, Düsseldorf

M. Schauenburg, Lahr

Schulenburg & Co, Berlin

J. Schuberth & Co, Leipzig

Franz Suppan, Düsseldorf

Sicherheitsdienst

Süddeutscher Rundfunk Stuttgart (nach 1945)

Oskar Seifert MV, Leipzig

Interpretation des Urhebers (nach Dgt. o. ä.)

Sender Freies Berlin

Sondergenehmigung (in Zitaten)

Musikalienhandlung E. Simon (Inh. Alfred Döring), Stettin N. Simrock, Leipzig (= Sikorski) Staatliches Institut für deutsche Musikforschung, Berlin W. Simon, Kassel

Hans Sikorski Musikverlage (u. a. Benjamin, MV City, Emil Grunert, D. Rahter, N. Simrock), Leipzig

Abkürzungen

33

[SM] SML

[So] [SoV] SPD [SR]

Ss

[St]

[Sta] Stagma (STAGMA) StAr

StBB

[StG] Stiftung

[StL] StMM [St&R] [StS] [StV] [Su] [SuB] Südfunk Suppan |

Serano, München

Horst Seeger, Musiklexikon in 2 Bänden (Leipzig, 1966)

Der Autor erwähnt und kritisiert politisches Fehlverhalten nur, wenn Musiker nach 1945 entweder nicht Bürger der DDR waren oder nicht als Freunde der DDR galten.

Soltanscher Verlag Ferdinand Bischof, Frankfurt a. M. Solisten-Verlag, Wien

Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Sonderreferat Truppenbetreuung beim Reichskommissar Den Haag

Schutzstaffel

Die Abkürzung bediente sich häufig der Siegrune.

Albert Stahl, Berlin

Staufen-Verlag, Göttingen.

1933-45 staatliche Gesellschaft für Aufführungsrechte der Musikurheber

Stadtarchiv

Staatsbibliothek zu Berlin, Musikabteilung, Unter den Linden 8, 10117 Berlin.

Hier befinden sich u. a. 120 Nachlässe, darunter auch von Musikschaffenden wie Hans-Joachim Moser, Ernst Pepping und Friedrich Smend, ferner ein Depositum GEMA mit Korrespondenz der STAGMA, inzwischen auch ein Großteil des Nachlasses Wilhelm Furtwängler.

"Die Deutsche Musiksammlung (...) hat im Krieg einen Verlust von etwa 10% erlitten. Genau wissen wir das nicht, da der bei uns vorhandene Teil wegen der Umstellung in ein Komponistenalphabet (mangels Katalog) nie einer Revision unterzogen werden konnte. Titel, welche die Deutsche Staatsbibliothek als >verlagert< bezeichnet, sind häufig bei uns anzutreffen, die Fälle, daß sie auch hier nicht nachweisbar sind, sind allerdings gar nicht so selten. Sie sind dann als verschollen anzusehen" (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Dr. Helmut Hell, an Fred K. Prieberg, 10/IX/91). MV Siegfried Stanberg, Graz und Wien

Das "Dritte Reich" und die Musik. Hgb. von der Stiftung Schloß Neuhardenberg in Verbindung mit der Cite de la musique, Paris. Berlin, 2006.

Steingräber-Verlag, Leipzig

Stabsmusikmeister (ab 12/1V/38 mit Dienstrang Hauptmann) Steigerwald & Rothaug, Würzburg-Höchberg

Stahlberg, Stuttgart

Steirische Verlagsanstalt, Graz

Sunnwend-Verlag, Leipzig

W. Sulzbach, Berlin

Süddeutscher Rundfunk, Stuttgart (bis 1934)

Wolfgang Suppan: Steirisches Musiklexikon (Graz, 1962- 1966).

Abkürzungen

36

[SV] [SVL] SWF

[Sy] 7

.

[T] [TB] [TD] [ThF] [T&J ] [TL] [TM] [Tr] [Tri] TrK

Selbstverlag

Standarten-Verlag, Leipzig

Südwestdeutscher Rundfunk, Frankfurt (bis 1934; nach 1945 Südwestfunk Baden-Baden, zuletzt Südwestradio). Symphonie-Verlag, München

Tenor

Abt. Theater des RMVP

P. J. Tonger, Köln

Tauentzien MV, Berlin

Thiele & Sohn, Dresden

Theodor Herbert Fritsch jun., Leipzig

Tischer & Jagenberg, Köln

C. F. Teich, Leipzig

Edition To-Ma, Berlin

Trowitzsch, Berlin und Frankfurt a. d. O.

Trio-Verlag W. Moß, Berlin-Tempelhof

Trompeterkorps

Teo-Ton Verlag, Berlin

Verlag Der Turner-Musikant, Heinz Wolfensteller, Leipzig Taunus-Verlag, Hans Lothar Grahl, Frankfurt am Main; Hans Grützner, Bad Homburg

Edmund Ullmann, Reichenberg

Uraufführung

Universitätsbibliothek

Ufaton-Verlagsgesellschaft, Berlin

Überlieferung

Universität der Künste, Berlin; früher Hochschule der Künste Universal-Edition, Wien (ab 1939: Dr. Johannes Petschull) unabkömmlich (für den Wehrdienst)

F. Ullrich, Bad Godesberg

Union, München

Ursendung, Rundfunk-Uraufführung

Verlag

Ludwig Voggenreiter-Verlag, Potsdam

Völkischer Beobachter

Chr. F. Vieweg, Berlin-Lichterfelde

Volksbund für das Deutschtum im Ausland; 1938 unter Leitung von SS-Obergruppenführer Werner Lorenz, zugleich Leiter des Hauptamts Volksdeutsche Mittelstelle beim Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums, Reichsführer-SS Himmler.

Verband Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler (DDR)

Volkseigener Betrieb (DDR)

Verlag für deutsche Musik Paul Lincke (Robert Rühle), Berlin Verwaltungsgerichtshof

Verlag für Jugend und Volk, Leipzig

B. F. Voigt, Leipzig

Abkürzungen

37

[VM] [VNM] [VS] [VV] [VVD] [VVF] [W] WASt

[WB] [WBo] [W&C] [WD] WDR [WE] Werag WFA

ZKNSDAP

Jos. Viegener, Münster

Verlag für Neudeutsche Musik, Leipzig

Ludwig Vahlberg, Stuttgart

Völkischer Verlag Reinhold von Hunnius, Stettin

Völkischer Verlag, Düsseldorf

Volkstümlicher Verlag Margarethe Frisch, Chemnitz

Otto Wrede (Regina-Verlag), Berlin (Wehrmachtauskunftstelle) Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der deutschen Wehrmacht

Otto Wernthal, Berlin-Lichterfelde-Ost

Wiener Boheme-Verlag, Berlin

Wilke & Co (Sanssouci), Berlin

Wildts MV (Inhaber Franz & Josef Wildt), Dortmund Westdeutscher Rundfunk, Köln (nach 1945)

Willi Webels, Essen

Westdeutsche Rundfunk-AG., Köln (bis 1934) Wilhelm-Furtwängler-Archiv bei der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.

Enthält Korrespondenzen, Entwürfe, Aufzeichnungen, Adreßbuch, Taschenkalender von W. Furtwängler. Dazu von Mireille Geering ein Register der Briefsammlung.

Wilhelm Hansen, Leipzig

W. Hendriock, Berlin-Steglitz

Winterhilfswerk, als Sozialwerk geplant und propagiert, doch immer mehr zweckentfremdet, so für Kriegsaufgaben des DRK wie Betreuung von Verwundeten.

Weltkrieg (I, II)

Wilhelm Lüdecke, Bismark/ Altmark

MV Willi Müller, Heidelberg

Wachtmeister (Feldwebel in bestimmten Waffengattungen) Willi Pinkert, Berlin

Westpreußen

Völkischer Verlag W. Uttikal, Breslau, bis 1933 Steinberg& Uttikal

Willy Würges, Köln

Joseph Wulf: Musik im Dritten Reich. Eine Dokumentation (Gütersloh, 1963)

Widukind-Verlag Alexander Boß, Berlin-Lichterfelde

Josef Worall, Wien

Zeitschriftenpresse, Abt. des RMVP

Zimmermann, Frankfurt a. M.

Zeitschrift für Musik

Zentralkartei der NSDAP, zunächst im Berlin Document Center, heute auf Mikrofilm im Bundesarchiv Berlin (Bestand 31XX), ergänzend eine Ortsgruppenkartei (Bestand 32XX). Ausländer, Nichtarier, "nichtarisch Versippte" konnten der NSDAP nicht angehören.

Abkürzungen

38

[ZL] Wilhelm Zimmermann, Leipzig [ZLö] Zell Musikverlag, Lörrach [Zs] P. Zschocher, Leipzig

[ZVNSDAP] Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf., München

Politisches Kalendarium

Häufig standen Ereignisse im Kontext von politischen Gedenk- und Feiertagen, dienten zur Ausgestaltung des "de tempore der völkischen Lebensordnung " (O. Brodde). Zu beachten ist, daß häufig Daten um die Ereignistermine herum, oft schon - als Einstimmung - "Vorabende", für Aufführungen genutzt wurden.

Ein Asterisk (*) im Text kennzeichnet jeweils den möglichen politi- schen Einsatz einer Aufführung, Ehrung oder Publikation, in örtlichem Rahmen auch politische Morgenfeiern, Veranstaltungen von lokalen NS- Organisationen, Kulturtage und Gaukulturwochen der NSDAP.

16/1/1935 Tag der Deutschen Saar

10/1/1920 Danzig wird vom Deutschen Reich getrennt

12/1/1893 Hermann Göring und Alfred Rosenberg, Geburtstag

13/1/1935 Saarabstimmung

17/1/1937 Tag der Deutschen Polizei

18/1/1871 Gründung des 1. Deutschen Reiches

24/1/1933 Ermordung des Hitlerjungen Herbert Norkus in Berlin

28/1/1923 1. Parteitag der NSDAP in München

28/1/1938 Tag der Deutschen Polizei

29/1/1939 Tag der Deutschen Polizei

30/1/1933 Tag der "Machtübernahme"; Mord an SA-Sturmführer Hans Maikowski in Berlin

11/11/1934 "Tag des Rundfunks"

21/11/1937 Heldengedenktag

23/11/1930 Tod von Horst Wessel

24/1l/1920 Verkündung des Programms der NSDAP

25/11/1934 Heldengedenktag

27/1l/1925 Wiederbegründung der NSDAP

1/111/1935 Tag der Heimkehr der Saar; Tag der Luftwaffe 1935

2/1ll/1943 Tag der Luftwaffe 1943

5/1l1/1933 Reichstagswahl mit Wahlsieg der Regierung Hitler

8/111/1917 Graf Zeppelin verstorben

8/l11l/1936 Heldengedenktag (bis 1939 am 5. Sonntag vor Ostern, Reminiscere)

10/111/1940 Heldengedenktag

11/111/1945 Heldengedenktag

12/111 Heldengedenktag 1933 und 1944

13/111 Heldengedenktag 1938 und 1939

13/111/1938 "Anschluß" Österreichs ans Reich ("Heimkehr der Ostmark")

14/111 Heldengedenktag 1943, von Hitler auf den 21/11 verlegt

15/111 Heldengedenktag 1942

16/111 Heldengedenktag (ab 1939 - wenn Sonntag, oder ein Sonntag vor diesem)

16/111/1939 Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren

16/111/1935 Hitler verkündet die "Wehrfreiheit"

16/111 Heldengedenktag 1941

Politisches Kalendarium

40

17/111

19/111 19/11/1936 21/111/1933 21/111/1868 23/111/1933 23/111/1939 21/11

27/11 1/1V/1815 1/1V/1933 9/1V/1865

9/1V/1940

10/1V/1935 10/1V/1938 19/1V/1937

20/1V/1889 21/1V/1918

29/1V/1933 1/V 5/V/1941 6/V/1934 9/V/1937 12/V/1935 13/V/1934

Heldengedenktag 1935

"Tag der Wehrmacht"

Volksbefragung über Hitlers Politik

"Tag von Potsdam"

Dietrich Eckart geboren

Der Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz Eingliederung des Memelgebiets

Heldengedenktag 1943

Tag der Verpflichtung der J ugend

Bismarck geboren

Das Panzerschiff "Deutschland" wird in Dienst gestellt Ludendorff geboren

Der General (1865-1937), Thema und Widmungsträger in mehreren Musiktiteln, prominent in der deutschen "völki- schen Freiheits-Bewegung", beteiligt am Pusch Hitlers in München 1923, gründete mit seiner Frau eine politisch- religiöse Bewegung. Der Bayerische VGH sprach Recht in Sachen Ludendorff-Bewegung:

"(...) Das angeforderte Urteil wird extrem datengeschützt: sowohl der Sektengründer Ludendorff wie auch seine Gattin und die leitenden Funktionäre waren mit dickem Filzstift übermalt. Aber auch die Zeitschrift der Bewegung und sogar der Gott Jahwe waren schützenswerte Persönlichkeiten..." (Frank Flechtmann an F. K. Prieberg, 15/V/93).

Deutsche Landung in Narvik

Zahlreiche Titel feiern diese und die folgenden verlustrei- chen Kämpfe um die nordnorwegische Hafenstadt, den Endpunkt der schwedischen Erzbahn, im April/Mai zwecks Sicherung der Erzlieferungen und Zurückwerfung der Briten. Diese schlossen die deutsche Landegruppe, die 8. Gebirgs- Jäger-Division unter Führung von General Dietl, mit einer Gegenlandung nördlich der Stadt zunächst ein, sodaß Hitler die Aufgabe befahl, zogen sich aber zurück, als Diet! die Landverbindung nach Drontheim herstellte.

Heirat Göring-Sonnemann

Volksabstimmung über die Ostmark

Gründung des NS-Fliegerkorps anstelle des Deutschen Luftsportverbandes

Hitler geboren

Todestag des Jagdfliegers Manfred von Richthofens, von Hermann Göring 1935 zum "Tag der Luftwaffe" bestimmt Gründung des Reichsluftschutzbundes

Maifeiertag

Muttertag

Tag der Saar

Muttertag

Muttertag

Muttertag

Politisches Kalendarium 4]

15/V/1938 16/V/1943 18/V 0.3. 19/V/1935 21/V/1944 21/V/1921

21/V/1935 26/V/1923

28/V/1933 31/V/1916

Muttertag

Muttertag

Muttertag

Erstes Autobahnteilstück F-DA fertig

Muttertag

Eroberung des Annabergs durch Freikorps

Wegen der deutsch und polnisch gemischten Bevölkerung legte der Völkerbund zur Sicherung der Abstimmung französische, britische und italienische Truppen nach Oberschlesien. Um nicht reversible Fakten zu schaffen, ließ der Nationalpole und Reichtagsmitglied in Berlin, Wojciech Korfanty (1873-1939), im Mai 1921 polnische Freischärler einrücken. Die Deutschen wehrten sich mit dem Sturmbataillon Heinz, in dem Schlageter eine Sturmkompanie befehligte. Die Alliierten sahen zu oder stoppten den deutschen Selbstschutz an der alten Grenze zu Polen. Die Abstimmung führte zur Teilung Oberschlesiens. Zahlreiche Musiktitel erinnern daran.

Wehrgesetz

Hinrichtung Albert Leo Schlageters

Zahlreiche Titel feiern den Offizier Albert Leo Schlageter (1894-1923), der im Untergrund Privatkrieg gegen die französisch-belgisch-italienische Ruhrbesetzung führte, welche die nachlassenden Reparationslieferungen an Kohle und Stahl aus dem Versailler Vertrag sichern sollte, und dafür von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt und auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf erschossen wurde. Der NS stilisierte den Rechtsbrecher zum Nationalhelden.

1924 fällte der Staatsgerichtshof Leipzig das Urteil gegen eine Femegruppe, weil sie bei Parchim einen "linken" Volksschullehrer als angeblichen Verräter des "Ruhrkämp fers" viehisch totgeschlagen hatte; der Rädelsführer und Hauptbeteiligte brauchte von der zehnjährigen Zuchthaus strafe nur vier Jahre abzusitzen, da er unter die Amnestie von 1928 fiel. Es war Rudolf Höß, Pg. Nr. 3240.

Sieg der NSDAP bei der Danziger Volkstagswahl Seeschlacht im Skagerrak

Zahlreiche Titel feiern die einzige große Seeschlacht des Wk. I, dieam 31. Mai und 1. Juni 1916 in dem Skagerrak genannten Teil der Nordsee zwischen 37 Großkampfschiffen der britischen Grand Fleet unter Admiral Jellicoe und 21 der deutschen Hochseeflotte unter Admiral Scheer stattfand und ohne Entscheidung endete. Dabei sanken 115.000 Tonnen englischer Schiffsraum, 61.000 deutscher; etwa 10.000 Seeleute verloren ihr Leben. Berlin wertete das als großen Sieg, weil sich die Briten, um Material und Personal zu schonen, zurückzogen.

Politisches Kalendarium 42

17/V1/1922 20/V1/1933

21/VI 21/VI 21/V1/1919

26/V1/1935 27/V1/1937 28/V1/1914 28/V1/1919 1/V11/1934 10/V11/1937 10/V11/1938 10/V11/1939 15/V11/1939 26/V11/1902 30/V11/1898 1/V111/1914 2/VI11/1934

16/V111/1717 19/V111/1934

25/V111/1937 27-29/VIIl/ 1914

Teilung Oberschlesiens

Die NSDAP übernimmt die Regierung der Freien Stadt Danzig

Sommersonnenwende

"Tag der deutschen Jugend"

Admiral von Reuter läßt die von den alliierten Siegern in Scapa Flow sequestrierte deutsche Flotte versenken Mehrere Titel feiern diesen Versuch, den Alliierten diese Kriegsbeute, immerhin 80 Schiffe, zu entziehen.

Andere feiern den Erfolg von Kapitänleutnant Günther Prien, der mit seinem U-Boot am 13. Oktober 1939 unbemerkt in den "völlig sicheren" britischen Heimathafen der Home Fleet, Scapa Flow in Schottland, einlief, das Schlachtschiff "Royal Oak" durch Torpedotreffer versenkte und den Schlachtkreuzer "Repulse" anschoß. Wie alle Helden starb der 33-jährige Ritterkreuzträger verfrüht, nämlich am 7/III/ 41, als sein Boot von britischen Seestreitkräften zerstört wurde.

RAD-Gesetz (macht RAD zur Pflicht), Tag des RAD Deutscher Liedertag

Mord in Sarajewo

Friede von Versailles

Kolonialgedenktag

(16-18/VIl) Tag der Deutschen Kunst, München

Tag der Deutschen Kunst, München

Tag von Tannenberg

Tag der Deutschen Kunst, München

Albert Forster, Gauleiter von Danzig, geboren

Bismarck verstorben

Beginn des Wk. |.

Tod Hindenburgs

Zahlreiche Titel feiern Paul von Beneckendorff und Hindenburg (1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der Armee, Sieger der Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, 1925 zum Reichspräsidenten gewählt, 1932 wiedergewählt; er setzte Hitler am 30/1/33 als Reichskanzler ein.

Prinz Eugen schlägt die Türken bei Belgrad Volksabstimmung zur Bestätigung Hitlers als Staatsoberhaupt

Tag der deutschen Militärmusik

Schlacht bei Tannenberg

Zahlreiche Titel feiern die Schlacht bei Tannenberg, bei der die deutsche 8. Armee unter Generaloberst von Hindenburg zwischen 27. und 29 August 1914 die 2. Russische (Narew-)Armee unter Alexander Samssonow schlug, der den Freitod der "Schande der Niederlage" vorzog. Tatsächlich spielte sich die Schlacht im Raum Hohenstein-

Politisches Kalendarium 43

1/1X/1939 15/1X/1935 18/1X 19/1X 22/1X 27/\X/1939 1/X/1938 1/X

2/X 2/X/1847 3/X

15/X/1933 24/X/1934 28/X/1916 29/X/1897 1/X1/1914 4/X1/1921 9/X1/1923 10/X1/1914

11/X1/1918

Gilgenburg-Ortelsburg-Soldau ab und verlegte den Russen den Weg nach Allenstein. Sie erzwang den Rückzug der nach der Kriegserklärung des Zaren tief in Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen. Die deutschen Militärs benannten sie jedoch nach Tannenberg, um die dortige Niederlage der Deutschordensritter 1410 gegen Polen und Litauer zu kompensieren. Bei Tannenberg entstand, begonnen 1927, ein Monumentalbau als Feierstätte. Überfall auf Polen, Beginn des Wk. II

Nürnberger Gesetze

Tag des deutschen Volkstums 1938

Tag des deutschen Volkstums 1937, 1939

Tag des deutschen Volkstums 1935

Einmarsch der Wehrmacht in Warschau

Eingliederung des Sudetengebiets

Erntedanktag 1944

Erntedanktag 1938

Geburtstag Hindenburgs

Erntedanktag 1937, 1943

Erntedanktag 1936

Erntedanktag 1941

Erntedankfest auf dem Bückeberg

Erntedanktag 1940

Tag der Deutschen Kunst

Die "Deutsche Arbeitsfront" wird Pflichtorganisation

Tod des J agdfliegers Oswald Boelcke

Geburtstag von Josef Goebbels

Hindenburg wird zum Oberbefehlshaber Ost ernannt Gründung der SA

NS-Putschversuch in München; "Tag der Kämpfer" Langemarck-Tag

Zahlreiche Titel feiern einen sinnlosen verlustreichen Sturmangriff des XXIII. Reservekorps bei dem flandrischen Dorf Langemarck in Belgien am 10. November 1914 durch kaum ausgebildete junge Kriegsfreiwillige; nach dem vom Generalstab am 11/X1/14 herausgegebenen Heeresbericht seien sie mit dem Deutschlandlied auf den Lippen gestorben. Der NS baute darauf einen Opfer-Mythos auf: "Was dort in Flandern geschah, als in späten Oktobertagen neunzehnhundertvierzehn mitten im schon regnenden Feuer des Feindes unter dem nächtlichen Himmel, überglüht von wildem in rotem Achatschliff erstarrtem Gewölk, Scharen von jungen Männern aus kaum vertieften Gräben, aus Furchen, von flacher Erde plötzlich emporsprangen und, den Gesang eines brausenden Liedes auf den Lippen, den Sturm gegen die feindlichen Linien trugen, war ein Unvergleichliches" (Rudolf G. Binding).

Waffenstillstand im Wk. I

Politisches Kalendarium

12/X1/1933 Reichstagswahl (Entscheidung für Hitler) 15/X1/1920 Danzig erhält den Status einer "Freien Stadt"

15/XI Tag der deutschen Hausmusik 1937 17/X1/1935 Reichsbauerntag in Goslar

18/Xl Tag der deutschen Hausmusik 1941 19/xl Totensonntag 1939

20/XI Totensonntag 1938

21/XI Totensonntag 1943

22/X| Totensonntag 1936, 1937, 1942 23/XI Totensonntag 1941

24A/X|I Totensonntag 1935, 1940

25/XI Totensonntag 1934

26/XI Totensonntag. 1933, 1944

27/X1/1933 Gründung der NS-Gemeinschaft "KdF" 6/X11/1849 Mackensen geboren

21/XlIl Wintersonnenwende ()J ulfest) 26/X11/1923 Tod Dietrich Eckarts

Lexikonteil

A

A!la!a!Das Kindlein lieget da. Volkslied. In: Singkamerad, Anhang München (1939).

A, a, a, der Winter der ist da. Kinderlied. In: Singkamerad, Anhang München (1939).

Aba Haidschi bumbaidschi, schlaf lange (T: Luise Döbereiner). Wiegenlied aus dem Sudetenland. Vgl. Aber Heidschi bumbeidschi. In: Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Singkamerad, Anhang München (1939); Tut auf das Tor (1939).

ABC, das Kätzchen lief in'n Schnee. Kinderlied, in ganz Deutschland bekannt. In: Lieder des Volkes (61936); Klingend Erbe (1941).

A Baurabüable mag inet. Volkslied aus Schwaben. Vgl. Es Burebüebli. In:

Schwäbisches Liederbuch (41938).

Abel, Bernhard Heil Deutschland. Album für Konzert-Zither, hgb. von Bernhard Abel (1934) [DL].

Abel, Otto

Kirchenmusiker in Berlin (1942) NO 55, Tresckowstr. 36. Kantor und Chordirigent der Immanuelkirche.

Gelegentlich Leiter der Rundfunkspielschar 3 der H]. 14. April 1940:

O. Abel leitet die Rundfunkspielschar 3 im Morgensingen der Jugend,

A 47

Motto "Die Erde braucht Regen" (DtldS/RS Berlin, 14/1V/40). Willi Jahn: Wir traben in die Weite. Kriegslied. Satz: O. Abel. In:

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941).

Droben im Oberland. Volkslied. Satz: Otto Abel.

In:

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941).

Ich bin ein freier Wildbretschütz. Volkslied. Satz: O. Abel. In:

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941).

Ein Tiroler wollte jagen. Volkslied. Satz: O. Abel.

In:

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941).

Abendläuten = Bim, bam, bim, bam!

Abendrot, Abendrot, leuchtest ins Torpedoboot; wie im Schoße der Familie lebten wir auf der Flottille. "Torpedobootslied", zur Melodie "Morgenrot" (Silcher).

Textprobe (2. Strophe):

"Heldenmut, Heldenmut, bei der Nordsee Ebb' und Flut; lief auch mancher mal vom Essen fort und beugt kreidebleich sich über Bord, das wird alles wieder gut".

In:

Liederbuch der SA-Marine (1934).

Abendroth, Hermann Berlin, 9. Oktober 1882 - Bevensen, 5. Februar 1951. Ursprünglich Elektrotechniker, dann Kabarettsänger in Hamburg, "artistischer Vortragskünstler", Texter. Nach 1945 zuletzt in Bevensen. Werke: Couplets, Schlager auf eigene Texte, Tänze und Märsche, so "Sei kein Frosch - und quake nicht" (1937).

Kein Eintrag in ZKNSDAP. RSHA, 6/X11/41: Nachteilige Notierungen (in politischer Hinsicht) liegen nicht vor. Mein Mädel, ade, ich fahre zur See! (T: 0nA). Seemanns-Marschlied, für Gesang und Klavier (1935) [GH]. Knorke-Marsch (DtldS, *21/V/38). In einer kleinen Garnison (eigener T). Soldatenmarschlied (1943) [GH].

Information: FA. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Bevensen, Nr. 25/1951.

Abendroth, Hermann

Frankfurt a. M., 19. Januar 1883 - Jena (DDR), 29. Mai 1956 Sohn eines Buchhändlers; Dirigent, GMD, Städt. Musikdirektor in Köln und Leiter des Gürzenich-Orchesters (Konzertgesellschaft), 1933-1934 Direktor der Musikhochschule Köln, jedoch auf Betreiben des Gauleiters der NSDAP abgesetzt; 1934-1945 in Leipzig Chefdirigent des Gewandhaus-Orchesters, dazwischen - Stand 1938 - am Hessischen Landestheater Darmstadt.

1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. Dann Professor an der Musikhochschule Weimar, Leiter der Thüringischen Staatskapelle, ab 1946 GMD, 1947 in Weimar Musikal. Oberleiter des Nationaltheaters und Direktor der dortigen Musikhochschule, und 1949 Chefdirigent des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig, von dem er 1956 mit einem Mozart-Konzert schied, 1953 auch des Berliner Rundfunk- Sinfonieorchesters. Mitherausgeber von "Der Musikerzieher" [Sc]. Er erhielt 1949 den Nationalpreis der DDR und 1954 den "Vaterländischen Verdienstorden" in Silber und war Mitglied der Dt. Akademie der Künste in Berlin (DDR).

NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.893.094. KfdK. Ab November 1933 Leiter der Fachschaft Musikerzieher und Chorleiter in der RMK (= Fachschaft Ill der Reichsmusikerschaft); Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK. Er leitete nach dem Abgang Ludwig Kormanns im Februar 1935 vorübergehend das Orchester der Kulturpolitischen Abteilung der NSDAP, Kreis Leipzig. 1938 vom Präsidenten der RMK für den Reichskultursenat vorgeschlagen. Staatsrat.

Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die Auslandsstelle der RMK den Dirigenten aus Mitteln des RMVP u. a. für Gastspiele in Aussig und Danzig mit 3.096, 40 RM. 1941 von Gauleiter Sprenger zum Chefdirigenten des Rhein-Mainischen Landesorchesters Frankfurt berufen. Am *30/1/44 erhielt er das KVK II ohne Schwerter. RSHA, 26/V1/44: "Nachteilige Notierungen in politischer Hinsicht liegen nicht vor".

1933 *21. März 1933:

Vor Beginn des 9. Konzerts der Saison 1932/33 dirigiert Abendroth das GürzenichOrch, das "zur Feier der nationalen Erhebung" stehend das Deutschlandlied spielt, während das Publikum begeistert mitsingt (Quelle: "Westdeutscher Beobachter", 25/111/33).

31. März 1933:

Der Leipziger Oberbürgermeister Goerdeler wendet sich an den Kölner Oberbürgermeister Riesen und bezeichnet Abendroth als einzig geeigneten "wirklich deutschen und national empfindenden Kapellmeister" zur Nachfolge von Bruno Walter (Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, Signatur: Best. 46 Nr. 40/4).

11. April 1933:

Dr. Goerdeler erfährt aus Köln, daß Abendroth nach Entlassung von

Braunfels die Leitung der Musikhochschule übertragen sei, sodaß kein

A 49

Urlaub gewährt werden könne. 26. Mai 1933, Rehabilitierung:

"Professor Hermann Abendroth hat wieder die gesamte Leitung der Hochschule für Musik in Köln übernommen, nachdem der Kommissar Walter Trienes auf Grund der Verfügung des Ministers Göring über die Zurückziehung besonderer Kommissare seine Tätigkeit an der Staatlichen Hochschule für beendet erachtet hat" ("AMZ" LX/21, 26/V/33. S. 295-296).

2. September 1933:

Der KfdK bittet Abendroth, zur Eröffnung der "Deutschen Kulturtage am Rhein" am 6. Oktober Musiker aus dem Orchester zur Verfügung zu stellen.

Abendroth lehnt dies mit Hinweis auf eine gleichzeitige Sonderprobe ab.

17. November 1933, Rassenfrage:

"(...) Professor Abendroth wies auf das Grundsätzlich Neue in der Musikerziehung hin. Die körperliche Schulung werde von der geistig politischen Seite her vertieft. Damit seien der Studentenschaft Aufgaben größten Ausmaßes gestellt. Die Probleme der Kultur-, Sozial-, Innen- und Außenpolitik dürften dem Musikstudenten nicht unbekannt bleiben, sondern er habe sich in sie zu vertiefen. Vor allen Dingen müsse die Rassenfrage eine Stellung erhalten, die ihr gedanklich und sachlich zukomme. (...)" (Bericht über Abendroths Einführung in die Vorlesungsreihe "Musikgeschichte im Lichte der Rassenforschung" von Walter Trienes. "Westdeutscher Beobachter" Nr. 293, 17/X1/33).

30. Dezember 1933:

"(...) Zunächst vertraulich Folgendes: es handelt sich darum, im Rheinland für die Fachschaft der Reichsmusikerschaft Musikerzieher einen Landesleiter zu bestellen. Wenn ich auch weiß, daß Sie mit solchen und ähnlichen Ämtern und Pflichten bereits reichlich bedacht sind, habe ich dennoch Sie in Vorschlag gebracht. Ich bitte Sie, mich darob nicht allzu sehr zu schelten und vorbereitet zu sein, wenn von Berlin ein also gehaltener Ukas an Sie herantritt. Es wäre denkbar, daß die fragliche Position noch eine kleine Erweiterung erfährt. Auch für diesen Fall habe ich niemand Anderen und - Besseren als Sie zu präsentieren gewußt" (H. Abendroth an Hermann Unger, 30/X11/33. Quelle: Hermann-Unger-Archiv, Lohmar, Band 15).

Sichtlich suchte der bereits zur Entlassung vorgesehene Abendroth Rückendeckung durch den einflußreichen Parteimann und musikpolitischen Funktionär Unger.

1934 Ende Februar 1934:

SA sprengt ein Treffen von Professoren der Musikhochschule Köln gegen die Entlassung Abendroths. Die Rabauken verprügeln Prof. Boell und Emge derart, daß beide für mehrere Monate krankgeschrieben werden müssen.

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6. März 1934:

(1)

Drohung:

In einem Schreiben untersagt Gustav Havemann den Kölner Hochschuldozenten weitere Sympathiebekundungen für Abendroth und droht mit der Gestapo (Quelle: Bibliothek der Hochschule für Musik Köln, NL E. J. Müller, ohne Signatur).

(2)

Verteidigung:

"(...) Man macht Abendroth den Vorwurf, er habe im Laufe der letzten Jahre zu viel jüdische Künstler engagiert, zu viel ausländische oder jüdische Werke gebracht. Ich habe die beigelegten Programme daraufhin angesehen. Der Vorwurf ist unberechtigt. Selbstverständlich ist, dass das repräsentative Ausland bei einer großen Konzert-Gesellschaft wie Köln immer mit einem gewissen Prozentsatz vertreten sein muss. Selbstverständlich ist, dass die junge Generation, eben weil sie einmal da ist - sie wurde meistens auch von der Presse entsprechend verlangt - in ihren markantesten Vertretern zu Worte kommt. Selbstverständlich ist auch, dass Virtuosen von internationalem Rang und überdurchschnittlichem Können zu Worte kommen müssen, auch wenn sie Juden sind, (zumal in den in Frage kommenden Jahren, wo der Staat nur allzu judenfreundlich eingestellt war.)

Abendroth persönlich daraus einen Vorwurf zu machen, geht nicht an (...).

Wenn tatsächlich die in dem Brief des Gauleiters von Groh& erwähnten Dinge dazu führen sollten, dass ein Mann wie Abendroth seine Stellung verliert, so erachte ich es für meine Pflicht als Staatsrat, darauf zu bestehen, dass auch die andern namhaften Musiker, die sich gegenwärtig in bedeutenden Stellungen befinden, mit Rücksicht auf ihre Vergangenheit vor dem Umsturz und ihre Beziehungen zu linksradikalen Kreisen oder Regierungen untersucht werden" (Furtwängler, Denkschrift, 6/111/34. Laut Mitteilung an Dr. Goebbels vom 2/1V/34 an den Preußischen Innenminister geschickt. Quelle: NL Furtwängler).

Gauleiter Groh& hatte Abendroth u. a. auch beschuldigt, 1918 einen sozialistischen Aufruf mitunterschrieben und positive Reiseeindrücke aus der Sowjetunion in der "Kölnischen Zeitung" veröffentlicht zu haben.

21. März 1934, Echo:

"(...) Man war nämlich dahinter gekommen, daß der Professor - obwohl er sich nie mit Politik befaßt und beweisen konnte, daß seine Ahnen frei von semitischen Flecken waren - vor einigen Jahren ein oder das andere links aussehende Kunst-Manifest mitunterzeichnet hatte. Und es ist doch selbstverständlich, nicht wahr, daß ein derartiger Frevler unmöglich an der Spitze eines bedeutenden Unterrichts-Instituts für Kunst stehen kann. Außerdem warteten verschiedene treue Parteigenossen mit Ungeduld darauf, den Platz dieses gewissenlosen Verbrechers einzunehmen. Aber es gibt, scheint es, doch noch Deutsche, die sich die neue >Kultur< nicht so eins, zwei, drei zu eigen gemacht haben. Es

A 5]

scheint da noch flegelhafte Studenten zu geben, die ein Wörtchen mitreden wollten und die sich gegen die Entfernung ihres Professors zur Wehr setzten. Sie streikten sogar! Und, wahrhaftig, auch die Kollegen des Künstlers protestierten. Nun wurde es aber denn Nazis zu viel. Sie sandten S.A.-Leute hin, deren Devise lautete: wer nicht hören will, muß fühlen, und ließen zwei der protestierenden Professoren unbarmherzig durchprügeln. Ja, ja, solche Sachen kommen vor, aber das wird bald aufhören, wenn die deutsche >Kultur< die Barbaren gänzlich besiegt hat (oder umgekehrt!)" ("Het Volk", Abendausgabe, Amsterdam, 21/111/34. Übersetzung der Dt. Gesandtschaft. Quelle: BAR 55/ 1181. Blatt 149).

Die Presse des Auslandes informierte in der Regel, wie hier ein sozialdemokratisches Blatt, auf Grund erweislich wahrer und oft im Reich vertraulicher Information.

2. April 1934, Intervention:

"Wenn z. B. heute die Stadt Köln versucht, um den ihr aus irgendwelchen Gründen nicht genehmen Generalmusikdirektor Abendroth los zu werden, das altberühmte Institut der Gürzenich-Konzerte eingehen zu lassen und durch die Oper aufzuschlucken (nach Vorschlag des Oberbürgermeisters Rieser), so ist das nur ein Beispiel für viele. In anderen Städten, wie in Düsseldorf, Hamburg, usw., wo seit vielen Jahrzehnten die Stellungen des Konzert- und Opern-Dirigenten getrennt vergeben wurden und wo deshalb zwei Dirigenten tätig waren, ist diese Zusammenlegung schon erfolgt" (Furtwängler an Minister Dr. Goebbels, 2/ IV/34. Quelle: NL Furtwängler).

4. Oktober 1934:

Im Rahmen der Gaukulturwoche Köln/ Aachen dirigiert Abendroth sein Debutkonzert mit dem GewandhausOrch Leipzig: 1. Beethoven: "Egmont"-Ouvertüre. - 2. Schubert: Unvollendete Sinfonie. - 3. Bruckner: Sinfonie Nr. 7.

18. Oktober 1934:

Abendroth leitet als Gewandhauskapellmeister sein erstes Konzert: 1. Bach: 3. Brandenburgisches Konzert. - 2. Beethoven: 1. Sinfonie. - 3. Brahms: 4 Sinfonie.

29. November 1934:

Abendroth dirigiert letztmalig bis 1945 eine Komposition von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert E-moll; Solist: Kurt Stiehler, Konzertmeister des GewandhausOrch.

1935

14. März 1935:

Das GewandhausOrch Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet die Mozart- Variationen von Philipp Jarnach (UA). *30. Juni 1935:

Das GewandhausOrch, Dgt. H. Abendroth, bietet ein Sonderkonzert zum 2. Sächsischen Sängerfest: 1. Weber: Ouvertüre zu "Freischütz". - 2. Schubert: Unvollendete. - 3. Brahms: 2. Sinfonie. 27. September 1935:

"In Berlin habe ich mit Raabe gesprochen. Er lässt Ihnen sagen, Sie

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möchten jetzt ja nicht die Geduld verlieren. Sie sollen überzeugt sein, daß er tun werde, was in seiner Macht stünde. Nur müsse man ihm Zeit lassen. Das seien Dinge, die nicht übers Knie gebrochen werden können und dürfen.

Es ist für mich ohne Zweifel, daß Raabe in einem Ihnenhelfen nicht das als Lösung ansieht, Ihnen den Jüdischen Kulturbund zugänglich zu machen, sondern wenn es ihm gelingt, für Sie positiv zu wirken, wird m. E. eine Aehnlichkeit mit dem von Hausegger erwähnten Fall für Sie nicht in Frage kommen. (...)" (Hermann Abendroth an Günter Raphael, 27/1X/ 35. Quelle: NL Raphael, Faksimile in Thomas Schinköth: "Musik - Das Ende aller Illusionen? Günter Raphael im NS-Staat". Hamburg, 1996. S. 69).

Ziel der Intervention war es, das Berufsverbot für Raphael unwirksam zu machen.

*11. November 1935:

Das BPhO mit Sprechchor des RAD Potsdam unter Thilo Scheller und einer Sängerschar, Dgt. H. Abendroth, bietet in der Philharmonie - erstmals in Berlin - für Berliner Konzertgemeinde und Konzertring der NSKG das Chorwerk "Einer baut einen Dom" (T: C. M. Holzapfel) von Hansheinrich Dransmann. Solisten: Margarete Arndt-Ober (A), Joseph Witt (T), R.Watzke (Bar).

1936 3. Januar 1936:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet für Berliner Konzertgemeinde und Konzertring der NSKG u. a. Winfried Wolfs Variationen über ein Thema von Poglietti (UA).

14. März 1936:

Abendroth sendet einen Empfehlungsbrief an Günther Raphael, um ihm beim Kampf gegen das Berufsverbot den Rücken zu stärken. 20. Mai 1936:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, beginnt eine Gastspielreise, die bis 28. Mai dauert und die Städte Budapest, Bukarest, Sofia, Belgrad und Zagreb berührt.

4.) uni 1936:

Abendroth leitet das BPhO in einem Meisterkonzert für die NSG "Kraft durch Freude"; Solist: Eduard Erdmann.

1. November 1936:

Zu den Reichsmusiktagen der HJ in Braunschweig leitet Abendroth gemeinsam mit Gerhard Maasz die Landestheaterkapelle Braunschweig in einem Sonderkonzert mit Gebrauchsmusik zur Feiergestaltung für Orchester, so von G. Maasz die "Feierliche Musik", die Partita Op. 25 von H. Spitta, "Tafelmusik" von K. Schäfer, Concerto grosso von C. Bresgen.

1937 Mit der Staatskapelle Berlin spielt Abendroth die Ouvertüre zu "Iphigenie in Aulis" von Gluck für die NSKG-Schallplatte ein. 3. März 1937, Goebbels als Musikkritiker: "Gewandhaus: Euryanthe-Ouvertüre, Lieder von Marx, z. T.

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wunderbar schön, gesungen von der Ursuleac. Und dann die 2. von Brahms. Aber die sagt mir nicht allzuviel. Zu konstruiert und an einigen Stellen zu gekonnt. Das Gewandhaus-Orchester spielt unter Abendroth sehr gut. Natürlich keine Philharmonie. Das Programm ist etwas unglücklich für diese so heterogene Zuhörerschaft zusammengestellt. Man müßte mehr todsichere Standardwerke spielen. Und vor allem dürfte dabei Beethoven nicht fehlen. Ich sage das nachher auch Abendroth. Er sieht es sofort ein" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 3/111/37. S. 65).

Der Minister spielte gern "seine" Berliner Philharmoniker gegen andere Spitzenorchester aus; daß er schnelle Zustimmung des Dirigenten zu seiner Kritik registriert, spricht für die Ahnungslosigkeit des NS- Politikers hinsichtlich einfachster Psychologie.

11. Mai 1937:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet zu den Berliner Kunstwochen für die NSG "Kraft durch Freude" einen romantischen Abend mit Werken von Schubert und Schumann. Solist: Arthur Troester.

*8. November 1937:

Das 2. Konzert im Hessischen Landestheater am Vorabend des Gedenktages zum 9. November 1923, Dgt. H. Abendroth, bietet Werke von Haydn, erstmals die Sinfonische Musik für Orch von Dransmann, sowie die 3. Sinfonie "Eroica" von Beethoven.

1938 *24. Februar 1938:

Das GewandhausOrch Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet zum Gedenktag der Verkündung des NSDAP-Programms am 24/11/20 u. a. die Feiermusik von C. Bresgen.

18. März 1938:

Ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch Freude", Dgt. H. Abendroth, bietet Werke von Glasunow und Tschajkowskij und die Sinfonische Musik für Orch von H. Dransmann.

9. April 1938, Bekenntnis:

"Haydn, Mozart, Schubert, Bruckner haben zu allen Zeiten ebenso zum Glaubensbekenntnis des deutschen Musikers gehört wie Bach, Händel, Beethoven, Wagner; das heißt: in der Musik gab es niemals eine Trennung zwischen Deutschland und Oesterreich. Daß diese Zusammengehörigkeit dank der einzigartigen Tat des Führers nunmehr auch politisch vollzogen ist, dafür wird gerade die deutsche Musikerschaft dem Führer Dank wissen, und sie wird diesen Dank geschlossen abstatten am 10. April!" ("Die Musik-Woche" VI1/15, 9/1V/38. S. 243).

*28. Mai 1938:

Das Festkonzert des BPhO zu den Reichsmusiktagen Düsseldorf, Dgt. H. Abendroth, bietet die Neunte von Beethoven. Mitwirkende: Ria Ginster (S), Lore Fischer (A), Walter Ludwig (T), Rudolf Watzke (B) und der Kittelsche Chor aus Berlin.

5. Juni 1938, Absage:

"In Erwiderung Ihrer Zuschrift bedaure ich Ihnen mitteilen zu

müssen, daß ich nicht gewillt bin, dem von Ihnen geplanten

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Ehrenausschuß beizutreten. Zwar bin ich Arier von Geburt, und auch meine Weltanschauung ruht auf dieser Basis, ich bin aber nicht gewillt, mich an einem Unternehmen zu beteiligen, das das Judentum planmäßig boykottiert. Die Juden sind Menschen wie wir, und es geht nicht an, die ganze Rasse leiden zu lassen für die Fehler und Vergehen einzelner Schädlinge, die schließlich in jeder Menschengattung auftreten (...)" (Abendroth an Vortragsbühne des Westens, Berlin, 5/V1/38. Quelle: Archiv der Hochschule für Musik Leipzig. Zitat in: Thomas Schinköth, Hrsg., "Musikstadt Leipzig im NS-Staat", Altenburg 1997. S. 256).

*24. Juni 1938:

In Heidelberg leitet Abendroth das Vereinigte Heidelberger und ReichsstudentenOrch im Festkonzert zum 1. Großdeutschen Studententag. Im Programm: Bruckner, 4. Sinfonie in Urfassung.

*8. und 9. Juli 1938:

Abendroth dirigiert ein Konzert des BPhO zum Tag der Deutschen Kunst 1938 in München.

*10. Juli 1938:

Das GewandhausOrch, Dgt. Abendroth, bietet am Tag der Deutschen Kunst im Kaiserhof der Münchner Residenz die Fünfte von Bruckner.

5. September 1938, Reichskultursenator?:

Der Präsident der RMK, Raabe, schlägt u. a. H. Abendroth für den Reichskultursenat vor.

21. Dezember 1938:

Abendroth dirigiert in München das NSRSO für den Konzertring "Kraft durch Freude".

1939 *18. Mai 1939:

H. Abendroth leitet bei den Reichsmusiktagen in Düsseldorf zusammen mit H. Just die Arbeitstagung der Fachschaft Musikerzieher der RMK für Leiter und Dozenten von Schulungslagern.

Das Konzert als kulturelle Aufgabe. Vortrag (Düsseldorf, *20/V/39, auf der Reichstagung Konzertwesen der Reichsmusiktage).

Das Konzert als kulturelle Aufgabe ("Leipziger Neueste Nachrichten" Nr. 151, 31/V/39).

*16. Juli 1939:

Abendfroth leitet ein Konzert des BPhO zur Eröffnung der Großen Deutschen Kunstausstellung in München; Hitler nutzte diese Gelegenheit für eine Rede.

Leitspruch ("Der Musikerzieher" XXXVI/1, Oktober 1939). Zitat:

"Ernste Wolken sind über unserem Deutschen Vaterland aufgezogen. Wieder gilt es, einen uns aufgezwungenen Krieg zu bestehen. Das Deutsche Volk ist dem Ruf seines Führers gefolgt, es steht in Waffen und kämpft mit unvorstellbarem Heldenmut. Aber das alte Wort >Inter arma silent Musae< hat im heutigen Deutschland keine Gültigkeit mehr! Das Leben geht weiter, und mit ihm sollen die hohen kulturellen Güter unserer Nation lebendige Kraft behalten. Darum, Musikerzieher, seid und bleibt am

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Werk auch in dieser ernsten Zeit, sorgt dafür, daß die Nachwuchsquellen unserer Kunst nicht versiegen, setzt Euere ganze Kraft dafür ein, daß die heranwachsende Jugend neben ihrer körperlichen Ertüchtigung nicht den Sinn verliere für das Wahre, Schöne und Gute in der Kunst, zieht ein junges Geschlecht heran, dem die Musik Herzenssache ist und das für das große Weltgeschehen aus den Deutschen Geistesgütern Kraft und Stärke zu schöpfen vermag".

Die ständige Großschreibung des Adjektivs "deutsch" spiegelt den mystisch-nationalen Enthusiasmus jener Tage und Wochen.

1940 11. und 12. Februar 1940:

Abendroth übernimmt das 8. Philharmonische Konzert des BPhO, wofür Ernest Ansermet engagiert war, der jedoch nach Kriegsausbruch gebeten hatte, ihn von der Verpflichtung zu entbinden.

*3, März 1940:

Das GewandhausOrch, Dgt. H. Abendroth, bietet zur Eröffnung der Leipziger Messe in Anwesenheit von Dr. Goebbels das "Festliche Präludium" von R. Strauss.

19. Juli 1940:

H. Abendroth führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 26. Juli endet und die Städte Kopenhagen, Älborg, Vyborg, Ärhus und abermals Kopenhagen berührt; seine fünf Wehrmachtskonzerte standen auch der dänischen Bevölkerung offen.

Zum Tag der deutschen Hausmusik ("Der Musikerzieher" XXXVI1/2, November 1940). Zitat:

"Der uns aufgezwungene Krieg fordert die Zusammenfassung aller ideellen und materiellen Kräfte unseres Volkes. Das Kunstleben im vergangenen Winter hat den Beweis erbracht, daß das Wort >inter arma silent musae< im neuen Deutschland nicht gilt. Darin bewährt sich der Idealismus unseres Volkes in einzigartiger Weise, daß es zugleich mit den höchsten Anstrengungen um den Endsieg über den Gegner die Kraft aufbringt, sich mit liebevoller Sorgfalt der Kunst und im besonderen Maße unserer Musik hinzugeben. Diese Kraft zu fördern und zu steigern ist unsere Aufgabe am diesjährigen >Tag der deutschen Hausmusik<. Die Hausmusik als Macht der seelischen Stärkung unseres Volkes und als unbedingte Voraussetzung für die Erhaltung des großen Erbes unserer musikalischen Vergangenheit zu wahren, sei unsere Pflicht" (S. 17).

Reichsminister Goebbels hatte 1933 per Erlaß den Tag der Hausmusik eingeführt, erstmals am 21/XT/33.

1941 24. März 1941:

Der Konzertring der Stadt Gießen kündigt für diesen Tag ein Orchesterkonzert des Rhein-Mainischen LandesOrch, Dgt. H. Abendroth, im Stadttheater an: 1. Mozart: Vorspiel zu "Idomeneo". - 2. Mozart: Violinkonzert in A-dur. - 3. Bruckner: 4. Sinfonie Es-dur. Solist: Kurt

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Stiehler (Violine).

Deutsches Hausmusikgeschehen seit dem ersten Hausmusiktag ("Der Musikerzieher" XXXVIIl/2, November 1941. S. 17-18).

Zitat:

"(...) Der erste >Tag der deutschen Hausmusik<, am Vorabend der großen deutschen Revolution fiel zwar in Not-und Kampfzeit, uns aber wirkt er heute wie ein Signal für die kulturelle Erhebung, die dann mit dem 30. Januar 1933 endgültig ihren Anfang nahm.

(...) Die Verbundenheit der Hausmusikidee mit dem kulturellen Aufbauplan des Dritten Reiches geht aus der Tatsache hervor, daß Reichsminister Dr. Goebbels in einem Erlaß zum 21. November 1933 zur Pflege der Hausmusik aufrief und damit Veranlassung für weitere Erlasse der einzelnen Landesministerien gab. Der neue Staat setzt die Familiengemeinschaft wieder an den Anfang des volklichen Lebens; auch die Musik mußte von hier ihren Ausgang nehmen.

(...) Zum Hausmusiktag rüsten wir uns im Bewußtsein der entscheidenden Bedeutung, die der Hausmusikpflege für die seelische Stärkung unseres Volkes gerade im Kriege zukommt. Die Kunstpflege gehört so notwendig zu unserem nationalen Leben wie Politik und Wirtschaft! Diese Erkenntnis, von den führenden Männern des Reiches immer wieder ausgesprochen, ist zum allgemeinen Besitz des Volkes geworden. Und wenn wir den Hausmusiktag gerade in lichtlosen Novembertagen feiern, so mag dies ein Sinnbild sein: die lebendige Kraft der Musik überwindet dunkle Mächte, das Kommen der neuen Lichtzeit - erwartungsvoll erhofft - kündigt sich an" (S. 17, 18).

1. November 1941, Frankfurt am Main:

"(...) sowie 12 Orchesterkonzerte des Rhein-Mainischen Landesorchesters an. Die Berufung des Gewandhauskapellmeisters Prof. Hermann Abendroth zum Leiter des letzteren (ein besonderes Verdienst des Gauleiters Sprenger) dürfte wohl zu einem edlen Wetteifern der beiden Instrumentalkörper führen.

(...) Das Städtische Orchester (Opernhaus- und Museumsorchester) sorgt neben dem Theaterdienst für die Aufrechterhaltung einer uralten Musiktradition, während das Rhein-Mainische Landesorchester im Mittelpunkt der >Kraft durch Freude<-Arbeit steht, vollendete Kunst für die Schaffenden auch in die weitesten Bezirke des Gaues tragend.

(...) Das erste Konzert des Rhein-Mainischen Landesorchesters unter Abendroth leitete die >Vaterländische Ouvertüre< von Reger ein" (Wolf Heins: Auftakt in Frankfurt a. M. "Die Musik-Woche" 1X/33, 1/X1/41. S. 345).

*11. November 1941:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet P. Graeners Variationen über "Prinz Eugen der edle Ritter" Op. 108.

12. November 1941, Aufruf:

"Zum Tag der deutschen Hausmusik am 18. November hat der bekannte Dirigent Professor Hermann Abendroth als Leiter der Fachschaft Musikerziehung in der Reichsmusikkammer folgenden Aufruf erlassen:

>Am Hausmusiktag 1941 sind zu den bisherigen Aufgaben neue

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getreten: Instrumente und Noten sollen unseren Soldaten gesandt werden, damit sie in ihren kurzen Ruhestunden sich am eigenen Musizieren erfreuen können. Der soeben erlassene Aufruf des Präsidenten der Reichsmusikkammer richtet sich an alle deutschen Musiker und Musikfreunde, Musikinstrumente und Noten zu spenden. Aber auch zu Verwundeten sollen Hausmusikgruppen den Soldaten in Lazaretten Freude und Erholung bringen. Urlauber sind zu den Hausmusikfeiern geladen, die anläßlich des Hausmusiktages stattfinden. In der Heimat vertritt auch in der Musik vielfach die Frau die Stelle des Mannes und sorgt dafür, daß der Quell lebendigen Musizierens nicht versiegt. Niemals kann es eine Gewalt geben, die den deutschen Menschen von der Musik zu trennen vermag. So sind auch im Zeichen der Hausmusik Front und Heimat über weite Räume hinweg eng miteinander verbunden<" (Hausmusik für Front und Heimat. Ein Aufruf Hermann Abendroths. "Krakauer Zeitung" Nr. 267, 12/X1/41). Dezember1941:

Zum Mozartfest - Feier des 150. Todestages - in Paris nimmt La Voix de son Maitre Regers Mozartvariationen Op. 132 auf zwei Platten auf. Mitwirkende: das Orch des Konservatoriums, Dgt. H. Abendroth.

1942 *13. März 1942:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet den Politischen Leitern des Gaus Berlin der NSDAP ein Sonderkonzert. Veranstalter: RPL der NSDAP: 1. Weber: "Oberon"-Ouvertüre. - 2. R. Strauss: "Don Juan". - 3. Wagner: "Tannhäuser"-Ouvertüre. - 4. Beethoven: 7. Sinfonie.

Aufruf zur Hausmusik ("Von deutscher Hausmusik". Berlin 1942. S. 9). Zitat:

"Der uns aufgezwungene Krieg fordert die Zusammenfassung aller ideellen und materiellen Kräfte unseres Volkes. Das Kunstleben im vergangenen Kriegswinter hat den Beweis erbracht, daß das Wort >inter arma silent musae< im neuen Deutschland nicht gilt. Darin bewährt sich der Idealismus unseres Volkes in einzigartiger Weise, daß er zugleich mit den höchsten Anstrengungen um den Endsieg über den Gegner die Kraft aufbringt, sich mit liebevoller Sorgfalt der Pflege der Kunst und im besonderen Maße unserer Musik hinzugeben. Diese Kraft zu fördern und zu steigern ist unsere Aufgabe am >Tag der deutschen Hausmusik<. Die Hausmusik als Macht der seelischen Stärkung unseres Volkes und als unbedingte Voraussetzung für die Erhaltung des großen Erbes unserer musikalischen Vergangenheit zu wahren, sei unsere Pflicht".

Der Text ist identisch mit dem von 1940. Musikpolitische Botschaften aus gleichem Anlaß neigten zum Stereotyp.

10 Jahre "Tag der deutschen Hausmusik" ("Von deutscher Hausmusik". Berlin 1942. S. 17-22).

1943 16. Januar 1943, Laudatio: "Hermann Abendroth, der Kapellmeister des Leipziger

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Gewandhauses, wird am 19. Januar 60 Jahre alt. Hermann Abendroth, der blonde, hochgewachsene deutsche Künstler, der lange Jahre als Generalmusikdirektor der Stadt Köln, Direktor und Professor an der Musikhochschule amtierte, ist eine scharf umrissene Persönlichkeit, der jene alte schöne Sachlichkeit eigen ist, die jedem Werk zum Lichte hilft. Die Vereinigung von durchdringender Geistigkeit und zwingender Musikalität läßt Beethoven oder Schubert, Brahms oder Reger großartig erklingen" ("General-Anzeiger" Nr. 13, Wuppertal, 16.-17/1/43).

J uni/J uli 1943:

Das Beethovenfest im Theätre National du Palais de Chaillot in Paris mit dem KonservatoriumsOrch, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. die Neunte. Mitwirkende außer Elly Ney, Alfred Cortot, Ginette Neveu und Wilhelm Kempff in der Aufführung der Neunten frz. Chöre und Gesangssolisten.

18. Juli 1943, Bericht:

"(...) Viel wichtiger erscheint, dass Eigenart und Eigenwert seines Musizierstiles von Presse und Publikum erfasst, lebhaft anerkannt und vielfach gegenüber Mengelberg positiv abgegrenzt wurden. Der Zweck des Beethoven-Festivals, der hiesigen verfranzösischten Beethoven-Tradition einmal eine gründliche deutsche Interpretation des deutschen Meisters gegenüberzustellen, hat sich damit erfolgreich gerechtfertigt" (Generalkonsul Knothe an Auswärtiges Amt, 18/V11/43. Quelle: PAA, Bestand Dt. Botschaft Paris, Nr. 1113/1).

3. Oktober 1943:

Das BPhO unter Abendroth beginnt eine Gastspielreise, die am 15. Oktober endet und die Städte Krakau, Bukarest, Kronstadt, Budapest und Agram berührt.

28. Oktober 1943:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. erstmals das Cellokonzert

von Bernhard Hamann; Solist: Adolf Steiner.

1944

28. Januar 1944:

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. erstmals die Suite "Minna von Barnhelm" vonR. Siegel. 2. April 1944:

Abendroth gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel und bietet u. a. - erstmals - Pfitzners Klavierkonzert sowie die Vierte von Schumann. Solistin: Mathilde Malengre.

Geschichtsfälschung |, 1991:

In ihrer Studie "Ein Stück deutsche Musikgeschichte. Der Kölner Dirigent Hermann Abendroth (In: Ibykus. Zeitschrift für Poesie, Wissenschaft und Staatskunst X/1991. S. 59-65) behauptet Ingrid Knierbein, Abendroth habe in die NSDAP eintreten "müssen", um in Leipzig das Gewandhaus übernehmen zu können (S. 62).

Dies ist eine typische Verdrehung der Tatsachen - mangels Kenntnis der Musikgeschichte. Gewandhauskapellmeister war Abendroth schon 1934, trat aber erst 1937 der Partei bei; deutsche Orchesterchefs waren

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keineswegs durchweg Parteimitglieder. Geschichtsfälschung II, 2006:

"(...) So erweist sich der Musiker mit seiner letztlich ungebrochenen Karriere im NS-Staat, als Profiteur desselben, als dessen Repräsentant und als Funktionär, sogar bis in musikalische Fragen hinein als Kost- und Parteigänger des Systems.

(...) Aber sollte dem Dirigenten nicht aufgefallen sein, dass in den vom ihm dirigierten Konzerten kein Jude mehr im Publikum saß, kein J ude mehr in den von ihm dirigierten Orchestern spielte, kein jüdischer Komponist in den von ihm selbst zusammengestellten Programmen mehr auftauchte?" (C. Böhm: "Ein wirklich deutscher, national empfindender Kapellmeister". Zum 50. Todestag Hermann Abendroths. "Gewandhausmagazin" Nr. 50, Frühjahr 2006. S. 40. Fehler im Original).

Claudius Böhm, Jg. 1960, "verantwortlicher" Redakteur des "Gewandhausmagazins", absolvierte kein Studium irgendeines Fachs, das ihm korrekte Urteile über Musik und Musikpolitik im NS hätte vermitteln können.

Abgesehen davon, daß der Mißbrauch von Information aus diesem Handbuch zwecks zu später politischer Scharfrichtersprüche aus der ahnungslosen Feder von unbedarftem Nachwuchs gegen den Willen des Urhebers Prieberg läuft, verrät sich Böhm in seiner Wortwahl. Er posaunt gegen Abendroth hinaus, was den Großteil der Musikerpopulation betrifft - rund die Häfte NSDAP-Mitglieder, oft Funktionäre. Die bösartige Phrase "Kostgänger des Systems" unterstellt, daß Abendroth nicht von seiner Arbeit lebte, sondern das "System" ihn fütterte. Im zweiten Absatz kommt es noch schlimmer. Der Judenboykott ab 1938 stand in der Presse, mußte also keinem auffallen. Da im BPhO noch 6 Nichtarier - mit des Ministers Sondergenehmigung - bis 1945 mitwirkten und Abendroth auch dieses dirigierte, ist der weitere Teil des Relativsatzes ebenso unbedarft. Und: Der Judenboykott gestattete ihm gar keine "selbst zusammengestellten Programme" mit jüdischen Werken, denn alle Programme waren amtlich kontrolliert. Böhm schießt - absichtlich? - fehl.

Geschichtsfälschung Ill, 2006:

"(...) Ein bitteres Resümee, dem nach 1945 denn auch alles Mögliche entgegengehalten wurde. So heißt es beispielsweise, Hermann Abendroths Frau Elisabeth sei es nicht gelungen, ihre arische Abstammung zu belegen. Deshalb sei ihr Mann in die Partei eingetreten, um sie zu schützen. Durch irgendein Dokument belegt ist diese Behauptung jedoch bis heute nicht (...)" (Böhm, wie oben. S. 40).

Claudius Böhm, Jg. 1960, nach eigenen Angaben Studium der Philosophie/ Theologie und des wissenschaftlichen Bibliothekswesens, seit 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gewandhaus. Derartige "Wissenschaft" - made in DDR - versagt, wo NS-Politik ansteht, die anordnete, daß Zutritt zur NSDAP spätestens ab 1937 immer den "arischen Nachweis" auch für die Ehefrau erforderte. Abendroth hätte eine als Nichtarierin verdächtige Gemahlin nicht schützen können, weil er nicht "parteiwürdig" gewesen wäre. Deshalb existiert kein Dokument dazu, abgesehen davon, daß Böhm sich nicht etwa zumutete, in den Staats- und

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Landesarchiven nach Material zu suchen. Die Pose des "Chefs" verlockt dazu, selber publizistisch zu glänzen, statt das Thema einem erfahrenen Leipziger Musikologen zu überlassen.

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. In einer Rezension (September 2005) macht Albrecht Dümling darauf aufmerksam, daß Abendroth vor seiner Ernennung zum alleinigen Direktor der Kölner Musikhochschule schon zuvor diese Funktion in Gemeinschaft mit Walter Braunfels ausübte. Dies sei mit Dank nachgetragen.

Abendroth, Walter

Hannover, 29. Mai 1896 - Fischbachau bei Hausham, 30. September 1973. Musikschriftsteller und Komponist in Berlin-Steglitz, 1929-34 Redakteur der "Allgemeinen Musikzeitung", 1934-1944 1. Musikreferent des Berliner "Lokal-Anzeiger", 1939-41 verantwortl. Schriftleiter der kurzlebigen, aus "Deutsches Volkstum" hervorgegangenen "Monatsschrift für das deutsche Geistesleben", zuletzt in Dresden.

1945 freischaffend in Hamburg; die dortige Spruchkammer stufte ihn als "unbelastet" ein. 1948-55 Feuilletonchef und Musikredakteur der "ZEIT", dann Kulturkorrespondent in München, zuletzt i. R.

Abendroth wurde von Hans Pfitzner testamentarisch zum Inhaber und Verwalter der Rechte am künstlerischen und literarischen Nachlaß bestimmt.

Werke: Buchpublikationen, so Biografien über Pfitzner (München, 1935; Leipzig, 1941) und Brahms (Berlin, 1939), "Deutsche Musik der Zeitwende". Eine kulturphilosophische Persönlichkeitsstudie über Anton Bruckner und Hans Pfitzner (Hamburg, 1937), "Selbstmord der Musik? Zur Theorie, Ideologie und Phraseologie des modernen Schaffens", Streitschrift (Berlin, 1963), "Ich warne Neugierige", Autobiographie (München, 1966), "Schopenhauer" (Reinbek, 1967), "Kleine Geschichte der Musik" (Frankfurt a. M., 1959, und - Taschenbuchausgabe - Kassel, 1974), "Rudolf Steiner und die heutige Welt" (Hamburg, 1977); je drei Lieder Op. 2 und 3; Streichquartett A-dur Op. 8 (1942); Bratschenkonzert Op. 9 (1940); Sinfonien (1. Sinfonie Op. 11, 1941, 2. Sinfonie Op. 13, 1942); Konzert für Orch Op. 14 (1943); Passacaglia über "Der Schnitter Tod" Op. 17 ; Sinfonietta Op. 32.

Kein Eintrag in ZKNSDAP.

1933

Musik und Rasse ("AMZ" LX/1, 6/1/33. S. 1-2). Zitat:

"Wenn man die Vielseitigkeit und Gründlichkeit der heutigen Musikwissenschaft betrachtet, so muß es eigentlich Erstaunen hervorrufen, daß sie, die so Vieles ernst, gar Manches ohne Zweifel überernst nimmt, sich bisher nicht damit befaßt hat, der Forschungsarbeit vom historischen, ethnologischen, biologischen, soziologischen Standpunkt

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aus auch eine durchdachte Phänomenologie nach rassenkundlichen Gesichtspunkten zu gesellen.

(...) Die tatsächliche teilweise Uebereinstimmung im Entwicklungsbild der neueren gesamteuropäischen Musikgeschichte - ein weiterer Grund für die Unterschätzung der Rassenbedeutung innerhalb der geschichtemachenden Kulturkreise - ergab sich ebenfalls nicht aus der Aufhebung der rassischen Kräfte durch Mischung, sondern aus der Vorherrschaft und Führerschaft einer Rasse in Europa: nämlich der nordischen, deren gewaltiger Vorstoß im Völkerwanderungszeitalter bis tief in die südlichen und westlichen Nachbargebiete hinein ja allbekannt ist.

(...) Die Bedeutung der Rassengegensätze für die Gestaltung der Kulturphysiognomie in allen ihren Zweigen und Blüten zu leugnen, ist Torheit oder Verschleierungswille. Sie aber einzusehen und dennoch das Problem von der wissenschaftlichen Durchleuchtung auszuschließen, ist auf alle Fälle unverantwortlich, Nur ernstes Forschen ergibt klares Wissen. Und Wissen ist - gerade im modernen, mit komplizierten, intellektuell geschärften und hochexplosiven oder unsichtbar vergiftenden Waffen geführten Kampf der Geister: Kraft. Die geistige Kraft aber bedingt, je länger je mehr, das Siegen oder Unterliegen einer Kultur" (S. 1, 2).

Abendroth bezieht sich - drei Wochen vor Etablierung des NS- Regimes - schon auf das neue Buch "Musik und Rasse" des Bochumer Studienrats Richard Eichenauer und stellt Arnold Schönberg und Hans Pfitzner rassistisch einander gegenüber.

Musik im neuen Staat ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 4/111/33) (Abdruck: Wulf, S. 57-58). 5. Mai 1933:

Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von W. Abendroth. Konjunkturwende ("AMZ" LX/24-25, 16/V1/33. S. 320- 322).

Zitat:

"Wo vordem die >völkerverbrüdernde< internationale Fratze des J azztänzers grinste, lächelt mit einem Male die bieder deutschtümelnde Maske eines angeblich guten Nationalisten. Wer noch vor kurzem mit neusachlichen Kakophonien um sich warf, entdeckt jetzt sein urromantisches Komponistenherz; ein musikalischer J ugendführer, der jahrelang Mühe und Schweiß darauf verwandte, die deutsche Romantik und ihre großen Werke herabzusetzen, der in seinem Einflußbereich die ungeschminktesten bolschewistischen Tendenzen wuchern ließ, sucht jetzt seine patriotischen Verdienste nachzuweisen; Journalisten, denen der Name Wagner ein lächerlicher Begriff, das Wort >deutsch< ein rotes Tuch war, denen die bloße Vorstellung nationaler Kunst wieherndes Gelächter auslöste, beeilen sich, Wagners Größe zu rühmen, den Kunstsinn des neuen Kanzlers zu preisen und Hoffnungen zu verkünden, die sie auf das nationale Deutschland setzen; als hätten sie vierzehn Jahre lang nichts anderes getan, als auf das dritte Reich gewartet.

(...) Die nationalsozialistische Partei, die in ihren besten Führern ein scharfes und klares Auge für die Gefahren des Konjunkturzulaufs hat, will

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eine Art >Bewährungsfrist< für neue Mitglieder einführen. Ein kluger Gedanke. Warum sollte es auf kulturellem Gebiete nicht auch möglich sein, den nach Qualität und Charakter durchaus noch Unbewährten erst einmal Geltungsmöglichkeiten zweiten Grades zuzubilligen, den erwiesenermaßen Bewährten hingegen die Auswirkung zu sichern, auf die sie Anspruch haben? Zu bewähren haben werden sich sowohl die neu aufgetauchten Köpfe - doch diese wird man immerhin verhältnismäßig schnell nach Nam' und Art erkennen können - als auch ganz besonders die >Bekehrten<. Deserteure und Überläufer in Reih und Glied zu stellen mit ehrlichen Soldaten ist vor allem eine unverdiente Kränkung für letztere. Man wird verstehen, wenn diese ängstlich besorgt und darauf bedacht sind, mit jenen nicht auf ein Niveau gestellt zu werden" (S. 321, 322). Organisation der Musikerschaft ("AMZ" LX/28-29, 14/V11/33).

Zitat:

"(...) wie unklar die Verhältnisse auf dem Gebiet der Musiker- Organisation noch liegen und wie schwer, fast unmöglich es dem einzelnen Musiker gemacht wird, sich ein Bild zu machen, woran er ist und wie er sich verhalten soll, was er zu tun, und was er zu lassen hat. Es wäre an der Zeit, daß endlich eine authentische Regierungsstelle, d. h. das zuständige Ministerium selbst, energisch eingriffe, um den Dingen ein klares Gesicht und den Zuständen die Möglichkeit wirklicher organischer Entwicklung zu geben! (S. 381).

Das junge Deutschland in der Musik. Zwei Festkonzerte in Bad Pyrmont am 16. und 17. August ("AMZ" LX/34-35, 25/VI11/33. S. 417).

Hier streicht Abendroth die vom KfdK veranstaltete "Heerschau des Jungen, d. h. nationalsozialistisch gesonnenen" musikalischen Deutschland heraus.

Neue Zeit - neue Wege ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 22/ IX/33).

Abendroth wendet sich gegen problematische neue Musik und rät deren Urhebern, das Komponieren lieber ganz zu lassen (Teilabdruck: Wulf, S. 74-75).

1934 Kunstmusik und Volkstümlichkeit ("Die Musik" XXVI/6, März 1934. S. 413-414). Zitat:

"(...) Wir haben uns jetzt in Deutschland befreit von jenem überall in Europa umgehenden Kulturverfallsprodukt, das unter dem Namen >Neue Musik< der arteigenen, volkseigentümlichen Kunstmusik am Leben fraß und gerade bei uns schon fast alle gesunden Keime zerstört, die etwa noch vorhandenen jedenfalls auf einen allerkleinsten Lebensraum zurückgedrängt hatte. Daß diese >Neue Musik< ihrem Geiste und Wesen nach nicht nur deshalb unvolkstümlich sein mußte, weil sie jedes natürliche Bedürfnis nach Wohllaut und Schönheit, Sinn und Verstand durchaus unbefriedigt ließ, sondern vielmehr noch deshalb, weil sie wissentlich und absichtlich jede Bezogenheit auf gesundes Fühlen und

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Wollen, wie es in einem starken, selbstbewußten Volke lebt, verachtete und womöglich durch ihre eigenen Ausdrucksmittel auch offen verächtlich und lächerlich machte, liegt auf der Hand. Sie war ein Fäulnisbazillus, den volksfeindlicher Zersetzungswille mit Witz und Berechnung dem Kulturkörper eingeimpft hatte" (S. 413).

Der politisierte Betrachter leugnete, daß Neue Musik statistisch stets ein Minderheitsprogramm war und scheute nicht den Denkfehler: Wäre sie nämlich wirklich imstande gewesen, die "normale" Musik zu verdrängen, wäre Ja doch sie die stärkere, volkstümlichere.

Hier spricht die Hitler-)J ugend: Hans Pfitzner, der Deutsche. Zum 65. Geburtage des Meisters am 5. Mai" ("Die Musik" XXV/8, Mai 1934. S. 561-565).

1935 Hans Pfitzner. Erste authentische biographische Darstellung (1935) [Langen/Müller, München]. Zitat:

"Alfred Einstein ist unter allen Musikwissenschaftlern des damaligen Deutschland der konsequenteste und fanatischste Bekämpfer alles Deutschen und der einseitige, programmgetreueste Wegbereiter seiner Rasse gewesen" (S. 408).

1935, Rezension:

"In der Gegenwart nimmt das Buch den Rang einer ausgesprochenen Verteidigungsschrift ein. Für unser Gefühl ist seine defensive Haltung zu stark betont, man gewinnt bei der Lektüre beinahe den Eindruck, als ob mit Ausnahme des Verfassers und weniger persönlicher Freunde Pfitzners noch niemand dessen künstlerische Bedeutung so recht begriffen hätte. Zudem mutet es einen sonderbar an, wenn heute noch mit einer Erbitterung sondersgleichen immer wieder gegen die >Neudeutschen< gezetert wird, als ob wir noch mitten in Auseinandersetzungen stünden, die, was ihre geistige Aktualität anlangt, bereits 1914 endgültig erledigt waren. Gänzlich abzulehnen sind die theoretischen Überlegungen in bezug zu Pfitzners Stellung zur Judenfrage. Entweder man erkennt den rassischen Standpunkt an oder nicht. Abendroth hat mit der betonten Darstellung jener rabulistischen Unterscheidung zwischen >deutschnationalen Juden und dem Judentum schlechthin< dem Meister keinen Dienst erwiesen" (Werner Egk: Bücherschau. "Völkische Kultur" IIl/3, März 1935. S. 140. Fehler im Original).

Diese "rabulistische Unterscheidung" geht auf Pfitzner selbst zurück; der Biograph mußte nichts dazuerfinden; er schilderte den selektiven Rassismus des Künstlers, wie er tatsächlich war.

1936 Um Reinheit und Würde der Kritik ("AMZ" LXIII/1, Januar 1936. S. 1-4). Abendroth wendet sich gegen jegliche Einschränkung der Kritik. Opernideale der Rassen und Völker ("Die Musik" XXVIIl/6, März

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1936. S. 417-425). Zitat:

"(...) Offensichtlich hat das musikalische J udentum sich, wie überhaupt, so auch im Bereiche der Oper, innerhalb der romanischen Kulturkreise bei weitem nicht so wesenszersetzend auswirken können, wie in Deutschland. Die leere Effektsucht und der Ausstattungsbluff eines Meyerbeer beispielsweise mochte im Lande der großen historischen Oper nicht halb so artentfremdend wirken, wie im Lande des >Freischütz<; und die genialisch-freche Spottlust eines Offenbach (wenn wir in diesem Zusammenhang die sozusagen >heroische< Operette - so etwas konnte nur ein Jude erfinden - einbeziehen dürfen), der Götter und Helden Cancan tanzen ließ, mußte auf französischem Boden sogar recht anheimelnd empfunden werden, während sie bei uns das ganze Lebenswerk des gewaltigen deutschen Zeitgenossen in Frage stellte. Dort Mythos als Farce - hier Mythos als neugewonnener Lebensquell einer nationalen Kunst! (...)" (S. 424).

Abendroth diffamiert das jüdische Element des Operntheaters als "Aneignungstalent" und hebt das "schmutzige Bänkelsängertalent" Kurt Weills hervor (Teilabdruck: Wulf, S. 361-362).

Der "gewaltige deutsche Zeitgenosse" war natürlich Wagner. Abendroth entging die Folgerung: Wie schwach muß Wagners Oeuvre gewesen sein, wenn Offenbach es in Frage stellen konnte.

Ein Beispiel deutschen Kritikertums. Paul Zschorlich zum 60. Geburtstag am 8. April 1936 ("ZfM" CIll/5, Mai 1936). Zitat:

"(...) Was das zweite kritische Aufgabengebiet, das kulturpolitische, betrifft, so will es gegenwärtig manchem scheinen, als sei dieses nunmehr völlig gegenstandslos geworden, nachdem ein autoritativer Staat die geltenden kulturpolitischen Richtlinien endgültig festgelegt und ihre Befolgung mit Einsatz aller ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel selbst unter seine Überwachung genommen habe. Inwiefern diese Schlußfolgerung irrig und oberflächlich ist, das dürfte jedem Sachkenner klar sein; denn wenn auch die parteipolitischen Kulturkämpfe zur Ruhe gekommen sind, die bis vor wenigen Jahren einen beträchtlichen Teil der kritischen Tätigkeit in Anspruch nahmen - im weiteren Rahmen des grundsätzlich durchgesetzten Kulturwillens bliebe auch hier einer fachlich begründeten Vermittlung zwischen den verschiedenen Trägern und ausführenden Organen dieses Willens einerseits und der aufnehmenden Öffentlichkeit andererseits genug zur Klärung, Läuterung, Durchsetzung und Befestigung der leitenden Ideen beizutragen. Mögen hierüber heute noch nicht durchweg hinreichende deutliche Vorstellungen herrschen, so zeigt sich wenigstens die kulturpolitische Bedeutsamkeit berufener Kritik im hellsten Lichte beim Rückblick auf die Vergangenheit. Man darf behaupten, daß die Hinüberrettung eines einigermaßen verläßlichen Unterscheidungsvermögens zwischen Gut und Böse, Echt und Unecht, Kunst und Kitsch, Geist und Intellektualismus aus früheren Zeiten über die seelisch-totkranke Nachkriegsepoche in unsere Tage kaum gelungen wäre ohne die hochgemute Überzeugungstreue und

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unerschrockene Widerspruchsfreude einer verschwindenden Minderheit verantwortungsbewußter Kritiker" (S. 589).

Abendroth zählte nicht nur Paul Zschorlich zu dieser Minderheit konservativer Kritiker, sondern auch sich selber.

Mehr deutsches Volkstum in den Opernhäusern ("Deutsches Volkstum" XVIll, Mai 1936. S. 394-396). Zitat:

"(...) Aber nun das Merkwürdige! -: solange deutsche Musiker um ein derartiges deutsches Opernideal rangen (es ist ja wirklich ein zutiefst dem deutschen Geiste verpflichtetes Ideal, das nicht allein dem Ernste deutscher Musikauffassung, sondern auch der mythischen Bedeutung artgemäßer Theaterkunst gerecht werden will), solange deutsche Musiker sich darum bemühten, stießen sie auf die völlige Gleichgültigkeit, noch mehr: auf die ausgesprochene Gegnerschaft des deutschen Publikums.

(...) Wenn aber etwa ein Volk wie das deutsche von heute durchaus nicht willens wäre oder wenigstens durch Anleitung wieder dazu zu bringen sein sollte, die Forderungen, die ihm verpflichtenderweise von seinen großen Schöpferpersönlichkeiten aufgegeben werden, zu erfüllen, wenn es durchaus >Kultur< nur als Genuß und Luxus, nicht als geistige Aufgabe und Arbeit am eigenen Geist verstehen wollte, so wäre dies ein Zustand, der in unerklärlichem Widerspruch zu allen Erscheinungen seines neuen politischen Daseinsgefühls stände und bei dem man es nicht bewenden lassen könnte, ohne jenem politischen Aufschwung die tiefere, innere Bedeutung zu nehmen!" (S. 395, 396).

Neue Musik aus neuer Gesinnung ("Deutsches Volkstum" XVII, Juli 1936. S. 554-556) (Teilabdruck: Wulf, S. 211). Zitat:

"(...) Die neue Weltanschauung wirkt sich als künstlerische Zucht aus, nicht aber als Tendenz und grobe Stofflichkeit. Darin bekundet sich gesunde Geistigkeit, die zu Hoffnungen berechtigt" (S. 556).

Musik aus sportlichem Geist. Das Olympische Konzert auf der Dietrich- Eckart-Bühne ("Berliner Lokalanzeiger", 18/VIIl/36).

Was die deutschen Opernspielpläne verraten ("Deutsches Volkstum" XIX, Dezember 1936. S. 861-865) (Teilabdruck: Wulf, S. 275-276).

Zitat:

"(...) Wie müßten nach menschlichem Ermessen heute die Auswirkung jenes autoritären Kulturwillens, seine Richtung und seine bisher entwickelte Kraft aus dem Bilde des deutschen Opernspielplans ablesen können. Dabei ist allerdings zu bedenken, daß die Kulturpolitik des neuen Staates und der neuen Behörden in bezug auf das Operntheater zunächst noch eine andere, zweifellos vordringliche Aufgabe zu erfüllen hatte: nämlich überhaupt erst wieder ein Opernpublikum zu schaffen, nachdem das alte, frühere, zum Teil ausgestorben, zum Teil durch die Experimentierwut und die Werkentstellungskünste der Nachkriegszeit abgeschreckt und vertrieben worden war. Man mag daher bei der Betrachtung der Spielplanstatistik einstweilen den Grundsatz gelten lassen, daß es vom diplomatischen Standpunkte ausmgerechtfertigt erscheint, dem ungeschulten Geschmack des Publikums am anfang

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größere Konzessionen zu machen und erst, wenn es Vertrauen gefaßt hat, mit der Bildung dieses Geschmacks im wünschenswerten nationalkulturellen Sinne einzusetzen.

(...) Die Erfahrungen aus einer Statistik wie gerade derjenigen der Berliner Volksoper müssen kulturpolitisch genutzt werden. Es soll keineswegs das Ansehen und die Geltung romanischer Opernkunst bei uns geschmälert werden (übrigens wird diese Gefahr niemals bestehen); es soll nur immer klarer und bestimmter der deutschen Kunst im deutschen Kulturraum der gebührende Vorrang erzwungen werden" (S. 862-863, 865).

1937 Musik und Rasse ("Deutsches Volkstum" XIX, April 1937. S. 296-301). Zitat:

"(...) Überhandnehmen solcher musikwissenschaftlichen Einstellung zur Musik - auch außerhalb der eigentlichen Fachkreise - hat sehr viel dazu beigetragen, den Prozeß der Entseelung, der inneren Verödung und damit äußeren Zersetzung des Musikschaffens zu beschleunigen und zu vervollständigen. Denn Musikwissenschaftler wurden auch wieder die Lehrer der Musikschaffenden. Das bedeutet aber, daß diese Schaffenden ungefähr in der Weise über Sinn und Wesen ihres künftigen Tuns unterrichtet wurden, in der ein Anatom über das Mysterium der Liebe auszusagen vermag. Denn immer hat es im übertriebenen Selbstgefühl der Wissenschaft gelegen, zu meinen, es könne in keiner Sache einen ihr unzugänglichen, geheimnisvollen Rest geben (...).

Wie alles, was nicht nur Eigenschaft der Substanz, was nicht Außenseite, Funktion des dienenden Stoffes ist, kann aber dieses Artliche, insonderheit das am meisten umfassende Rassische, ebenso wie das Persönliche, nur festgestellt, nicht erklärt, nicht begründet werden, weil es eben im Rahmen der uns erkennbaren Welt den fraglos hinzunehmenden Grundgegebenheiten zugehört. Allein seine Feststellung ist doch an Beschreibung und Charakteristik der übereinstimmenden, außerpersönlichen, gemeinschaftseigenen Merkmale gebunden, die wieder in sich höchst wichtige Mittel der artlichen, volklichen, rassischen Selbsterkenntnis bergen. Auf diese aber aknnzungewissen Zeriten -und unsere Zeit ist bekanntlich durchaus eine solche - sehr viel, wenn nicht alles ankommen.

(...) Wenn Musikerpersönlichkeiten von starkem Instinkt wie Richard Wagner oder sogar in noch jüngerer Zeit Hans Pfitzner mit besonderem Nachdruck das J udenproblem aus der verfälschenden Hülle einer Religionsangelegenheit in das Helle Licht der rassischen Untersuchung rückten, so wurde dies von den >gesetzten<, >objektiven< Wissenschaftlern teils aus ehrlicher Überzeugung, teils aus wohlerwogenen Rücksichten privatem Unmut, gehässiger Leidenschaft, ohnmächtigem Erfolgsneid zugeschrieben. Andererseits brachte es die ausnehmende Bedeutung gerade dieses Problems im modernen Musikbetrieb mit sich, daß nach dem Ujmbruch das Thema >Musik und Rasse< langehin fast einzig unter dem Gesichtspunkte der J udenfrage

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erörtert wurde (...)" (S. 297, 298).

Positive Besprechung eines Vortrags von Paul Treutler, Fritz Metzler und Richard Eichenauer für den NSD-Studentenbund in Berlin (Abdruck: Wulf, S. 319-320).

"Der deutscheste Musiker" ("Deutsches Volkstum" XIX, Oktober 1937. S. 724-728. Quelle: BLB, Signatur: ZA 3819).

Zitat:

"(...) Allein ich weiß, daß es sehr viele Menschen in Deutschland gibt - beste Deutsche von edelster Art und echtester Gesinnung -, die Wagner mit aller Entschiedenheit und leidenschaftlicher Überzeugiung ablehnen. Ich denke da weniger an diejenigen, die mit fachästhetischen Begründungen die Wagnerschen Musik an sich einer negativen Wertung unterziehen, sondern an solche, deren Ablehnung auf rein gefühlsmäßiger, sozusagen instinktiver Abneigung, ja Abgestoßenheit, beriht, indem sie den hohen Kothurn, das rauschende Pathos, den allgemeinen Superlativismus in Empfindungs- und Ausdrucksstil der Wagnerschen Kunst (Musik und Dichtung) als nicht dem tieferen deutschen Wesen entsprechend verneinen.

(...) Ist es somit schwer, aus der Wirkung nach außen einen zuverlässigen Schluß auf das >Deutsche< in der Musik zu ziehen, so fällt ein solcher Schluß aus der Unzugänglichkeit für Nichteutsche immerhin leichter und verspricht klarere Einsichten. Es gibt aber ein noch besseres Mittel, um festzustellen, ob ein musikalisches Werk in einem tieferen Sinne >deutsch< sei oder nicht. Es liegt in der einfachen Frage: kann man sich vorstellen, daß ein nichtdeutscher Künstler dieses Werk geschaffen hätte, und welcher Nationalität hatte er sein müssen? - Die Beantwortung dieser Frage setzt natürlich einige Kenntnisse und noch mehr Urteilskraft voraus; aber dafür verbürgt sie in einem hohen Grade wirklichen Aufschluß. Aufschluß nicht nur über die Deutschheit des betreffenden einzelnen Werkes, sondern über jene berühmte, eingangs zitierte Kardinalfrage >Was ist deutsch?< überhaupt (...)" (S. 725-726, 728).

Abendroth kritisiert nicht nur die Fragestellung generell, wenn auch ziemlich hilflos, sondern unfundierte Ideologisierungen, die u. a. Beethoven als "deutschesten Musiker" darstellen.

1938 Fest der musikalische Volksgemeinschaft ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 24/V/38). Abendroth berichtet über die Eröffnung der Reichsmusiktage in Düsseldorf.

1939 Februar 1939: Der "Berliner Lokal-Anzeiger" bringt unter dem Titel "Mythos der Aufopferung" Abendroths Besprechung der Opern-UA "Die Bürger von Calais" von Wagner-Regeny.

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30. März 1939:

Das 1. Orchesterkonzert des 4. Internationalen Musikfestes Baden- Baden, Dgt. G. E. Lessing, die Sinfonietta von W. Abendroth (UA). Würde und Unterhaltung ("Deutsches Volkstum" XX1/7, Juli 1939. S. 253-254. Teilabdruck: Wulf, S. 274).

1942

16. April 1942:

Die Dresdner Philharmonie, Dgt. Paul van Kempen, gastiert für die NSG "Kraft durch Freude" im Gewandhaus und bietet u. a. die Leipziger EA der Sinfonie A-dur, Op. 11. von Abendroth. 27. Oktober 1942:

Das 1. Vormiete-Konzert B der Stadt Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - "zum ersten Male" - die Kleine Orchestermusik von Abendroth.

1943 10. März 1943:

Das 6. Städt. Konzert in Remscheid, Dgt. Horst-Tanu Margraf, bietet - erstmals - die 2. Sinfonie von Abendroth.

31. März 1943:

"(...) Ich denke nach und will noch weiter nachdenken, was sich in Ihrer Sache machen lässt. Aber ich bitte Sie zu bedenken, dass ich ein armer Hund bin und meine Empfehlungen in den allermeisten Fällen ohne jede Wirkung sind. Was spiele ich denn für eine Rolle an den deutschen Opernhäusern? Ich wüsste tatsächlich kein einziges Theater in der Welt, bei dem meine Stimme von Einfluß wäre. Ausserdem ist ein Operndramaturg so ziemlich das unnützeste Möbel, welches in der Kunstwelt denkbar ist.

(...) Ich finde es nämlich mehr als gewagt, jetzt in dieser Kriegszeit, wo es meines Wissens bis zu einem gewissen Grade direkt verboten ist, den Beruf zu wechseln, Ihre sichere Position verlassen zu wollen. Zweitens haben Sie meines Wissens noch niemals unterrichtet; es wird also schwer sein für Sie irgendwelche Belege für Ihre Eignung zu diesem wichtigen Berufe vorzubringen. Ich weiss nicht, ob komponierte Werke als Beweis gelten. Drittens steht Ihnen in dieser Zeit mehr als sonst Ihr Alter im Wege. Mit 40 Jahren ist der Berg erstiegen und ich fürchte sehr, ob man einem c. 50-jährigen das Vertrauen entgegenbringt, den Beruf erfolgreich zu wechseln. Schliesslich und viertens habe ich Bedenken, dass Sie an dergleichen Anstalten wie Hochschulen usw sich über gewisse Formalitäten schwer werden hinwegsetzen können. (...)" (Pfitzner an Abendroth, 31/111/43. Fehler im Original. Quelle: ÖNB, Musiksammlung, Signatur: F 68 Pfitzner 4/203).

Ein Brief, 1963:

"Sie würden wahrscheinlich staunen, wer alles von denen, die sich heute als Verfolgte, Geschädigte, Gerügte und Verbotene aufblähen, in Wirklichkeit damals im Ganzen ziemlich ungeschoren geblieben ist. Man darf sich die nazistische Kulturmacherei nicht so einschichtig vorstellen,

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wie sie heute erscheinen kann. Es gab vielmehr mindestens drei mit einander rivalisierende Instanzen, die einander mehr oder weniger offen entgegenarbeiteten: Goebbels, Rosenberg und Schirach. Was der eine protegierte, verbellten die andern, und so reihum. Den verschiedenen Machtbereichen entsprachen verschiedene publizistische Organe, Kritiker u.s.w. Auf diese Weise ist es sehr wohl möglich, daß sich heute einer als Verfolgter, Verbotener, Unterdrückter mit entsprechenden Zeitungsbelegen brüsten kann, während er klug genug ist, zu verschweigen, welche Förderungen er von der nazistischen Gegenseite genossen hat" (Walter Abendroth an Fred K. Prieberg, 19/111/63, Typoskript).

Geschichtsfälschung |, 1973:

"(...) Der alte Artikel wurde von Herrn Karl Riebe für das Supplement der ersten Auflage der MGG verfaßt (Bd. 15, Sp. 8 f.) und besitzt hinsichtlich Abendroths nationalsozialistischer Vergangenheit einen blinden Fleck (...)" (Dr. Ulrich Tadday, Fachbeirat von MGG, an Fred K. Prieberg, o. Dat. = 19938).

Geschichtsfälschung II, 1995:

"1939/40 wurde er von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot belegt. Seit 1945 lebte er als freier Komponist in Hamburg (...)" ("Deutsche Biographische Enzyklopädie", München, 1995).

Abendroth, Mitglied der RKK, war bei seiner Zeitung bis zu deren Einstellung 1944 angestellt; "Berufsverbot" ohne Ausgliederung aus der Kammer verstieß gegen Gesetz, auch wäre dann kein Werk mehr aufgeführt worden. Die Technik des Lexikographen ist deutlich: Seine Leser sollen glauben, Abendroth sei 1939 bis 1945 "verboten", also Antifaschist gewesen.

Geschichtsfälschung Ill, 1995:

Im Sommer 1995 plazierte die Wochenzeitung "Die Zeit" beim Siedler-Verlag in Berlin ein Buchmanuskript ihres Autors Karl Heinz Jansen, "Die Zeit in der Zeit. 50 Jahre einer Wochenzeitung". Darin ist auch der frühere ZEIT-Musikredakteur Walter Abendroth erwähnt. Um diesen als "antifaschistischen" Helden zu adeln, hieß es, er habe eine Biografie Pfitzners geschrieben, der im 3. Reich als "Judenknecht" gegolten und daher unter Verbot gestanden habe.

Geschichtsfälschung IV, 2004:

"(...) ein Speichellecker Pfitzners, der nationalsozialistische Kritiker Walter Abendroth (...)" (Kater Ill. S. 193, ähnlich S. 230, 366).

Dem "Distinguished Research Professor of History" fehlt mangels Karteikarte in der ZKNSDAP ein dokumentarischer Beweis für den "NS- Kritiker". Wer als Historiker geachtet werden möchte, darf niemand "Speichellecker" nennen, denn auch dies ist nicht beweisbar, zudem als Formalbeleidigung strafrechtlich riskant.

"Zeit"-Folgen, 2006:

"Am 1. April 2005 bat der Beschuldigte um ein Rezensionsexemplar (dieses CD-Handbuchs) für die Feuilleton-Redaktion DIE ZEIT.

Am 5. April erledigte Herr Kopf dies über Bestellschein und fragte am 19. Juli, da nichts geschah, ob und wann die Rezension erschienen sei.

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Die Sekretärin Christiane Behrend bat am gleichen Tag um Geduld, Herr Spahn werde sich melden. Wieder geschah nichts.

Am 7. September 2006 forderte ich von hier aus Spahn zur Rückgabe des CD-Exemplars auf, setzte eine Frist und kündigte bei deren Verfall straf- und zivilrechtliche Weiterungen an. Abermals geschah nichts, sodaß der Verdacht entsteht, Spahn habe eine Rezension nicht realisieren können und sich die CD einfach angeeignet (...)" (aus der Strafanzeige gegen den Redakteur Claus Spahn bei der Staatsanwaltschaft Hamburg, 6/X/2006).

Die Staatsanwaltschaft Hamburg stellte am 2/V/07 das beantragte Ermittlungsverfahren ein, weswegen der Täter solche amtliche Kumpanei begrüßt haben dürfte; die Beschwerde wies die Generalstaatsanwaltschaft, Staatsanwältin Onnen, am 11/VI/07 zurück, indem sie die deutlich dokumentierte Tatsache ignorierte, daß das Handbuch im Eigentum des Autors bleibt und nur als Dauerleihgabe ausgegeben wird. Damit bescheinigte sie dem Täter und sich selber Legathenie oder Rechtsbruch und betonte, dieser habe erst nach Erhalt der CD erfahren, daß die Redaktion keine Rezension wünsche, kam aber nicht auf die Idee, daß ehrliche Redakteure dies vor einer Bestellung erfragen.

"Die Zeit" ist in diesem Handbuch noch mehrmals als Helfer für Geschichtsfälschungen genannt, sodaß der Verzicht auf Rezension als lachhafter Racheakt erscheint.

Information: FA, MM2, KDMK, SML, RMLE, MGGS.

Abendspruch = Abendstille überall.

Abendstille überall, nur am Bach die Nachtigall (T: dänisch, dt. Fassung onA). Text und Melodie: Hardenack Otto Conrad Laub, 1805-1882, Bischof zu Viborg. Kanon zu 4 Stimmen. Dreistimmig auch in Die Singstunde 57 (Jöde, 1933) mit unzutreffender Urheberangabe Thomas Laub. Titel: Abendspruch.

In: RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938; Kanon); Lied über Deutschland (?1941).

Aber, Adolf Apolda, 28. Januar 1893 - London, 21. Mai 1960.

Dr. phil., Berlin 1919 (Die Pflege der Musik unter den Wettinern und Wettinischen Ernestinern... bis zur Auflösung der Weimarischen Hofkapelle 1662), Musikschriftsteller in Leipzig, bis 1933 Mitarbeiter des MV Hofmeister und Musikkritiker der "Leipziger Neuesten Nachrichten".

Von Brückner/Rock (I, Ill) und Gerigk/Stengel (Spalte 15: "Bekannt als einer der korruptesten Vertreter des Musikjournalismus") als Jude denunziert.

1936 emigrierte Aber nach Großbritannien und war in London Abteilungsleiter des MV Novello & Co. und Vertreter deutscher Musikverlage. Im September 1939 stufte ihn das Enemy Aliens' Tribunal als "friendly alien" ein. 1958 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

1939, Denunziation:

"So steht ein Herr Adolf Aber als >DJ <, lies Deutscher Jude (!) in dem neuen Riemann. Dieser >deutsche< Jude, früherer Leipziger Kritiker, jetziger Londoner Großgeschäftemacher in Musik, ist mit seinen sämtlichen >Verdiensten< aufgeführt, obschon selbst die verjudete musikwissenschaftliche Zunft der Systemzeit bereits die Kläglichkeit seiner Veröffentlichungen, beispielsweise seines >Handbuchs der Musikliteratur<, festgestellt hatte; obwohl dieser üble wissenschaftliche Hochstapler von Alfred Heuß längst vor 1933 moralisch vernichtet war und nur von einem sturen Zeitungsverleger aus >Prestige<-Gründen gehalten wurde" (Hans Schnoor: Peinliche Ehrenrettung des "Riemann". "Dresdner Anzeiger" Nr. 73, 14/111/39).

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, SML, MGGS.

Aber erst Gräber schaffen Heimat (T: E. Bertram). Titel: Die Berggräber.

Mehrfach vertont, so von Hugo Herrmann, Th. Jung, H. Kinzel, K. Marx, Q. Rische, E. Sauerstein, H. Spitta.

Aber geah, Diandl, spreiz di nit. In: Hellau! (1942).

Aber heidschi bumbeidschi. Wiegenlied. Vgl. Aba Haidschi bumbaidschi. In:

Lied über Deutschland (?1941); Im Kerzenschimmer (1944).

Aber immer mit frischem, frohen Mut. Soldatenlied. Titel: Der junge Reservemann. In: Singen (?1937).

Aber Schützler, heint müaß mer am Gamsberg giahn. In: Hellau! (1942).

Abert, Anna Amalia Halle/Saale, 19. September 1906 - Kiel, 4. Januar 1996.

Tochter eines Universitätsprofessors; Musikwissenschaftlerin, Dr. phil. Berlin 1934 (Die stilistischen Voraussetzungen der Cantiones sacrae von Heinrich Schütz). Habilitation1943. Zunächst wissenschaftl. Hilfskraft am Institut für MW der Universität Kiel, 1943 Dozentin.

1946 von der brit. Militärregierung entlassen. 1950 hier außerplanmäßige Professorin. Mitarbeiterin der MGG-Redaktion im Bärenreiter-Verlag.

NSDAP seit 1/V/37, Nr. 3.982.964; 1938 Musikreferentin der NS- Frauenschaft, 1941-42 Gausachbearbeiterin für Lied und Chorgesang in der Gaufrauenschaftsleitung Kiel, 1940 NSV-Blockwalterin, NS- Reichsdozentenbund ab 1939.

Information: MGG.

Abert, Karl

Uns trennte des Siegers tyrannische Hand (T: Walter J äntsch), Trutzlied zur Saarfrage. Textprobe (2. und 3. Strophe): "Man nimmt uns die Kohlen aus felsigem Schacht, man nimmt unsre Schätze mit frevelnder Macht, das lothringer Eisen, im Saarländer Tal macht's höhnend der Franzmann zu blinkendem Stahl. Doch fügt er zur Knechtschaft noch Jahr um Jahr, wir rufen's nur lauter: Deutsch bleibt die Saar!

Man raubt unsres Berglandes waldige Zier, man plündert die Höhen mit fränkischer Gier, wohl bricht man der Bäume knorriges Holz, doch nicht unsrer Seelen trotzigen Stolz! Hier stehen wir, hier weichen wir

nicht um ein Haar, so lange wir leben! Deutsch bleibt die Saar!"

Daß es sich um Kompensation für die im Krieg gegen Frankreich von den Deutschen angerichteten Schäden handelte, blieb unerwähnt. In:

Saarvolk singt (1934).

Abgesessen von den Pferden (Setzt zusammen die Gewehre). Soldatenlied. In: Soldatenlieder (1934).

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Abraham, Paul

Apatin (Ungarn), 2. November 1892 - Hamburg, 6. Mai 1960. Bis 1933 Kapellmeister und Komponist in Berlin; er emigrierte nach Paris, dann weiter über Kuba in die USA. Da seine Musik hier nicht gefiel, verarmte er, wurde gemütskrank und 1946 in einer Nervenheilanstalt untergebracht. Obwohl er bald genas, ließen ihn Bevollmächtigte und Verleger weiter bis 1952 dort festhalten. Erst 1956 konnte er nach Deutschland zurückkehren.

Musik zum Film Rakoczy-Marsch, deutsch-ungarisch-österreichische Gemeinschafts-Produktion, unter Verwendung ungarischer Melodien (UA: 15/X11/33).

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert.

Der rassistische Boykott reduzierte die Aufführungen seiner Operette "Die Blume von Hawai" von 1725 in der Saison 1932/33 auf 8 in der Saison 1933/34, der Operette" Viktoria und ihr Husar" entsprechend von 500 auf 45 Aufführungen.

Information: FA, RML, SML, LdBl.

Äbr i fähr, äbr i fahr, äbr i fähr mit der Post. Volkslied aus Kärnten. Astimmig in: Hans Neckheim, "222 echte Kärtnerlieder" (Wien). Titel: Der Postknecht.

In: Volksliedsingen im Schulfunk 26 (18. März 1937); DAF, Singendes Volk 13 (August 1942).

Abromeit, Ernst

Kämpfer (Texte: Max Dinklage, Conrad Grotian, Herbert Molenaar, Willi

Zimmermann), für Soldatenchor und Blaskapelle (RS Königsberg,

8/1V/37).

Richthofen (T: M. Dinklage). Marsch mit Lied (RS Böhmen, 23/X11/40). Der Titel feiert den Jagdflieger des Wk. I Manfred von Richthofen

(1892-1918), der viele Gegner abschoß und dabei selber das Leben

verlor.

Abschied = Gott g’segn' dich, Laub

Abschied = Das Hakenkreuz auf unsrer Flagge

Abschied = OD Mädel weine nicht, mich ruft die heilge Pflicht

Abschied des Bosnierkriegers = Lebewohl, liebe Mutter Abschiedslied = Nun lebt denn wohl, ihr altbekannten Räume Abschiedslied = Reicht, ihr Lieben, mir die Hand

Abschiedsmarsch. In: Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933).

Abschied-Wanderlied = Wenn i heit af die Wiesn geh

Absenger, Anton 1820 - 1899

Rosegger-Marsch, zus. mit Hans Kliment. Der Titel feiert den steiermärkischen Erzähler und Heimatdichter Peter Rosegger (1843-1918) In: Marschperlen II (1943).

Abt, Franz 1819 - 1885

Nimm deine schönsten Melodien aus tiefster Brust hervor (T: Johann Jakob Sprüngli). Vaterländisches Lied.

In:

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933).

Weihelied: Brüder, weihet Herz und Hand freudig gern dem Vaterland (T: Kübler).

In:

Nationalsozialistisches Volks-Liederbuch (1934).

Blümlein auf der Heide: So viel der Mai auch Blümlein beut zu Trost und Augenweide (T: H. v. Fallersleben).

In:

Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; "Volkslied").

Ein Römer stand in finstrer Nacht am deutschen Grenzwall Posten (T: V. von Scheffel). Ballade.

In:

Die weiße Trommel (21935).

A Busserl is a schnuckrig Ding. Lob des Kusses, onA. In: Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934, nur T).

A Büxerl afn Ruckn. Jägerlied. In: Hellau! (1942).

Ach, ach, ach, was für ein harter Schluß, weil, weil, weil ich von euch scheiden muß! Abschiedslied, aus: Georg Dinges, "Wolgadeutsche Volkslieder" (Leipzig, 1932).

In: Der Ring (1935).

Ach, Bauer, was ich dir will sagen. Reiterlied, 2. Strophe von "Was helfen mir tausend Dukaten". Aus Schlesien, nach Hoffmann-Richter. Titel: Reiters Abschied. In: Soldatenlieder (1934); Im gleichen Schritt und Tritt (1941).

Ach bittrer Winter, wie bist du kalt, du hast entlaubet den grünen Wald (T: Ambraser Liederbuch, 1582). Melodie 1640. Einstimmig, auch A4stimm. oder mit Instrumenten. Titel: Ein Reigen auf den Winter. In: Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Lobeda-Singbuch für Frauenchor (1936); Lobeda-Singeblatt 39 (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland (?1941); Die Weihenacht ist kommen (1937); Singebuch für Frauenchor (21940).

Ach, du mein lieber Gott, muß ich schon wieder fort. Handwerkerlied. In: Klingend Erbe (1941).

Ach, Elslein siehe: Johann Ott

Ach, englische Schäferin, gewähr mir ein Bitt. Volkslied aus Lothringen. Aus: Louis Pinck, "Verklingende Weisen". In: Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938).

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Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen. Der 12. Psalm (Erfurt, 1524).

In: Christliche Kampflieder der Deutschen (1933); NSLB, Unser Lied 2 (21935).

Ach Gott, wem soll ich's klagen. Volkslied. In: Schwäbisches Liederbuch (*1938).

Ach Gott, wie hat so lange Zeit der Widerchrist regieret. Protestantisches Kampflied "Wider den Antichrist", onA. In: Christliche Kampflieder der Deutschen (1933).

Ach, gut Gesell, nun ziehst du aus. Abschiedslied. In: NSLB, Unser Lied (21935).

Ach herzeliebe Bauers-Frau. In: Unser das Land (1937).

Ach Himm!'l, es ist verspielt. Tiroler Volkslied aus dem Vintschgau. Titel: Andreas Hofers Abschied vom Leben. In: Singkamerad, Anhang München (1939); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Hellau! (1942).

Ach, in Stücke möcht ich mich zerreißen! Ins Wasser möcht ich

springen (T: volkstüml., Fassung: C. Clewing), auf eine Volksmelodie. In: Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940).

Ach ja, ich fühl es. Zwischengesang. In: Soldatenliederbuch (41940).

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Ach, J ungfer, ich will ihr was auf zu raten geben. Rätsellied aus Schlesien. In: Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Stimmt an! II (1939); Lied über Deutschland (?1941).

Achleitner, Rudolf 1864 - 1909

Seyffertitz-Marsch (BR, 15/VI11/33; RS Wien, 7/X/38). Bearbeitung: Hans Kliment (1938) [K].

Tiroler Adler. Marsch (RS Wien, *20/1V/39, NSDAP-GauMZ Wien, Dgt. Sepp Weber; RS Hamburg, 1/VI11/39).

In:

Marschperlen II (1943).

Zweier Landesschützen-Marsch (RS Wien, 6/VI11/39). Reinsperg-Marsch. Der 3er Tiroler Kaiserjäger-Regimentsmarsch (1939) [K].

In:

Marschperlen I (1943).

Ach, lieber Schuster du. Kinderlied. In: Klingend Erbe (1941).

Ach, mein lieber Bruder, ich will dir was Neues sagen. Scherzlied, Melodie aus Franken. In: Lieder des Volkes (61936).

Ach Mutter, liebe Mutter, mein Kopf tut mir so weh. Aus Brandenburg. Nach: Büsching und von der Hagen, "Sammlung deutscher Volkslieder" (1807). Auf diese Melodie wird auch "Es waren zwei Königskinder" gesungen.

In: Lieder unseres Volkes (1943).

Ach, Schatz, wenn du über die Gasse gehst, schau unser Haus nicht an. Volkslied aus Lothringen, aus: Louis Pinck, "Verklingende Weisen" I (1928).

In: Unser das Land (1937); RJF, Liederblatt der HJ 101/102 (1941; onA); RJF, Musikblätter der HJ) 101/102 a (1941); Lieder unseres Volkes (1943).

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Ach Schatz, wenn du zum Tanz willst gehen, tanz auch einmal mit mir. In: Soldatenlieder (1934).

Ach, schönster Schatz, wär ich bei dir = Auf dieser Welt hab ich kein Freud

Ach Tannenbaum, ach Tannenbaum, du bist ein edler Zweig (T: nach dem Bergliederbüchlein um 1740). Melodie im Liederbuch von Melchior Frank (1611). Gesungen in Westfalen, Schlesien und im Odenwald. Titel: Das Lied vom Tannenbaum.

Vgl. O Tannenbaum. In: Unser das Land (1937).

Achtelik, Josef Bauerwitz/OS, 7. April 1881 - Leipzig (DDR), 30. Dezember 1965.

Sohn eines Hutfabrikanten; Schüler u. a. von Franz Wüllner und W. von Bausznern, Musikjournalist und Dirigent; Stand 1932: 1. Vorsitzender des Reichsverbandes Dt. Tonkünstler und Musiklehrer, Ortsgruppe Leipzig. Professor, zunächst Kapellmeister in Köln und Glogau, dann in Leipzig Musikpädagoge, Musikschriftsteller und Komponist.

Nach 1945 weiterhin in Leipzig, zuletzt i. R.

NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.430.648. Dirigent des Chors der NSDAP Leipzig, 1934 Leiter der Kreismusikerschaft der RMK Leipzig, dann der Ortsmusikerschaft.

Eine Besprechung ("ZfM" CIl/5, Mai 1935. S. 540).

Zitat:

">Die Jugend möge ihre Begeisterung für Volk und Heimat in diese Kantaten hineinlegen und die älteren von uns mögen die selbsterlebten Zeiten den großen Krieges wieder aufleben lassen< schreiben die Herausgeber. Beide Kantaten sind leicht ausführbar und sehr geeignet, große vaterländische Veranstaltungen wirkungsvoll einzuleiten und zu beschließen".

Hier ging es um die bei Tonger, Köln, erschienenen Kantaten "O Deutschland hoch in Ehren" von Heinrich Lemacher und "Der gute Kamerad" von Otto Stein.

Josef Reiter: Festgesang an den Führer des Deutschen Volkes ("ZfM" CV/12, Dezember 1938. S. 1365-1367). Zitat:

"(...) Die Idee der deutschen Freiheit, die unbändige Liebe zur deutschen Heimat, das völlige Aufgehen in dem Dienst an der deutschen Kunst sind die Charaktermerkmale dieses, in Braunau am Inn geborenen, Oberösterreichers. Der Inhalt vieler Chorwerke und der Titel manches

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Instrumentalwerkes geben Zeugnis von seinem innersten Sehnen: daß das deutsche Volk allzeit aufrecht stehe - daß es nicht nach alter Weise durch Zwietracht in Ohnmacht gerissen werde - daß es übe deutsche Sitte und Treue! Kein Wunder, daß dieser Josef Reiter sich von Anfang an zu Adolf Hitler bekennt, und kein Wunder, daß er dem Führer des endlich geeinten deutschen Vaterlandes einen Festgesang komponiert.

(...) Von erfahrener Meisterhand sind diese 440 Takte zu einem Festgesang geformt, über dem, wohl mit beziehungsvoller Absicht, Rienzi-, Lohengrin- und Meistersingerstimmung liegt. Schön wäre es, wenn am 20. April 1939 in jeder Stadt Groß-Deutschlands dieser Festgesang erklingen würde als Gruß und Dank aller Deutschen an Denjenigen, der die deutsche Zwietracht bezwang, der ein tausendjähriges Sehnen aller wahren Deutschen erfüllte: das Sehnen nach einem starken und einigen Deutschland!" (S. 1365, 1367). Vgl. Josef Reiter.

Der Wunsch nach einer Menge Aufführungen zum Führergeburtstag blieb unerfüllt.

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, LdCh, SML, MGGS.

Achtung, DAF!: Achtung, DAF! Die Roten sind bezwungen, am Boden liegt das ganze Bonzenpack. NS-Kampflied, onA. Vgl. Achtung, SA! Textprobe (3. Strophe mit Refrain): "Wir halten fest Horst Wessels Werk in Händen, wir sind ein Volk,ein Führer und ein Reich, und wer es wagt, das heil'ge Werk zu schänden, den trifft die Rache, uns'rer Femeid. Ihr Spießer, ihr Bonzen, wir sind auf der Wacht, wir sind die alten noch heut. Wir haben geblutet, gekämpft und geschafft für Deutschland, doch niemals für euch! Drum vorwärts, drum vorwarts, die Straße frei! Ihr Spießer, schert euch nach Haus. Wir schlagen euch sämtliche Knochen entzwei und räuchern die Tempel euch aus!" In: Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934).

Achtung! Links! Rechts! Tritt gefaßt! Laßt Gesang jetzt hören (T: Kurt Oskar Bark, aus der Zeitschrift "Der Kamerad"), "Marschlied der Frontring-Verbände", zur Melodie "Ist es denn nun wirklich wahr". Textprobe (2. Strophe): "Hakenkreuz im weißen Schild auf den roten Fahnen: daß es unser Leben gilt, sollen sie uns mahnen!

Rums widibums, widirallerallera". In: Durch Kampf zum Sieg! (71926); Unter Hitlers Fahnen (1932).

Achtung SA! Die Roten sind bezwungen, am Boden liegt das ganze Bonzenpack. SA-Kampflied, 0onA. Vgl. Achtung, DAF! Textprobe (2. Strophe): "Horst Wessel fiel und mit ihm tausend Helden, im Kampf fürs neue deutsche Morgenrot, doch nicht für euch, ihr vollgefressenen Wänste, färbte das Blut das kalte Pflaster rot. Ihr Spießer, ihr Bonzen, wir sind auf der Wacht, wir sind die alten noch heut‘, wir haben gekämpft, geblutet, geschafft, für Deutschland, doch niemals für Euch. In: Was die SA singt (1935).

Acht Worte Schullatein = Cato, Cicero

Acht zeitgemäße effektvolle Märsche. Für Blasmusik leicht spielbar, onA (1936) [E&C].

Karl Krebs: 1. Sonnenfeuer. - 2. Die Fackelträger. - 3. Tempo der Zeit. - 4. Wehr und Heer. - Hermann Behr: 5. Licht empor. - Karl Krebs: 6. NSKK-Marsch und Lied. - Hermann Behr: 7. Flammenzucken. - 8. Ein Heldenherz.

Ach wär ich ein Vöglein (T: R. Reinick), onA. Titel: Ich wüßt, was ich tät. In: Lieder für die Mutter (1934); Deutsche Lieder (1940).

Ach weh wie fällt der Tau. Mährisches Volkslied. In: Brünn ist nit hin (1939).

Ach, wenns nur der Hauptmann auch wüßt. Soldatenlied. In: Soldatenlieder (1934).

Ach, wie ist diese Zeit so schwer, die wir haben erlebet. Protestantisches Bittlied, 0nA. Textprobe (2. und 3. Strophe): "Die Welt ist jetzt gar umgekehrt, daß man sich muß verwundern; alles wird wüst und ganz verheert, niemand kann sich da sondern vor Einfall und der Fährlichkeit der Feinde, so sich schon zum Streit wider uns stark gerüstet.

Die deutsche Freiheit leidet Not, will uns nicht wieder werden, das klagen jetzt dem lieben Gott viel Gwaltige auf Erden; das allgemeine Vaterland muß leiden gar ein schweren Stand. Des laß Dich, Gott, erbarmen!"

In:

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933).

Ach, wie ists möglich dann, daß ich dich lassen kann, wo meine Wiege stand, mein Heimatland (T: Helmina von Chezy, 1812). Volksmelodie. Zuweilen ist Alexander Roß oder Rost als Textautor genannt.

Mehrfach vertont, so von F. \W. Kücken, Fr. Wilhelm, Ludwig Böhner und Ernst Rudorff.

In:

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T); Singkamerad (31935, 81937); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Flieger-Liederbuch (1938); Stimmt an! Il (1939).

Ach, wir haben Hunger sehr, darum bringt das Essen her (T: onA = W. Cramm). Tischlied für Vorsänger und Chor, zu einer Melodie aus der "Bauernkantate" BWV 212 von J. S. Bach [V].

In: Der Kilometerstein (?1937); RJF, Wir Mädel singen (1937); Lied über Deutschland (?1941); Lieder unseres Volkes (1943).

Acker, Arnold

Did da-did did: \Wvenn wir marschieren durch das Städtchen, wie leuchten hell die Augelein (eigener T). Funkerlied, entstanden bei der Nachrichtentruppe in Königsberg, Neumark (1937).

In:

Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940).

Ackermann

Niedersachsentreue. Marsch (Norag, 2/VI/33, aus Bremen). Hanseatenblut. Marsch (Norag, 4/VI/33, aus Bremen).

Information: Mutmaßlicher Urheber: Rudolf Ackermann, 1. Trompeter im NiedersachsenOrch Hannover.

Adam, Franz (Josef Johannes Maria)

München, 28. Dezember 1885 - München, 21. September 1954. Sohn - unter 12 Kindern - eines auf Pferdebilder spezialisierten Kunstmalers; Schüler von Anton Beer-Walbrunn und Felix Mottl, Klarinettist und Kapellmeister, 1912 2. Kapellmeister des KurOrch Bad Ems, dann am Stadttheater Gießen bis 1914, dazwischen und dann wieder 1919-1922 musikal. Leiter der vom Konzertverein St. Gallen gestellten Kurkapelle Ragaz, dann beim BR, bald Künstlerischer, dann Musikalischer Leiter. 1924 mit Aufstellung eines Funkorchesters für die neugeschaffene Deutsche Stunde in Bayern betraut, aber 1928 hinausgedrängt. Gründer des Münchener TonkünstlerOrch und bis 1934 dessen Leiter. 1934-35 Abteilungsleiter Musik und Film im Städtischen Kulturamt München. Am 30/1/38 von Hitler zum GMD ernannt.

Nach 1945 fast 3 Jahre in Internierungslagern, so Peiting am Lech, Altenstadt, Garmisch-Partenkirchen und Regensburg, dann ohne Anstellung weiterhin in München, auf der "Schwarzen Liste" der US- Militärregierung. 1948 stufte ihn die Spruchkammer München in Gruppe Ill (Minderbelastete), darauf in Gruppe IV (Mitläufer) ein. 1949 Kapellmeister der 7701 Eucom Band Training School der US-Armee, 1950 Theorieprofessor der 7701 USAREUR Bandsmen School bis 1953, dann bis zum Ableben abermals arbeitslos.

Werke: 2 Sinfonien, Konzert-Ouvertüre (u. a. BR/ RSdg, 23/1/36); Ständchen für Orch (Oberammergau, Febr.1944); Kammermusik, so Menuett für Streichtrio (1909), Streichquartett G-dur (1909); Hörspiel- Musiken, so "Spiel von der Auferstehung des Herrn" von Helmut Habersbrunner nach einem Osterspiel des Mittelalters (BR,4/1V/26), "Leonce und Lena" von Büchner (BR. 4/VIIl/26) oder "Heilige Nacht", Weihnachtslegende von Ludwig Thoma (BR, 24/X11/26); Bühnenmusik, Singspiele; "Das Paradies der Liebe", Schwankoperette (Zwickau, 1941); "Heilige Nacht", Weihnachtslegende von L. Thoma (1926; BR, 24/X11/33); vier Lieder Op. 3 (1909), Lieder für Sopran und Orch auf Texte von Brentano, Storm und Roland Henning (UA: November 1942); Tanzweisen- Folge für Klavier Op. 12 (1947).

NSDAP seit 1/1/30 (eigene Angabe: 1/XI/30), Nr. 348.967. KfdK seit 1931. DAF, NSV, NSKOV, Reichskolonialbund, 1933 SA, 1943 ehrenhalber SA- Sturmbannführer. 1934 in der Reichsleitung der NSDAP, Mitglied des Stabes des Stellv. des Führers als Sachbearbeiter für Musikfragen, Hauptstellenleiter Musik in der Parteikanzlei. 1935 Präsidialrat der RMK. Leiter des NS-Reichssinfonieorchesters, in dem bis Kriegsende ein

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halbjüdischer Soloflötist (Sebastian Deuring) mitwirken durfte. Stand 27/V/38: Reichskultursenator.

1932 10. Januar 1932:

Im Zirkus Krone, München, findet das Debutkonzert des NSRSO, Dgt. Adam, statt. Das Programm: 1. Weber Euryanthe-Ouvertüre. - 2. Wagner: Vorspiel zu "Meistersinger". - 3. Bruckner: 4. Sinfonie.

Das zunächst für den 16/XII/31 angesetzte Gründungskonzert war mit Hinweis auf den Weihnachtsfrieden von Ministerpräsident Held (SPD) und Polizeipräsident Koch verboten worden.

12. Januar 1932, Echo:

"Der weite Raum des Zirkus war voll besetzt, Parteigenossen, Freunde und Anhänger der Bewegung aus allen Schichten und Kreisen des Volkes bekundeten durch begeisterte Zustimmung und freudigen Beifall ihre Dankbarkeit für die Hochwertigkeit der gebotenen Vortragsfolge und deren ausgezeichnete Durchführung, darüber hinaus aber auch ihre Liebe und Treue zum Nationalsozialismus, der die Förderung der wahren Volksgemeinschaft besonders auch durch vermittlung unserer deutschen Kulturgüter erstrebt" ("VB", 12/1/32; Zitat in Britta Hanke: Der Dirigent Franz Adam und das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester. Magisterarbeit, München 2004. S. 53).

Februar 1932:

Abt. Rasse und Kultur der NSDAP entsendet das Münchener TonkünstlerOrch, Dgt. F. Adam, zu einem viertägigen Gastspiel, das Günzburg, Ulm, Kempten, Memmingen und Kaufbeuren berührt.

März 1932, Nachricht:

"In München, dem Geburtsort der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, hat sich unter Führung von Professor Gaston Freytag, dem Sohn des Verfassers von >Soll und Haben< und Leiter der Abt. Rasse und Kultur der NSDAP, ein aus 75 Künstlern bestehendes, in den Streichern stark besetztes nationalsozialistisches Orchester gebildet. Dirigent ist Franz Adam" (Tageschronik. "Die Musik" XXIV/6, März 1932. S. 478).

11. Juni 1932:

Im Kursaal von Berchtesgaden hört Hitler erstmals ein Konzert des eilends zusammengerufenen Orchesters und verspricht Hilfe. F. Adam bietet u. a. die 4. Sinfonie von Bruckner.

1932, Wirkung:

"(...) Menschen, die unter dem Einfluss verleumderischer Lügen über die deutsche Freiheitsbewegung in den Nationalsozialisten eine Horde roher, mordgieriger oder doch mindestens rauflustiger Gesellen zu sehen erwarteten, sahen zu ihrem Erstaunen eine Schar wohldisziplinierter, sich in ihre Aufgabe mit Hingebung und vollem Eifer versenkenden Musiker vor sich und mußten erkennen, daß der Nationalsozialismus, weit entfernt davon, dem ihnen gezeigten Zerrbilde zu gleichen, der Träger heiligster deutscher Kulturgüter ist"

(Zweck und Ziel des Nationalsozialistischen Reichs-Symphonie-Orchesters. Vorwort. Drucksache o. Ort = München, 1932. Quelle: BA, Bestand NSD

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70/ 63; Zitat auch bei Britta Hanke, wie oben. S. 50).

1933 27.)Januar 1933, Denunziation:

"Bei der Gründungsversammlung im Oktober 1931 mußte ich feststellen, daß Adam ganz einfach das >Münchener Tonkünstler Orchester< zu diesem Zwecke übernommen hatte, das Orchester der I. S. M. (Interessengemeinschaft Süddeutscher Musiker), deren Mitglieder zum Teil rechtsgerichtet sind, zum anderen Teil aber mit Nationalsozialismus nichts gemein haben, wie aus der Einstellung vieler Orchestermitglieder deutlich zu erkennen ist. (Ich erinnere daran, welchen Kampf und welche Geduld es gekostet hatte, die Leute in den ersten Konzerten zum Tragen des Parteiabzeichens zu überreden!).

Nachdem Herr Adam die Sozialdemokratie und die Bayerische Volkspartei ohne Dauererfolg absolviert hatte, schwenkte er zum Nationalsozialismus über, und nachdem es ihm hier gelungen war, seine Absicht der Gründung eines Nationalsozialistischen Symphonieorchesters zur Sicherstellung seiner eigenen Existenz auszuführen, nahm er dazu das >Münchener Tonkünstler Orchester der Interessengemeinschaft Süddeutscher Musiker< --, ein Akt der Erkenntlichkeit gegen diese Organisation, die ihn nach seiner Entlassung aus den Diensten des Bayerischen Rundfunks und nach dem Theaterkrach in Landshut, wo er eingeschriebenes Mitglied der S.P.D. gewesen war, durch seine schlimmsten Jahre mit durchgebracht hatte.

(...) Adam bedeutet für das Vorwärtskommen des N.S.R. Symphonieorchesters die größte Hemmung.

Wie mir bekannt ist, haben, als die Frage der Orchesterleitung des N.S.R. Symphonieorchesters akut wurde, namhafte Münchener Musikfachleute dringend von Herrn Adam abgeraten und Dirigenten von Ruf und Können vorgeschlagen; nur durch Befürwortung eines Generals gelang es Herrn Adam den heutigen Posten zu bekommen" (Willy Huebner, München, an Alfred Rosenberg, 27/1/33. Quelle: BA NS 8/ 125. Blatt 122, 124).

Adam hatte dem Geiger Huebner, NSDAP Nr. 571.886, am 17/1/33 wegen dessen häufigen Beschwerden gekündigt. Dieses zwölfseitige Schreiben an Rosenberg war die Rache; jedoch blieb Adam im Amt, obwohl Huebner nach bewährter Denunziantenmanier unter gleichem Datum einen fast inhaltsgleichen Brief auch an Göring richtete.

27. Juni 1933:

Das Orchester, Dgt. Adam, beginnt auf Einladung von Gauleiter Sprenger und von ihm begleitet eine Konzertreise durch Hessen-Nassau, die Kissingen, Darmstadt, Frankfurt. Gießen, Worms und Mainz berührt, aber auch die pfälzischen Orte Frankenthal, Bad Dürckheim, Neustadt, Kaiserslautern, Landau, Bergzabern, Speyer und Ludwigshafen einbegreift, am 15/VII sogar Auftritte in Saarbrücken, Saarlouis, Merzig, Neunkirchen, Homburg und St. Ingbert, also ins noch französisch besetzte Saargebiet vordringt, ohne die Besatzungsmacht aufzustören, und am 22/V11/33 endet.

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Förderer des NSRSO waren Se. kgl. Hoheit der Herzog von Coburg, Se. Durchlaucht Max Egon zu Fürstenberg und Dr. h. c. Walcker, Orgelbauer in Ludwigsburg. Der Entwurf des braunen Musiker-Fracks stammte von Hitler selbst.

1. September 1933:

"(...) Das Adamsche Orchester spielt sich einen Mist zusammen. (...) Letzter Akt >Meistersinger<. Dann Diplomatenempfang. (...) Aufführung sehr schlecht. Orchester und Sänger dritter Klasse. Ich bin sehr deprimiert. Respektlos! Hier mußte erste Klasse hin" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 2/1X/33. S. 463).

Es ging um einen Auftritt des NSRSO unter Franz Adam bei der Kulturtagung des RPT 1933.

12. November 1933:

Das Orchester, Dgt. Adam, beginnt eine Konzertreise durch Italien; diese berührt Cremona, Bologna, Pesaro, Ancona, forli, Milano, Perugia, Rom, Neapel, Lucca, Firenze, Pisa, Venezia, Triest, Torino, Verona, Modena, Parma und Genova. Als Pressereferent reist Dr. Erwin Bauer mit, als Pianist mit Liszts Klavierkonzert Erich Kloss.

Dezember 1933, Gastspiel in Mailand:

"Das Mailänder Konzert des Hitler-Orchesters wurde von Publikum und Presse mit großer Sympathie und herzlichem Beifall aufgenommen. >Popolo d'Italia< schreibt dazu, daß der Dirigent Adam und das Orchester den geistigen Sturmtrupp des Dritten Reiches darstellten, der mit wahrer Kunst an die menschliche Seele rühre. Es fand ein Empfang im Rathaus und im Hause des Fascio statt, wo das Orchester die Märtyrer der faschistischen Revolution mit Kranzniederlegung und dem Liede vom guten Kameraden ehrten. In Ansprachen wurde die Gemeinsamkeit des neuen Glaubens bekräftigt" ("Die Musik" XXV1/3, Dezember 1933. S. 239).

18. Dezember 1933, Kritik:

"(...) Nationalsozialistisches Orchester (München) reist in Italien als >Hitler-Orchester< unter Leitung Adam. Ins Ausland dürfen nur die besten Leistungen" (Aufzeichnung W. Furtwänglers für eine Audienz bei Dr. Goebbels am 18/X11/33. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler).

Organisatorisch war das Ensemble bald Teil der NSDAP, dessen Musiker im Gau Oberbeyern eine eigene Ortsgruppe bildeten.

1934 *5, September 1934:

Zur Kulturtagung der NSDAP beim RPT im Apollotheater zu Nürnberg dirigiert Adam vor der Hitler-Rede das NSRSO mit Beethovens "Weihe des Hauses".

16. September 1934:

In der Tonhalle Trier bieten Saarsängerbund und NSRSO, Dot. Matthias Beck, A. Bruckners Tedeum, deutsche Fassung. Mitwirkende: Hedwig Cantz (S), Willi Lorscheider (T), Johannes Willy (B) (Quelle: Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., Signatur: Ffm 21053/55).

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Oktober 1934:

Das Münchener TonkünstlerOrch legt diesen Namen ab und nennt sich fortan Nationalsozialistisches Reichs-Symphonie-Orchester.

Dies bedeutete keine Angliederung an die Partei, doch wirtschaftliche Abhängigkeit von ihr. *9, November 1934:

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet eine Musikalische Weihestunde. Mitwirkende: Hetty Haelssig (Klavier) (RS München, *9/X1/34).

1935

Ministerialrat Ott verständigt das RMVP, Abt. X, laut Pressenotiz sei das NSRSO von "KdF" übernommen worden (Quelle: BAR 55/ 540. Blatt 94).

12. Juli 1935:

Franz Adam, Stab des Stellv. des Führers, bittet in einem streng vertraulichen Schreiben an den RKK-Geschäftsführer Moraller, zu erwägen, ob Stein im Präsidialrat der RMK belassen werden kann, da die Präsidialräte erprobte Nationalsozialisten sein sollen und er bei einer Zusammenarbeit mit Stein größte Bedenken habe (Abdruck: Wulf, S. 98-99).

Albert Jung: Festmusik. Bearbeitung zum RPT: F. Adam. *1]0. September 1935:

"Das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester brachte anläßlich der Eröffnung des Reichsparteitages zu Nürnberg die >Festmusik< von Albert Jung zur Aufführung, ein Werk, das dieser Zeitgenosse für die Einleitung großer Veranstaltungen geschaffen hat.

Nachdem den Proben des Orchesters der Führer selbst wiederholt beigewohnt hatte, hörten sich auch die Reichsminister Dr. Goebbels und Kerrl, sowie Reichsleiter Bormann die >Festmusik< an. Die herkömmliche Einleitung durch das Vorspiel zu einer Oper ist damit endlich zu Gunsten eines zeitgenössischen Komponisten verlassen worden.

In der Kongreßhalle zu Nürnberg wurde eigens eine große Orgel (Walcker, Ludwigsburg) aufgestellt, die zur Besetzung des etwa 150 Mann starken Orchesters gehört. Die Aufführung stand, wie die übrigen musikalischen Umrahmungen der großen Kongresse in Nürnberg, unter der Leitung von Meister Franz Adam, den altbewährten Dirigenten der NSDAP., der die >Festmusik< für die Aufführung zum Reichsparteitag bearbeitet hat (...)" (Max W. Morstadt: Die Festmusik zum Reichsparteitag. "Die Musik-Woche" 111/37, 14./1X/35, S. 1. Fehler im Original. Zitat in Britta Hanke: Der Dirigent Franz Adam und das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester. Magisterarbeit, München 2004. Anhang, S. Ixxiv).

Das Orchester war zu diesem Anlaß verstärkt worden. Den Orgelpart spielte G. Ramin.

*16. September 1935:

Zur Schlußsitzung des RPT zu Nürnberg dirigiert Adam das NSRSO. Beim Fahneneinmarsch erklingt Wagners Nibelungenmarsch, dann folgt die "Rienzi"-Ouvertüre.

1936 *15. Januar 1936:

Zur Gaukulturwoche, Gau Köln-Aachen der NSDAP, gastiert das NSRSO, Dgt. F. Adam, erstmals in Köln-Deutz in der Großen Messehalle: 1. Händel: Orgelkonzert G-moll. - 2. Reger: Vaterländ. Ouvertüre. - 3. Brahms: 1. Sinfonie. Eingelassen ins Programm: Begrüßungsreden, so für Gauleiter Groh&, und ein Vortrag von W. Stang über die NSKG.

21. März 1936:

Auf Vorschlag von Rudolf Heß, dem ersten Vorsitzenden des Vereins Nationalsozialistisches Reichs-Symphonie-Orchester bis 1940 schließt dieses mit der NSG "KdF" (DAF) einen ersten Leistungsvertrag, der zusammen mit dem Zuschuß vom RMVP zur finanziellen Sicherung des Ensembles ausreicht (Quelle: BStB, Signatur Ana 559 C.l.12.b).

Der Jahresetat lag knapp unter einer Million RM, in den vierziger Jahren bei 1.100.000.

Mai 1936:

Bei seiner Nordland-Konzertreise gibt das NSRSO, Dgt. Adam, auch ein Werkkonzert in der Deutschen Werft (siehe: "Der Angriff" Nr. 112, 13/ V/36).

August 1936:

Das NSRSO, Dgt. F. Adam, debütiert zu den Olympischen Spiele in der Berliner Philharmonie: 1. Schubert: Unvollendete. - 2. Liszt: Klavierkonzert. - 3. Reger: Ballett-Suite Op. 130. - 4. Wagner: Vorspiel zu "Die Meistersinger von Nürnberg". Solist: E. Kloss (Klavier). RMK- Präsident Raabe sprach einleitende Worte. Am nächsten Tag folgten ein J ugendkonzert und Werkkonzerte bei Siemens und Borsig.

29. August 1936

"(...) Adams musikalische Auffassung ist die eines hochtalentierten Menschen. Er reflektiert nicht, er empfindet naiv. Er schöpft den Gesang aus sich, und sein Gefühl vermittelt ihm die großen Akzente. (...) (Liszt) Dann jedoch, wie nach ungeheuerer Energiezusammenraffung, ersteht dieses Konzert in einzigartiger Geschlossenheit, herrlich sauber und bravourös in den Passagen, beherrscht und doch füllig-sinnlich, im Rhythmus wie im Anschlag voll männlicher Kraft, und dazu die geistige Vertiefung, wie sie Liszt gebührt (...)" (Alfred Burgatz in "Die Musik- Woche" IV/35, 29/VIIl/36, S. 8-9).

*10. September 1936:

Vor der 2. Sitzung des RPT zu Nürnberg dirigiert Adam das NSRSO mit der Ouvertüre zur Oper "Freischütz" von C. M. von Weber. *]]. September 1936.

Vor der 4. Jahrestagung der DAF beim RPT zu Nürnberg dirigiert Franz Adam das NSRSO mit "Vorspiel für eine nationalsozialistische Feier" von K. Ehrenberg.

17. Dezember 1936:

Der "VB", Beilage "Kulturpolitik und Unterhaltung", berichtet, das NSRSO habe seit Bestehen des Leistungsvertrages mit "KdF" schon 204 Konzerte gegeben, darunter 14 Jugendkonzerte, zwei Konzerte in Kasernen und 39 Werkkonzerte. Damit war der Vertrag übererfüllt.

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18. Dezember 1936:

Den Festakt zum ersten Jahrfünft des NSRSO im Odeon München leitet G. Ramin ein mit Bachs Präludium und Fuge Es-dur für Orgel; danach bietet F. Adam: 1. Beethoven: 8. Sinfonie. - 2. Weber: Ouvertüre zu "Freischütz". - 3. Wagner: "Meistersinger"-Vorspiel. Am Ende spielt E. Kloss das Klavierkonzert von Liszt und dirigiert vom Flügel aus.

1936/37:

"Das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester besuchte auch in dieser Spielzeit auf Einladung durch das Amt >Feierabend< der NS-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< die Städte aller deutscher Gaue, welche bisher nicht in der Lage waren, ernsthafte Musik durch repräsentative Kulturorchester ersten Ranges allen Volksschichten zu bieten. In Regensburg findet am 18. Oktober ein großes Symphonie- Konzert unter Leitung von Erich Kloß statt, in welchem dieser junge Meister das Orchester vom Flügel aus leitet. Die Konzertreise durch die Bayerische Ostmark beginnt am 2. Oktober und endet am 30. Oktober in Passau. Leitung: Franz Adam und Erich Kloß, München" (Annonce in "ZfM" IV. S. 1269).

1937

(1)

Die Vermögensverwaltung der DAF schließt mit dem NSRSO für das laufende Jahr einen zweiten Vertrag, über 210 Konzerte einschließlich Sonderkonzerte, dessen 8 5 bestimmt: "Für die Mitwirkung am Reichsparteitag und für die Feier des 9. November wird das NSRSO freigehalten" (Quelle: BStB, NL Adam, Signatur Ana 559).

(2)

Adam spielt mit dem NSRSO für Grammophon eine Schallplatte mit Regers Ballettsuite Op. 130, Satz 4 und 5, ein.

(3)

Dr. Goebbels führt eine Namensänderung des Ensembles ein; das NSRSO darf fortan nur als "Nationalsozialistisches Symphonieorchester" firmieren.

Grund dafür dürfte sein, daß das Ensemble nicht dem RMVP, also dem Reich, angeschlossen, sondern stark an die DAF und dessen Chef Dr Robert Ley gebunden war, zu dem der Minister in Rivalität stand.

*18. Juli 1937: Zum "Tag der deutschen Kunst" in München nimmt das NSRSO, Dot. Adam, an der musikalischen Ausgestaltung teil.

Feiermusik zum Appell der Politischen Leiter auf dem RPT mit den Sätzen Weihefanfaren - Fahnenlied - Hymnus (Nürnberg, *10/1X/37). *13. September 1937:

Vor Hitlers Schlußrede beim des RPT in Nürnberg dirigiert Adam das

NSRSO mit Wagners "Meistersinger"-Vorspiel.

23. September 1937:

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert in Offenburg mit einem Volkskonzert: 1. Beethoven: 4. Sinfonie. - 2. Liszt: Klavierkonzert A-dur. -

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3. Weber: "Oberon"-Ouvertüre. - 4. Grieg: Lyrische Suite. - 5. Lanner: Walzer "Die Schönbrunner"; Solist: Otto Voß (Klavier).

1938

Mit dem NSRSO spielt Adam den Walzer "Die Schönbrunner" für Grammophon ein, ferner für die Schallplatte zwei Sätze aus Regers Ballettsuite Op. 130.

März 1938:

Das NSRSO, Dgt. Adam, geht abermals auf Konzertreise durch die Bayerische Ostmark und soielt in Schwarzenbach, Waldsassen, Tirschreuth, Vohenstraß, Zwiesel, Passau und Landshut.

Der Auftritt in Grenznähe machte Sinn: Die Tschechoslowakei verstärkt ihren Grenzschutz; Flugzeuge der Luftwaffe verletzen die Grenze mehrfach; Konrad Henlein und K. H. Frank melden in Berlin verstärkte Waffenlager bei Staatspolizei- Kommandanturen und Bezirks- Gendarmerie-Kommandos im Sudetenland. Musik im deutschen Grenzgebiet schien geeignet, die nationale Identität stärken.

*23. Mai 1938:

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet im ersten Werkkonzert der Reichsmusiktage in den Schieß-Defries-Werken, Düsseldorf, die Unvollendete von Schubert, den 1. Satz aus dem Violinkonzert von Brahms, die Waldmusik von P. Graener und den Kaiserwalzer von ]. Strauß. Solist: Michael Schmid (Violine).

*27. Mai 1938:

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet im vierten Werkkonzert der Reichsmusiktage bei der Rheinischen Bahngesellschaft Wagners "Meistersinger"-Vorspiel, den ersten Satz der 4. Sinfonie von Bruckner, Regers Ballett-Suite, die Ouvertüre zu "Donna Diana" von Reznicek und ]. Lanners Walzer "Die Schönbrunner".

10. Juli 1938:

"Es lag etwas Weihevolles schon in der Stimmung des Wittelsbacherplatzes, den das NS.-Reichs-Symphonieorchester sich zum Konzertraum auserkoren hatte. Die Hunderte flimmernder, bunter Lämpchen ließen den bedeckten Himmel wie ein dunkelviolettes Zeltdach erscheinen, dazu das verschwommene Raunen des Straßenlärms, der freilich gelegentlich allzu vorlaute Hupenkonzerte beisteuerte, ...es war etwas Neues, in der Art noch nicht Gewesenes, was zu besonderer Andacht stimmte. Es war aber auch etwas ganz Außerordentliches, was Franz Adam mit seinem ausgezeichneten Orchester darbot: eine Wiedergabe der Es-dur-Symphonie von Anton Bruckner (Urfassung): Um es gleich vorweg zu sagen: eine so in wirklich Brucknerschem Geiste gehaltene Wiedergabe dieser Symphonie hat man hier nicht oft gehört. Schlicht, natürlich, ohne alle Mätzchen stellte Franz Adam das herrliche Werk durchaus grundmusikalisch vor die beglückten Hörer hin; es war ein echt deutsches, inniges Musizieren, das durch ausgezeichnete Temponahme und wohltuende Ruhe auffiel" (Roderich von Mojsisovics: Die Musik am Tage der Deutschen Kunst - Das NS.-Reichssymphonie- Orchester. "Münchner Neueste Nachrichten", 11/VI1/38).

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*6. September 1938:

Beim RPT in Nürnberg bietet das NSRSO, Dgt. F. Adam, zum Einzug der Standarten den Nibelungenmarsch, danach die Ouvertüre zu "Rienzi" von Wagner (siehe: Festliche Musik der Reichsparteitage. "VB" Nr. 251, 8/1X/38).

*10. September 1938:

Zur Jahrestagung der DAF beim RPT bietet das NSRSO, Dot. F. Adam, das Vorspiel zu einer nationalsozialistischen Feier von Karl Ehrenberg.

1939 8. Januar 1939:

"(...) Gern folge ich Ihrer Aufforderung, mich über das Reichs- Sinfonieorchester noch einmal schriftlich zu äußern.

Ich muß offen gestehen, daß meine Erwartungen nicht sehr hochgespannt waren, hatte ich doch bisher nie Gelegenheit gehabt, die kontrapunktierenden Meinungen, ja mitunter auch abfälligen Urteile über das Orchstester selbst nachzuprüfen. Sei es nun, daß das Orchester in den letzten Jahren aus eigener Kraft wirklich einen solchen >Gradus ad Parnassum< getan hat - denn an mangelnder musikalischer Leistung hatte es ja nicht gelegen - sei es, daß solche harten Urteile der uns eingeborenen Lust am Kritisieren entsprungen sind, kurz, ich stelle nunmehr mit Freude fest, daß ich ein Orchester vorfand, das schon jetzt es mit den besten Landesorchestern es aufnehmen kann, und das sich bei seiner beneidenswerten Jugend - falls ihm dazu die künstlerisch notwenigen Voraussetzungen gegeben werden - sehr bald einen ersten Platz an der wärmenden Sonne Apolls erkämpfen dürfte.

Ich vermag solche Vergleiche mit anderen Orchestern zu ziehen, da ich am darauffolgenden Tage dasselbe Chopinkonzert mit dem Bad. Staatsorchester spielte, also einer Gemeinschaft, in der noch die Tradition eines Felix Mottl lebendig ist. Wenn ich sagen kann, daß das Reichssinfonieorchester mit seiner Leistung in keiner Weise den Karlsruhern nachstand - weder was die Klangkultur noch die absolute Präzision und Anpassung betrifft -, so ist dies wohl das schönste Lob für den Dirigenten und das Orchester. Das gefürchtete Hornsolo am Schluß wurde in München >spielend< gebracht, wie überhaupt die Bläser und unter ihnen besonders die Holzbläser (eine Klippe aller Orchester wegen des allmählichen Aussterbens dieser Gattung) ausgezeichnet vertreten sind.

Es wäre darauf zu achten, daß bei Neubesetzung der frei werdenden Stellen nur erstklassige junge Kräfte nachrücken, denen vorher Gelegenheit gegeben werden sollte, ihre künstlerischen Fähigkeiten womöglich öffentlich unter Beweis zu stellen. Denn der Wille, das höchste zu leisten, beseelt Dirigenten und Orchester, das habe ich in der Probe feststellen können - in diesem Orchester wird nicht nach der Uhr geprobt...

Möge das Reichssinfonieorchester weiterhin an große Aufgaben herangeführt werden unter der aufopfernden Leitung ihrer beiden

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Dirigenten, und mögen seine Kräfte sich nicht in allzu weitverzweigte Einzelaufgaben verschwenden, die kleineren Orchestergemeinschaften der einzelnen Landesgruppen vorbehalten sein sollten. (...)" (Wilhelm Kempff an Verbindungsstab der NSDAP, 8/1/39. Fehler im Original. Quelle: NL Erich Kloss; Provenienz: Sylvia Brennicke-Kloss, mit Dank).

Der Brief erreichte Reichsminister Heß, den 1. Vorsitzenden des Vereins NS-Reichssymphonie-Orchester.

28. Januar 1939:

(1) Gespräch

"(...) Doch wir wollen im Drange der Zeit auch schnell noch einiges von der Gründung und den früheren Schicksalen des nationalsozialistischen Orchesters, dem eigentlichen Lebenswerk Franz Adams, erfahren. >Sechs Jahre ohne einen Pfennig Geld!< ruft er aus. >Da hieß es kämpfen, arbeitem und entbehren! Oft wußte mancher von uns nicht einmal, wo er das Geld für die Straßenbahnfahrt zur Musizierprobe hernehmen soll. Und doch wurde es geschafft. Seit dem ersten Konzert Anfang Jänner 1932 im >Zirkus Krone< in München ist es dann ständig aufwärts gegangen, zuerst langsam und mühsam dann rascher. Von den 1000 Konzerten, die mit dem Wiener Gastspiel erreicht werden, fallen 626 innerhalb der letzten zweidreiviertel Jahre!<

Ob das Reiseorchester auch zufrieden mit der Aufnahme in der Ostmark sei? >Begeisterung wo wir hinkommen!< Und das sprichwörtliche Musikverständnis der ostmärkischen Gaue hat sich auch diesen Gästen aus dem Altreich zugewandt: >Was brauche ich Ihnen da zu sagen? Das wissen Sie ja selbst am besten. Es ist das Land der Musik!<

Doch schon stimmen die Instrumente. Das Zeichen zum neuen Beginn ertönt. Es heißt also Abschied nehmen. Mit freundlichem >Auf Wiedersehen in Wien!< was wir herzlich erwidern, reicht uns Generalmusikdirektor die Hand und schon hört man im Theatersaal die beifallsfreudigen Hände regen. Da nähert sich uns einer der >braunen Musiker<, der zurückgeblieben ist und sagt: >Ich konnte es ihnen vor ihm nicht sagen, aber Sie müssen es doch erfahren: Wir nennen Herrn Adam nur >unsern Vater<!" (Dr. R. T. = Roland Tenschert: Von der Klarinette zum Dirigentenstab. Gespräch mit Generalmusikdirektor Franz Adam. "Neues Wiener Tagblatt" Nr. 26, 28/1/39. Fehler im Original).

(2)

Jubiläum in Wien:

"Im großen Musikvereinssaal Wien fand am Sonnabend das 1000. Konzert des NS.-Reichssymphonie-Orchesters unter Leitung des Generalmusikdirektors Franz Adam statt. Das NS.-Reichssymphonie- Orchester, das sich augenblicklich auf einer Gastspielreise durch die Ostmark befindet, kam damit zum ersten Male nach Wien. Das künstlerische Wien wußte die symbolische Geste des Reichssymphonie- Orchesters, dieses J ubiläaumskonzert gerade in der alten Kultur- und Musikstadt an der Donau zu veranstalten, wohl zu würdigen. So sah man im Zuschauerraum alles, was auf dem Gebiet der Musik und Kunst in Wien Rang und Namen hat, ferner auch zahlreiche Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht. Unter der Stabführung Generalmusikdirektors Franz

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Adam kam das Vorspiel zu Webers Oper >Oberon<, die c-moll-Symphonie Beethovens sowie das herrliche Tongemälde der Böcklin-Suite Max Regers und schließlich Richard Wagners Vorspiel zu >Tannhäuser< in berauschender Schönheit und Klangfülle zum Ausdruck.

In der Pause richtete der stellvertretende Leiter von KdF., Pg. Stemmer, an den Dirigenten des Orchesters Begrüßungsworte, worauf die anläßlich des 1000. Konzerts eingelangten Glückwunschtelegramme zur Verlesung kamen. Unter ihnen befanden sich Glückwünsche des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, von Reichsleiter Dr. Ley und - wie bereits gemeldet - von Reichsleiter Alfred Rosenberg.

Von Wien aus tritt das Reichssymphonie-Orchester sofort die Rückreise ins Altreich an, um am 10. Februar eine Konzerttournee nach Thüringen, Merseburg und Anhalt zu unternehmen, worauf im März eine solche in die Rheinlande erfolgt" (Tausendstes Konzert des Reichssymphonie-Orchesters. "VB" Nord Nr. 31, 31/1/39).

10. März 1939, Bericht:

"Das Nationalsozialistische Symphonie-Orchester ist das Orchester der Partei, damit das Orchester des Führers und des Reiches. In seinem Namen liegt schon die Verpflichtung für seine kulturpolitische Aufgabe. Es spielt nicht für den engen, zufälligen Rahmen einer gesellschaftlich irgendwie gebundenen Hörergemeinde. Es spielt für alle deutschen Volksgenossen. Damit ist auch schon sein Wirkungsbereich gegeben. Es gibt im mitteldeutschen Raum Städte und Städtchen, in denen keine Gelegenheit geboten ist, im allgemeinen Musik für großes Orchester zu hören. Diesen spürbaren Mangel zu beseitigen, ist eine der schönsten Aufgaben des Nationalsozialistischen Symphonie-Orchesters. Gerade hier setzt die Arbeit des Generalmusikdirektors Franz Adam und seiner Getreuen ein. Hier vermittelt er die großen Werke deutscher Meister jenen Volksgenossen, die man in der Systemzeit aus der Gemeinschaft abdrängte und denen man die Schätze deutscher Kulturwerte vorenthalten zu müssen glaubte, weil sie infolge >mangelnder Bildung< doch keinen Zugang zu ihnen hätten. Mit diesem Ausschluß von den adeligen Werten deutscher Tonkunst weckte man bewußt Minderwertigkeitsgefühle" (R. Sonner: Mit dem Nationalsozialistischen Symphonie-Orchester unterwegs. "VB" Nord Nr. 69, 10/111/39).

Mai 1939:

Das NSRSO, Dgt. F. Adam, wirkt mit bei der Max-Reger-Gedenkfeier in Weiden. *15. Mai 1939:

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet das NSRSO, Dgt. F. Adam, das erste nichtöffentl. Werkkonzert in den Klöckner-Werken Oberbilk: 1. Siegfried Wagner: Ouvertüre zur Oper "Der Bärenhäuter". - 2. P. Graener: "Turmwächterlied". - 3. P. Scheinpflug: "Tagebuch". - 4. C. M. von Weber: "Aufforderung zum Tanz".

*16. Mai 1939:

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet das NSRSO, Dgt. F.

Adam, das zweite nichtöffentliche Werkkonzert in den Mannesmann-

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Röhrenwerken, Abt. Rath: 1. A. Jung: Festliche Musik. - 2. P. Höffer: Alemannische Suite. - 3. H. Blume: Konzert für Horn und Orch. - 4. Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 2. Solist: Hans Schaller (Horn).

Schaller war Mitglied des Orchesters und trat wiederholt solitisch auf.

November 1939, Gastspiel:

"Kurz nach der Befreiung Ost-Oberschlesiens besuchte das NS- Symphonieorchester den deutschen Osten. In Sagan, Glogau, Fraustadt, Hindenburg, Bolkenhain, Beuthen, Breslau, Kattowitz, Königshütte u. a. O. wurden GMD Franz Adam und Staats-Kapellmeister Erich Kloß mit ihren Musikern herzlichst begrüßt und stürmisch gefeiert" ("ZfM" CVI/11, November 1939. S. 1136).

24. November 1939:

"Zu den wahrhaft volkstümlichen Werken gehört heute auch die V. Symphonie Beethovens in c-moll, die sogenannte Schicksals-Symphonie. Wenn auch ihr kunstvoller, aus einem kleinen Motiv, eben dem nach Beethovens eigenen Worten das Pochen des Schicksals sinnbildlich andeutenden Klopfmotiv, sich entwickelnder Aufbau in seiner musikalischen Grossartigkeit beim ersten Anhören vom Laien nicht immer ganz überschaut werden kann, so trug die meisterliche, die Grundhaltung im einzelnen einprägsam herausarbeitende Ausdeutung durch Generalmusikdirektor Adam doch dazu bei, das Wesentliche des gewaltigen Werkes so den Zuhörern nahe zu bringen. Wir gestehen, das Scherzo mit seinem wilden Fugato und das anschliessende sieghafte Finale kaum je mächtiger gehört zu haben" (Erwin Bareis in "Stuttgarter Neues Tageblatt", 24/X1/39. Zitat in Britta Hanke: Der Dirigent Franz Adam und das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester. Magisterarbeit, München 2004. Anhang, S. Ixxvi).

1940

(1)

Zur Süddeutschen Tonkünstlerwoche in München bietet das NSRSO (alle in UA ): 1. Franz Höfer: Vorspiel "Gyges und sein Ring" - 2. Josef Rauch: Sinfonie. - 3. Karl Prestele: "Alte Landsknechte" für Baß-Solo, Männerchor und Orch.

(2)

Ernst Krienitz schreibt in "Die Musik-Woche" VIll/Februar 1940, S. 58-59, über "Die braunen Musiker des Führers" mit Selbstaussagen von Adam und Kloss.

13. März 1940: Im Gewandhaus gastiert das NSRSO für die NSG "Kraft durch Freude", Kreis Leipzig, mit Werken von Reger, Liszt und Brahms.

1941 Januar 1941: Adam führt das NSRSO auf ein Reisegastspiel, das Regensburg, Siegen, Werdohl, Plettenberg, Altena, Coesfeld, Bielefeld, Bückeburg,

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Minden, Rheine, Weimar, Erfurt, Arnstadt, Gotha, Eisenach, Seebach, Nordhausen, Marburg, Kassel, Eschwege, Hersfeld und Fulda berührt und am 22. Januar endet.

7. Januar 1941:

F. Adam führt das NSRSO auf fünftägige Gastspielreise in den Gau Düsseldorf, wo er Werkkonzerte bei der I.G. Farbenindustrie A. G. Dormagen, den Deutschen Edelstahlwerken Krefeld, der Bergischen Stahlindustrie Remscheid, Kaiser's Kaffeegeschäft Viersen, Firma Kiekert Söhne in Heiligenhaus, in Düsseldorf bei Henkel & Cie. Reisholz, Rheinmetall-Borsig, Mannesmann, in Wuppertal bei Stadtverwaltung und Deutscher Reichsbahn leitet.

*20. April 1941:

GMD Adam bietet in Nürnberg zu Hitlers Geburtstag ein Konzert des NSRSO (RSdg, *20/1V/41).

14. bis 17. Mai 1941:

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert für Soldaten der Wehrmacht im Empire-Theater im besetzten Paris. Solist: Michael Schmid (Violine).

Schmid war 1. Konzertmeister des Ensembles.

24. Mai 1941:

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert im besetzten Brüssel für Soldaten der Wehrmacht. 9. Juni 1941:

Im 1. Orchesterkonzert der Süddeutschen Tonkünstlerwoche bietet das NSRSO die Sinfonie "F.C.D." Op. 36 von Crusius, ferner Ph. Schicks "Passacaglia".

1. September 1941, Tournee in Sachsen:

"Das NS-Symphonieorchester hat unter GMD Franz Adam soeben eine Reise durch den Gau Sachsen beendet, die am 1. September mit einem Konzert in Reichenbach im Vogtland begonnen worden war. Mit dieser Reise eröffnete das NSSO seine Winterspielzeit, die im Dezember ihren Höhepunkt mit dem 1500. Konzert aus Anlaß der Zehnjahresfeier seines Bestehens finden wird. Die Reise durch Sachsen umschloß 17 Konzerte in insgesamt 16 Städten, darunter Chemnitz, Meißen, Dresden mit zwei Konzerten und Bautzen. Werkpausen-, Betriebs- und Abendkonzerte wechselten einander ab. Alle Säle waren überfüllt, der Beifall überwältigend. Während dieser Reise dirigierte Franz Adam zum ersten Male >Passacaglia und Fuge nach einem Thema von Frescobaldi< von Karl Höller in sechs Städten. Der Halberstädter Pianist Kurt Gerecke setzte sich in der gleichen Zahl der Konzerte für das Klavierkonzert von Max Seeboth ein, das ebenso wie Höllers Orchesterwerk mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die Hauptwerke bildeten Schuberts Sinfonie in C und Mozarts Sinfonie in Es. Auch die beiden Solisten des Orchesters traten wieder erfolgreich hervor: Kammervirtuos Michael Schmid in Mozarts A-dur-Konzert und der Solocellist des Orchesters Philipp Schiede in dem Cellokonzert von Anton Dvorak. Die Reise wurde unter der Leitung von Staatskapellmeister Erich Kloß im Gau Niederschlesien fortgesetzt" ("Die Musik" XXXIV/1, Oktober 1941. S. 35).

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Dezember 1941:

Das Festkonzert Im Zirkus Krone, München, zum zehnjährigen Bestehen des NSRSO, Dgt. F. Adam und E. Kloss, bietet: 1. Liszt: Les Preludes. - 2. Grieg: Klavierkonzert A-moll. - 3. Beethoven: 5. Sinfonie. 15. Dezember 1941, Propaganda:

"Als propagandistisch im besten Sinn des Wortes erwiesen sich auch die Auslandsreisen des Orchesters. Es bereiste mit größtem Erfolg Italien, Frankreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, und das Protektorat. Im letztvergangenen Jahr gaben Gastkonzerte in Paris, Gent, Brügge, Brüssel eine reiche gegenseitige Ausbeute an künstlerischen Eindrücken, von denen man erwarten darf, daß sie im Dienste der Völkerverständigung für beide Teile von glücklichen Folgen begleitet sein werden" (Siegfried Kallenberg: Zehn Jahre NS.-Symphonie-Orchester. Eine erstaunliche Bilanz. "MNN", 15/X11/41).

Der Schreiber schämte sich nicht, Sympathiewerbung für Hitlers Besatzer in den eroberten Ländern dummfrech "Völkerverständigung" zu taufen.

1942 NSRSO, Personalbestand:

Konzertmeister: Michael Schmid, Franz Meier.

1. Violine: Hans Betz, Hans Böhm, Hilarius Danner, Hans Döbrich, Georg Erlacher, Hans Haimerl, Franz Hösl, Ernst Keßler, Andreas Kristl, Anton Meisenberger, Albert Pöll, Walter Riester, Josef Wankmüller, Fritz Wrobel.

2. Violine: Heinrich Beer, Adolf Böhm, Thomas Duchacek, Hans Hahn, Walter Hoenes, Quirin Huber, Josef Kneitlinger, Willy Körper, Fritz Mimietz, Ernst Müller, Franz Niklas, Heinrich Ort, Josef Pitscheneder.

Viola: Heinrich Appel, Hugo Kästl, Karl Kraft, Wilhelm Niklaus, Karl Pfänder, Ludwig Schäffler, Arthur Schroeder, Emil Sturm, Hans Wurm.

Cello: Philipp Schiede, Theodor Banholzer, Paul Fischer, Arthur Hammer, Hermann Horn, Hans Lacher, Nikolaus Perreiter, Josef Petermann, Karl Rocher, Kurt Weiß.

Kontrabaß: Hugo Bierl, Josef Kautzner, Kurt Kreibich, Florian Prößner, Julius Radt, Paul Schwieger, Hans Theiß.

Harfe: Kuno Oßberzger.

Flöte: Sebastian Deuring, Friedrich Kirschner, Jakob Moser.

Oboe: Franz Xaver Ecker, Wilhelm Grimm, Josef Zaus.

Klarinette: Hans Langguth, Richard Santner, Otto Schneider.

Fagott: Karl Kalteis, Werner Maruschat, Max Probst, Gustav Schroeder.

Trompete: Josef Bock, Sebastian Klotz, Alfons Rittner, Joef Wiendl.

Horn: Fritz Mößner, Johann Schaller, Otto Stimmer, Hans Wagenhuber, Hans Wolf.

Posaune: August Hausmann, Franz Huber, Josef Jakl, Ludwig Schottenheim.

Tuba: Franz Späth.

Pauke: Heinrich Ackermann, Walter Lypold. (Quelle: DMK 1942, Jg.

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64. S. 168-169).

Die Auflistung der Quelle, hgb. im Auftrag der RMK, nennt 85 Mitglieder des Orchesters außer den beiden Dirigenten Adam und Kloss. Februar 1942:

Das NSRSO unternimmt eine Konzertreise durch die Gaue Mainfranken, Düsseldorf, Essen und Westfalen, die 27 Tage dauert und 25 Konzerte bietet, darin vor allem die Fünfte von Beethoven.

Juli 1942:

(1) KdF-Konzert

"Mainz: Im Rahmen der KdF.-Meisterkonzerte gastierten (...) das NS-Symphonieorchester unter Franz Adam mit der jungen kroatischen Pianistin Branka Musulin" ("Die Musik" XXXIV/10, Juli 1942. S. 332).

(2)

In diesem Monat gibt das NSRSO, Dgt. F. Adam, - wie schon früher im Jahr (in Lüttich, Brüssel, Gent, Antwerpen, Breda, Den Haag, Rotterdam, Amsterdam, Hilversum, Amersfoort, Hertogenbosch, Eindhoven, Tilburg, Nymwegen und Arnhem) - zwölf weitere Gastkonzerte im besetzten Holland. Solisten: Hans Bork (Klavier), Anny van Kruyswyk (Sopran).

1942, Vorschau:

"1942/43

Nationalsozialistisches Symphonieorchester

München Generalmusikdirektor Franz Adam. Staatskapellmeister Erich Kloss veranstaltet in Verbindung mit der NS-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< Konzerte in den Gauen: Oberschlesien, Niederschlesien, Wartheland, Halle-Merseburg, Magdeburg-Anhalt, Ost-Hannover, Westmark, Düsseldorf, Essen, Westfalen-Nord, Westfalen-Süd, Hessen- Nassau, Kurhessen, Süd-Hannover-Braunschweig, Schwaben, Württemb.- Hohenzollern, Mainfranken, Franken, Bayer. Ostmark, Brandenburg, Sudetenland. In München: Konzert >Feldgraue Komponisten<. Leitung: Generalintendant Dr. Heinz Drewes, drei Konzerte f. d. Konzertring der NSG. >Kraft durch Freude<.

Zur Aufführung sind u. a. folgende zeitgenössische Werke vorgesehen:

R. Trunk: Divertimento; F. Adam: Lieder für Sopran und Orchester, Urauff. (Helene Werth, Hamburg); H. Erdlen: Introduktion und Chaconne für Violine und Orchester (Michael Schmidt); G. Kiessig: Saga, Uraufführung; C. Ehrenberg: Romantische Suite; M. Trapp: Allegro deciso; P. Graener: Festliches Vorspiel; H. Pfitzner: Cellokonzerte (Sigrid Succo); E. von Dohnänyi: Cellokonzert (Max Spitzenberger); Klavierkonzerte von W. Niemann (der Komponist), Max Seeboth (Kurt Gerecke), und K. Thomas (August Leopolder).

Als Solisten sind ferner vorgesehen: O. A. Graef, Prof. S. Grundeis, Prof. ]. Hobohm, K. Remann-Förster, Hans Leygraf, Prof. J. Pembaur, Aldo Schoen, Hugo Steurer, I. v. Zschurtschenthaler (Klavier); Karoline Kraus, E. von Voigtländer, Hans Pastor, Willy Stuhlfauth (Geige)." (Vorankündigung in

A 97.

der "Allgemeinen Musikzeitung" 1942). Zschurtschenthaler = Tschurtschenthaler.

1943 3. Dezember 1943:

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet in Müchen für die NSG "KdF" ein Konzert: 1. M. Seeboth: Toccata-Adagio-Fuge für gr. Orch (EA). - 2. von Reznicek: Violinkonzert E-moll. - 3. Beethoven: 7. Sinfonie. Solistin: Alice Schöngeld, (Violine) Musikpreisträgerin der Reichshauptstadt.

1944 Mai 1944: Auf einer Konzertreise bietet das NSRSO, Dgt. Adam, in Wien abermals u. a. Seeboths Toccata-Adagio-Fuge.

Geschichtsfälschung |, 1995:

"Eine weitere politische Einrichtung in München war das NS Reichssymphonieorchester, das 1932 im Zirkus Krone debütierte. Es wurde mit braunen Fräcken ausstaffiert und fühlte sich zum Künder der echten deutschen Musik berufen (Fußnote 20: so berichtete Dr. Kurt Dorfmüller dem Verfasser). Trotz oder vielleicht gerade wegen des offiziellen Parteipatronats waren der Standard und die künstlerischen Erwartungen dieses Ensembles nie mehr als mittelmäßig. (...)" (Andrew D. McCredie: Karl Amadeus Hartmann. Komponisten in Bayern, Band 27. Tutzing, 1995. S. 32).

Der kanadische Musikforscher hätte nicht den fragwürdigen "Zeugen" Dorfmüller, Jahrgang 1922, sondern Tonaufnahmen des Orchesters hören sollen, die einen beachtlichen Standard verraten. Geschichtsfälschung II, 1998:

"(...) Das Nazi-Orchester wurde um 1931 in München von Franz Adam gegründet (...).

Es ist für die Qualität des Orchesters bezeichnend, daß keiner von Deutschlands angesehenen Solisten jemals darin mitwirkte und daß Adam (oder später sein Stellvertreter Erich Kloss) keinen Dirigenten von Rang zu Gast hatte" (...) (Kater Il. S. 69-70).

Der "DRPoH" verschweigt, daß nicht Adam Gründer des Orchesters war, er jedoch wegen Sparzwang kaum Weltgrößen gastieren lassen konnte, dennoch - s. o. - recht namhafte Dirigenten und Solisten gewann, sogar Wilhelm Kempff.

Information: FA, MM2.

Adam, Hans

Christnacht im ersten Hitlerjahr. Eine Christfeier mit Weihnachtsgesprächen, Gesängen, Gedichten, Lebenden Bildern, dramatischen Zwischenspielen und Reigen für Schule und Gemeinde des 3. Reiches (1933) [Neuer Berliner Buchvertrieb].

Der gleiche Verlag publizierte Ende 1933 "Nationalsozialistische Feiern im Rahmen eines Hitlerjahres".

Weihnacht im 3. Reich (Umarbeitung von "Christnacht im 1. Hitlerjahr" unter Berücksichtigung der neuesten Verhältnisse). Eine Weihnachtsfeier mit Weihnachtsgesprächen, Gesängen, Gedichten, Lebenden Bildern, dramatischen Zwischenspielen und Reigen für Schule und Gemeinde des 3. Reiches (1934) [Neuer Berliner Buchvertrieb].

Daß "Christnacht" nun "Weihnacht" heißt, zeigt, wie gut sich der Herausgeber nach Jahresfrist den "neuesten Verhältnissen" anzupassen verstand.

Zitat:

"Am Schluß der >Weihnacht<, nachdem der Engelreigen auf Seite 29 beendet ist, kann eine Hitlerjugendgruppe mit der Hitlerfahne aufmarschieren und den

Hakenkreuzreigen aufführen, der im >Kinderfest in der Schule des 3. Reiches< (Neuer Berliner Buchvertrieb, Berlin N. 113, Pr. RM. 1,-) auf Seite 6 zu finden ist. Er besteht aus einem Tanz- und Sprechchor, ist für Knaben wie auch für Mädchen geeignet und wird dem Ganzen einen vaterländischen Abschluß geben. Die große Trommel der Hitlerjugend darf dann nicht fehlen" (S. 2).

Dem Autor bot eine "Nationalsozialistische Weihnachtsfeier", wie auf dem Titelblatt steht und durch die Auswahl der penetranten Werbetexte abgesteckt ist, bis zur Predigt des Weihnachtsengels: "Er führet euch, er, der große Führer Adolf Hitler! Ihm folget, ihm vertrauet. Keine Besserer hat je für Euch und Deutschland gestritten und in Arbeit und Entsagung gesiegt" (S. 28).

Inhalt (nur Lieder): Vom Himmel hoch, da komm ich her. Nur T. - zur Melodie "Treue Liebe": (Gelöbnis an Hindenburg) Hindenburg, wir nahn mit Danken Dir in ernster Trauerstunde. - Es ist ein Ros' entsprungen. - Stille Nacht, heilige Nacht (oder: Ihr Kinderlein kommet, Kommet, ihr, Hirten, ihr Männer und Frau'n). - Schlaf wohl, du Himmelsknabe du (oder: Ihr Kinderlein kommet). - Strophe aus dem Kirchenlied "Wach auf, mein Herz": Du willst ein Opfer haben, hier bring' ich meine Gaben. - Morgen, Kinder, wird's was geben. - O Tannenbaum (oder: Der Christbaum ist der schönste Baum). - O, du fröhliche, o du selige.

Adam, Karl Ferdinand 1806 - 1867

Abend wird es wieder! Über Wald und Feld säuselt Frieden nieder (T: H. v. Fallersleben). Abendlied.

Weitere Textvertonung von Christian Heinrich Rinck. In: Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933; onA zur Melodie); Unsere Lieder (71938). Mein Lieben: Wie könnt ich dein vergessen! Ich weiß, was du mir bist

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(T: H. von Fallersleben). Vaterländisches Bekenntnislied. Textprobe (1. Strophe): "Ich weiß, was du mir bist, wenn auch die Welt ihr Liebstes und Bestes bald vergißt. Ich sing es hell und ruf es laut: Mein Vaterland ist meine Braut! Wie könnt ich dein vergessen!" In: Vaterlandslieder und Freiheitsgesänge (1933; "Bismarcks Lieblingslied"); Volk und Vaterland im deutschen Lied (1933).

Adam, Max Mannheim, 14. November 1903 - Mannheim-Feudenheim, 19. März 1980. Pianist, Begleiter und Chormeister in Mannheim, Dirigent des Mannheimer Volkschors, Musikdirektor. Stand 1967: Bundeschormeister des Badischen Sängerbundes e.V. Erhielt 1969 für Verdienste um den Chorgesang das Bundesverdienstkreuz.

NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.352.737, auf Antrag vom 29/V1I/37. Leiter der Ortsmusikerschaft Mannheim (RMK), dann auch der Kreismusikerschaft. *30. Januar 1941:

Max Adam leitet zum Tag der Machtübernahme eine Chorfeier in Mannheim, an der mehrere Männerchöre, der Mannheimer Volkschor, ein Jugendchor aus HJ) und BDM, das NationaltheaterOrch, ein Sprecher und an der Orgel Arno Landmann mitwirken. Die Feier besteht aus den Teilen Aufbruch - Kampf - Erfüllung.

Totenklage (T: Maria Kahle). Chorwerk für FrCh (Mannheim, *30/1/41, Chorfeier zum Tag der Machtübernahme). Mai 1941, Besprechung:

"(...) ein Werk von starker Eindringlichkeit, das in ebenso gekonntem Chor- wie Orchestersatz die Stimmung von tiefer Trauer über schmerzliche Auflehnung bis zur festen Entschlossenheit des Opfers gestaltet (...)" (Carl J. Brinkmann in: "Die Musikpflege" XIl/2, Mai 1941. S. 26).

Information: LdCh. Das Stadtarchiv Mannheim vermochte 1996 nur eine Abmeldung nach München festzustellen - 1923. Den Todesfall beukrkundete das Standesamt Mannheim-Feudenheim, Nr. 9/1980.

Adams, Wilhelm Hamborn, 17. Januar 1896 - Rheydt, 29. September 1984. Sohn eines Organisten; Schüler u. a. von Richard Hagel und Kurt Schubert, Dirigent und Konzertsänger (Baßbariton), zunächst in Osterfeld, dann bis 1933 Leiter von Städt. Musikverein und Kammerorchester Coesfeld, auch Städt. Musikdirektor in Oberhausen; 1937 Kapellmeister,

A 100

Chorleiter und Sachbearbeiter am RS Köln, 1941-44 Operndirektor im besetzten Charkow.

Nach 1945 freier Mitarbeiter beim NWDR/WDR Köln. Wohnsitz Rheydt, hier Leiter des Städt. MGV. 1970 Chordirektor ADC (Arbeitsgemeinschaft Dt. Chorverbände).

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Dgt. des NS-SinfonieOrch Oberhausen-

Osterfeld; Leiter der Ortsmusikerschaft Oberhausen der RMK. 1934-35

hier Städt. Musikbeauftragter.

Nächtlicher Saarschwur, für MCh, Kinderchor und gr. Orch

(Oberhausen, 1934).

Musik zur Hörfolge Das heilige Reich der Deutschen von Heinrich

Lützeler für Solostimmen, gemCh. und gr. Orch (RS Köln, *2/VI11/35). Information: DML, FA, KDMK (ohne obige Titel), LdCh.

Ade, Erich Stuttgart, 21. Februar 1907 - Stuttgart, 22. August 1978. Sohn eines Kirchenmusikdirektors; Musikpädagoge, Musiklehrer, Organist und Kantor an der ev. Stadtkirche sowie Pianist in Stuttgart-Bad Cannstadt, Kapellmeister, Musikreferent der "Württembergischen Landeszeitung". Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, zuletzt i. R.

Kein Eintrag in ZKNSDAP.

Musik zur Hymne an die Toten Was sterblich ist, das stirbt, die Tat bleibt leben von P. E. Felger (RS Stuttgart, *21/11/37 und *20/X1/38, Dgt: selbst).

Solche Aufführungen dienten der politischen Umfunktionierung des ursprünglich christlichen Totensonntags. Information: LdCh. Das Amt für öffentl. Ordnung Stuttgart,

Zentralmeldestelle (11/X/99), fand keinen Meldevorgang zu Erich Ade.

Ade, ade! Ich scheide nun (T: von Ditfurth mitgeteilt). Abschiedslied, zur Melodie "Ich lieg jetzt da und sterb dahin". Titel: Studentenabschied.

In: Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935).

Ade, du stattliche Kaserne. Reservistenlied, zur Melodie "Was blinkt so freundlich". In: Soldatenlieder (1934).

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Ade, mein Feinsliebchen. Volkslied aus Hessen. In: Alte deutsche Volkslieder (1933).

Ade, mein Liebchen, ich muß fort. Soldatenabschiedslied. In: Soldatenlieder (1934).

Adenstedt, Helmut Braunschweig, 13. April 1902 - Braunschweig, 15. März 1945. Musikpädagoge; Oberlehrer, Musikschullehrer, zunächst in Braunschweig Gesangslehrer an der Raabe-Schule und Leiter des Schubert-Chors, auch am Lehrerinnenseminar und der Staatl. Großen Schule. Ab 1935 in Wolfenbüttel an der Oberschule für Jungen in Aufbauform, Harztorwall 15.

NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.551.733. Kreischormeister Braunschweig-Harz im Chorgau V Niedersachsen des RVgemChe Deutschlands (RMK). Leiter des Bannorchesters der HJ und des Chors der NS-Frauenschaft Wolfenbüttel.

Ade (nun) zur guten Nacht, jetzt wird der Schluß gemacht. Abschiedslied aus Franken, Sachsen, Rheinpfalz, 1848. Aus: Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" (1856/1893 ff.).

In:

Das Soldatenlied (1932); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Blut und Ehre (1933); Heil Hitler! (1933); Deutsche Volks und Kampflieder für die HJ) und das Jungvolk (1933); Unsere Lieder (21933); Singendes Volk 2 (1933); Trum, trum (21933); S.A. Liederbuch (1933); Wir wollen singen (1933); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Liederbuch des BDM (1934); Jungvolk-Lieder (1934, 21934); Wohlauf Kameraden (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); DSB, Singendes Volk 3 (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Deutsche Lieder für die Jugend (?1935); Niederdeutschland (1936); Werkleute singen (1936); Unser das Land (1937); Neues Deutschland 2 (1937); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Die Fahrt (1937); Wir marschieren (1937); Kommt, singt und klingt (1937); Wir wandern und singen! (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; Variante "Ade nun zur"); Unsere Lieder (71938); Marschierende J ugend (21938); Liederbuch der SA (91938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Neues Singen 3 (1938); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); SA- Liederbuch (?1939); SS-Liederbuch (61940, 91941); Alte und neue

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Soldatenlieder (1940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); Das zweite neue Soldaten- Liederbuch (1940); RJF, Unser Liederbuch (1941); Deutsche Musik A, B (1941; mit 2 V oder Vi, Va); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Lied über Deutschland (?1941); Hellau! (1942); Lieder unseres Volkes (1943); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); Singt alle mit! (1944).

Aders, F. Einsender in Altona.

Propaganda ist not, Marsch, und Blühende Heide, Walzer, 0onA, am 12/X/34 mit Widmung an Dr. Goebbels eingereicht.

A Deutschmeister bin i, a fescher Soldat. Soldatenlied, onA. Titel: Der Deutschmeister. In: Im gleichen Schritt und Tritt (1941).

Adler

Deutschlands Schwur. Marsch (RS Köln, 6/1X/34). Information: Mutmaßlicher Urheber: Ignaz Adler (Jg. 1877) in Bielefeld.

Adler, Guido Eibenschütz/Mähren, 1. November 1855 - Wien, 15. Februar 1941.

Sohn eines Arztes; Dr. jur. 1878 und Dr. phil. Wien 1880 (Die historischen Grundklassen der christlich-abendländischen Musik), Musikwissenschaftler und Universitätsprofessor in Wien.

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. Die NS-Behörden beschlagnahmten nach dem Tode Adlers seine kostbare Bibliothek.

Information: DNML, DML, FA, RML, SML, MGG. Gerigk/Stengel gab

den 1/X/1855 als Geburtsdatum, den 14/XII/33, Wien, als Todesdatum an!

Adler-Liederheft. Feldausgabe des Liederbuchs der Luftwaffe (Berlin, 1941) [VB]. Vgl. Clewing.

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Adolf Hitler hat unsere braune Armee geschweißt aus des Volkes Not. SA-Kampflied, onA. Titel: Marschlied der SA-Reserve. Textprobe (2. Strophe mit Refrain): "Das junge Blut steht in Reih' und Glied mit dem sturmerprobten Soldat. Hier bringt keiner Titel und Würden mit, hier gilt nur die befreiende Tat. SA-Reserve marschiert voran, SA-Reserve steht ihren Mann. Wer unsrem Führer ins Aug' gesehn, muß siegen oder untergehn". In: Vorwärts SA. (21933).

Adolf Hitler, unserm Führer, reichen wir die Hand. NS-Kampflied, onA. Mehrfach vertont, so von Robert Klaebe. Textprobe (3. Strophe mit Refrain): "Wird die letzte Schlacht geschlagen, Waffen in die Hand, laßt die Freiheitsbanner flattern durch das deutsche Land. Dann soll'n alle Feinde zittern, Deutschland aufersteh'! Hurra! Heil, du, Adolf Hitler, immer vor uns geh'!" In: Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); SA-Sturmlieder (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (31933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934), Lieder der SS Pommerns (1934); Lieder der Pommerschen SA (31934).

Adolf-Hitler-Lied = Ihr Brüder, nun senket in Trauer

Adolfi, Franz Chemnitz, 15. Juli 1876 - Zwickau, 18. September 1934. Sohn eines Opernsängers, eigentlich Spreitzer; Schüler u. a. von Felix Draeseke, Opernkapellmeister in Bielefeld, Stettin, Magdeburg, Chemnitz und Zwickau. Von Brückner/Rock als Jude Adolf Spritzer denunziert. Information: DML, FA.

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Adoramus. Passionslied. In: Lobeda-Singebuch 1 (1936);

Adorno, Theodor W.

Frankfurt a. M., 11. September 1903 - Brig-Visp, Kanton Wallis (CH), 6. August 1969. Sohn eines Weinhändlers und einer Sängerin, eigentlich Wiesengrund; Dr. phil. Frankfurt a. M., 1924, 1931 Habilitation über Sören Kierkegaard. Soziologe, Komponist - Schüler von A. Berg und B. Sekles - und Musikschriftsteller in Frankfurt. 1930 Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung, jedoch 1933 entlassen. Stand 1932: Leiter des Musikstudios der Ortsgruppe Frankfurt des Verbandes der Konzertierenden Künstler Deutschlands. e.V.

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling Wiesengrund-Adorno denunziert, "einer der betriebsamsten Wortführer der jüdischen Neutöner" (Gerigk/Stengel, Spalte 315).

1934 emigrierte er zunächst nach England, dann in die USA, hier 1938-41 Musikdirektor des Princeton Radio Research Project. 1950 wieder in Frankfurt, o. Professor an der Universität. 1957 Inhaber des universitären Lehrstuhls für Philosophie, auch einer der beiden geschäftsführende Direktoren des Instituts für Sozialforschung

Notiz über Wagner ("Europäische Revue" Nr. 7, Juli 1933. S. 439-442).

Adorno empfielt Entmythologisierung Wagners und die Konzentration auf das rein Musikalische.

Mai 1934, Der Rezensent I:

"(...) das Ganze gewürzt durch einen Serrenissimus-Humor, der vor dem Ernst dessen, was heute in Deutschland geschieht, anders als zynisch nicht genannt werden darf. Das Machwerk kam - am Tag vor der Wahl in - einer sehr mäßigen Aufführung heraus (...)" (Theodor Wiesengrund- Adorno über E. Kalmans Operette "Herzogin von Chicago". In: "Die Musik" XXVI/8, Mai 1934).

Juni 1934, Der Rezensent II:

"Aus den jüngsten Chorpublikationen des Verlages Merseburger, meist Festchören zu deutschen Anlässen, hebt sich weit heraus der Zyklus von Herbert Müntzel. Nicht bloß weil er durch die Wahl der Gedichte Schirachs als bewußt nationalsozialistisch markiert ist, sondern auch durch seine Qualität: ein ungewöhnlicher Gestaltungswille. Es geht nicht um patriotische Stimmung und vage Begeisterung, sondern die Frage nach der Möglichkeit von neuer Volksmusik selber wird, durch die Komposition, ernst gestellt (...).

Kriegerverein und Neoklassik sind beide negiert, und es wird dem Bild einer neuen Romantik nachgefragt; vielleicht von der Art, die Goebbels als >romantischen Realismus< bestimmt hat" (Theodor Wiesengrund-Adorno in: "Die Musik" XXV1/9, Juni 1934. S. 712).

Besprechungen solcher Art erklären sich aus dem Versuch, in der Bedrängnis durch antisemitische Aktionen Rückendeckung zu finden; dies

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gelang allerdings höchstens vorübergehend. In der Frankfurter Zeitschrift "Diskus" XIII/1, Januar 1963, entfesselte ein historisch wenig bedarfter Student eine Diskussion darüber. Adorno am 3/1/63:

"Daß ich jene Kritik damals schrieb, bedaure ich aufs tiefste. Anstößig ist vor allem, daß es sich um Gedichte von Schirach handelt.

(...) Auch den Goebbels'schen Begriff romantischen Realismus< hätte ich nicht in den Mund nehmen dürfen.

(...) Der wahre Fehler lag in meiner falschen Beurteilung der Lage; wenn Sie wollen, in der Torheit dessen, dem der Entschluß zur Emigration unendlich schwer fiel. Ich glaubte, daß das Dritte Reich nicht lange dauern könne, daß man bleiben müsse, um herüberzuretten, was nur möglich war".

Rückblick, 1963:

"Ich bin aus Deutschland 1934 emigriert, nachdem man mir im September 1933 auf Grund des sogenannten Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Venia legendi an der Frankfurter Universität entzogen hatte. Bis zur Emigration habe ich an einer Reihe von Zeitschriften und Zeitungen weiter mitgearbeitet, ohne übrigens ein Pseudonym zu benutzen; unter anderem auch an der >Musik<, in der ich versuchte, auch nach der Gleichschaltung etwas für die neue Musik zu tun - woraus mir dann, wie Sie vielleicht wissen, just von Herrn Melichar ein Vorwurf gemacht worden ist. Meine Mitarbeit an der >Musik< habe ich freiwillig eingestellt.

(...) Abgesehen davon, daß man mich von der Universität verjagte, haben die Nazis bereits im Mai oder Juni 1933 bei mir Haussuchung veranstaltet. Sie ist aber glimpflich verlaufen" (Adorno an Fred K. Prieberg, 14/11/63).

Geschichtsfälschung, 1994:

"(...) 1933 Emigration in die USA" (Siegmund Helms/ Reinhard Schneider/ Rudolf Weber, Hgb.: Neues Lexikon der Musikpädagogik. Personenteil. Kassel, 1994).

Emigrationsjahr war 1934, Ziel zunächst England, später USA.

Information: FA, KDMK, LdCh, RML, SML, MGGS.

Af der Älm is koan Bleibn. In: Hellau! (1942).

Af der Umbrücklerälm. Titel: Die Kasermanndl. In: Hellau! (1942).

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Agans

Werke: z. B. Wandervogellieder; Potpourri für Chor, Mandolinen, Gitarren und Hörner (1933); "Lustig ist die Jägerei", Potpourri (Schallplatte); Weihnachtsliederpotpourri (1933).

Deutschland im Lied. Ein Liederpotpourri (RS Königsberg, 1/VI1/38, von Schallplatte).

A gar schians Täl isch das Sarntäl. In: Hellau! (1942).

Agop, Rolf

München, 11. Juni 1908 - Hilchenbach, 15. Oktober 1998. Dirigent, bis 1934 ausgebildet an der Akademie der Tonkunst in München, dann Dirigent des Münchner Symphonieorchesters; 1935-381. Kapellmeister der Bayer. Landesbühne, dann bis 1940/41 Opernkapellmeister und Chordirektor des Kärntner Grenzlandtheaters Klagenfurt, 1941/42 Musikal. Oberleiter und 1. Kapellmeister der Sommerspielzeit des Niederschlesischen Landestheaters J auer im Kurtheater Bad Altheide; 1942/43 Kapellmeister und Komponist der Schauspielmusik am Stadttheater Nürnberg, dann zur Wehrmacht einberufen.

1945-48 Musikal. Oberleiter der Vereinigten Stadttheater Nürnberg- Fürth, 1948-52 künstler. Leiter der Nordwestdeutschen Philharmonie in Bad Pyrmont und Herford, zeitweise auch Dozent in der Dirigentenklasse der Musikakademie Detmold, ab 1952 städt. GMD in Dortmund, zugleich Chefdirigent des Siegerlandorchesters in Siegen und Hilchenbach. Später i. R. in München, zuletzt in Hilchenbach..

Kein Eintrag in ZKNSDAP.

Musik zum Schauspiel Thors Gast von Otto Erler (Bayerische Landesbühne München, EA, *31/1/38; Veranstaltung des SS- Oberabschnitts Süd).

Information: KDMK. Die Meldekarte im Stadtarchiv München (6/X/03) registriert nur die Abmeldung nach Klagenfurt am 17/IX/38. Laut Kreis- verwaltungsreferat, Bürgerbüro (26/IX/03), sei Agop im Datenbestand des Melderegisters nicht zu ermitteln.

A herzigs flächshoorets Büabl. Wiegenlied. In: Hellau! (1942).

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Ahlbrand, K.

Musik zur Werkfeier "Wir wollen uns auf unsere Kraft besinnen" (RS Frankfurt, 2/1/39, aus der Voigt & Haeffner AG, Frankfurt).

Ahle, Johann Georg 1651 - 1706

Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht (T: Philipp von Zesen, 1619-1689). Morgenlied (1671).

In:

Wir wollen singen (1933); Liederbuch des BDM (1934); Die Müttersingstunde (1935; onA); Lieder des Volkes (61936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 4 (25. Mai 1939); DSB, Singendes Volk 31 (1939); Stimmt an! Il (1939); Kernlieder des REM (1940); Deutsche Lieder (1940).

Ahle, Johann Rudolph 1625 - 1673

Lob der Musik: Was mag doch diese Welt in ihrer Schönheit prangen, wo alle Macht zerfällt (1660).

In:

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Lieder der Arbeitsmaiden (1938).

Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte (T: Christian Knorr von Rosenroth, 1636-1689). Kirchenlied (1662). In:

Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T).

Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen. Kirchenlied (1664).

In:

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940).

Ahlgrimm, Hans Wien, 10. November 1904 - Neu-Zittau bei Erkner, 23. April 1945 (gefallen im Fronteinsatz). Dr. phil. Wien (über Pierre Rode), Orchestermusiker in Berlin-Wilmersdorf, 1930-45 Geiger im BPhO; auch Komponist.

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 31. Oktober 1940:

Der 1. zeitgenössische Abend der Gewandhaus-Konzerte zu Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - das Trompetenkonzert von

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Ahlgrimm; Solist: Heinrich Teubig. Information: FA (Nachtrag), LdCh (ohne Todesdatum), FA2.

Ahlow, Franz

SS-Hauptscharführer, MZF der SS-Standarte 42, Berlin-Tempelhof, Borussiastr. 1.

Einigkeit macht stark. Marsch (u. a. DtldS, 13/V1/37, MZ der SS- Standarte 42, Leitung: selbst).

Ahoi, nun heißt die Segel! Mann Spill! Hiew rund! (T: Kapitän zur See a. D. Ernst Schulze). Matrosenlied, zur Melodie "Heißa, ich bin ein Middy". In: Deutsches Marine-Liederbuch (1935).

Ahrens, Erich

Fallschirmjäger voran! (T: Ernst Behrens-Kollmar). Kriegslied (1941) [AB].

Ahrens, Joseph Sommersell/Westfalen, 17. April 1904 - Berlin, 21. Dezember 1997. Kirchenmusiker in Berlin-Charlottenburg, Organist an St. Marien; 1934-43 Domorganist an der St. Hedwigs-Kathedrale, 1928 Lehrer, ab *30/1/36 Professor an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin; Orgelsachverständiger für das Bistum Berlin und beim REM.

1945 Organist der Salvatorkirche, ab 1950 o. Professor für kath. Kirchenmusik an der Musikhochschule Berlin, 1953 deren stellv. Direktor. Er erhielt 1955 den Kunstpreis der Stadt Berlin, ab 1963 Mitglied der Akademie der Künste Berlin, 1965 Ritter des päpstlichen Gregorius-Ordens und 1968 Ehrengast der Villa Massimo, Rom.

Werke: vor allem Kirchenmusik, nach 1945 auch dodekaphone.

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Fachberater für kath. Kirchenmusiker und Referent der RMK. Toccata eroica für Orgel, komponiert 1932 (1935; UA: Berlin, 19/X1/34, Ahrens an der Orgel der St. Hedwigskirche) [Sc].

Information: FA (Nachtrag), MM2, KDMK, RML, LdCh, SML, MGGS. Die für den Geburtsort zuständige Standesbeamtin Doran, Nieheim (9/IV/98), verweigerte die Angabe des Todesdatums mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also grundordnungswidrig. Damit raubte sie dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt

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und betrog den Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung.

Ahrens, Rudolf

Deutsche Suite zum *5. März 1933: 1. Deutsche Kraft - 2. Deutsche Innigkeit - 3. Deutscher Frohsinn - 4. Deutsche Zuversicht - 5. Deutsche Treue. Für SinfonieOrch (Norag, 23/1V/33, Hamburger Philharm., Dgt. Secker).

Zur 8. Reichstagswahl an diesem Tag gewann die NSDAP 288 von 647 Sitzen.

Ähre und Spaten. Lieder vom Arbeitsdienst. Hgb. vom NS- Arbeitsdienst, Arbeitsgruppe 54 Swinemünde, Arbeitsgau 5 (1-21934) [VV].

Inhalt (11934):

mit Noten:

1. Decker: Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 2. Nach Ostland geht unser Ritt, hoch wehet das Banner. - 3. Wir tragen das schwarze Banner und singen das Lied der Not. - 4. von Hertzberg: Wir sind die Männer vom Bauernstand . - 5. Marsch, marsch, marschiert, die Trommel gerührt. - 6. Altendorf: Hört ihr das Gellen in Straßen und Gassen. - 7. Altendorf: Wir zieh'n auf stillen Wegen. - 8. (Götz): Die Bauern wollten Freie sein.

nur Text:

Die Fahne hoch. - Deutschland, Deutschland, über alles. - (Gättke): Und wenn wir marschieren. - (Pardun): (Volks ans Gewehr) Siehst du im Osten das Morgenrot. - (Gläser): Flamme empor. - (Depolo): Es tönt auf grüner Heide. - (Bauernnot 1931) Schwarz ist die Sorge. - Auf, auf, zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren. - Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! - Brüder in Zechen und Gruben. - (Mahrer): Es pfeift von allen Dächern. - (Borgmann): Unsere Fahne flattert uns voran. - Es zog ein Hitlermann hinaus. - Als die gold'ne Abendsonne. - (Götz): Von allen den Kameraden war keiner so lieb und so gut. - Im Pommernland marschieren wir. - (Knott oder Götz): (Der Trommelbube) Wir ziehen über die Straßen. - (Sotke): Wilde Gesellen vom Sturmwind umweht - (Jahn): Kamerad, nun laß dir's sagen. - Morgen marschieren wir in Feindesland. - (Büchsenschütz): Pommersche Heide, pommerscher Sand - (Geusenlied) Gleichwie die Möwe ruhlos hastet. - (Götz): (Heia Safari) Wie oft sind wir geschritten - (Jahn): Wir traben in die Weite - (Zahn): Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - Weit ist der Weg zurück ins Heimatland. - W. Kutschbach: Görg von Frundsberg führt uns an. - (Thum): Vom Barette schwankt die Feder. - Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - (Sotke): Das Kalbfell klingt, der Landsknecht schwingt. - (Gättke): (Die Wallensteiner) Trum, trum, terum, tum, tum, die Landsknecht ziehn im Land herum. - (Gättke): Wenn die Landsknecht trinken. - (Stuntz): Das Käuzlein laß ich trauern. - (Wendelmuth): Die Glocken stürmten vom

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Bernwardsturm. - (Friedrich der Große): (Der Hohenfriedberger Marsch) Auf, Anspach Dragoner. - Es blühen die Rosen, die Nachtigall singt. - Ich habe Lust, im weiten Feld. - Die blauen Dragoner. - Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. - 0onA: Manöver im Land, der Weckruf erschallt. - Mein Regiment, mein Heimatland. - Ich bin ein Gardeschütz, trag auch die Gardelitz. - Wenn des Morgens früh die Sonne aufgeht. - Steig ich den Berg hinan, das macht mir Freude. - Wohlan, die Zeit ist kommen, mein Pferd, es muß gesattelt sein. - (Götz): Aus grauer Städte Mauern. - Schwarzbraun ist die Haselnuß. - Auf nach Pommern ziehn wir heut‘, ziehn wir voller Lust und Freud'. - (Koch): Heiß ist die Liebe. - Ein Heller und ein Batzen. - Das Schönste auf der Welt ist mein Tiroler Land. - Kehr ich einst in meine Heimat wieder. - Es zogen auf sonnigen Wegen drei lachende Mädel vorbei. - Ein Jäger aus Kurpfalz. - Der Jäger in dem grünen Wald. - Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - Einst ein Jäger wollte jagen einen Gemsbock silbergrau. - Auf der Lüneburger Heide. - Als ich gestern einsam ging auf der grünen, grünen Heid'. - Von Osten kamen Kiele kampfeslüstern. - Heut geht es an Bord. - Wer will mit, juchhe, über See? - Der mächtigste König im Luftrevier. - Leise über sanfte Wogen zieht ein Schifflein seinen Lauf. - Dunkel war die Nacht, und kein Sternlein wacht. - Frei ist die See, wenn die Eisberge ziehn. - Einst sind wir so freudig geschritten. - Ich hab' mich ergeben. - auf die Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit. - (Silcher): Ich hatt einen Kameraden. - Soldat, du bist mein Kamerad. - zur Melodie "Die Bauern wollten Freie sein" (Sotke): Volk will zu Volk. - Hurra, nun zieht unsre Schar nach der Heimat. - Auf, marsch, marsch! Durch Mühen und Gefahren. - auf die Melodie "Glück auf": Deutsch ist die Saar. - (Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. - Es dunkelt schon in der Heide. - Ich weiß einen Lindenbaum stehen in einem tiefen Tal. - (Götz): Jenseits des Tales standen ihre Zelte. - Kein schöner Land in dieser Zeit.

Aicher, Th. W.

Heil dem Führer. Konzertmarsch (Saalfelden am Steinernen Meer, 1939). Gebirgsjägermarsch (Salzburg, 1940).

Ailbout, Hans (Johann) Franz Krefeld, 2. Juli 1879 - Berlin-Wilmersdorf, 1. September 1957. Musikpädagoge und Dirigent in Berlin-Wilmersdorf, Leiter eines Konservatoriums und 1933 des Potsdamer Tonkünstlerorchesters. Ailbout galt als "Halbjude", durfte jedoch mit Sondererlaubnis des Ministers tätig sein. Nach 1945 weiterhin in Berlin, nun i. R. Werke, auch unter Pseudonymen wie E. Becker, E. Brandt, F. K.